Museum

ELECTRIC

Heute ein kur­zer Blick auf die Marke „ELECTRIC“ der Glocken-Bleistift-Fabrik.

ELECTRIC

Das 18,2 × 17,7 cm große Blatt diente ver­mut­lich als Ein­lage einer Schau­ver­pa­ckung, ähn­lich dem, das für den Kopier­stift „Repor­ter“ aus dem glei­chen Hause warb. – Die Schreib­weise des Ü im „Nürnberg“-Schriftzug gefällt mir beson­ders gut.

ELECTRIC

Doch es gab unter dem Namen „ELECTRIC“ nicht nur Blei-, son­dern auch Farb­stifte. Die­ser blaue mit der Num­mer 4920 ist 11 mm dick und hat eine 4,5 mm starke Mine.

Electric

Die Unter­schiede in der Gestal­tung des Mar­ken­na­mens las­sen ver­mu­ten, dass der Farb­stift älte­ren und der Ein­le­ger neue­ren Datums ist. – Mög­lich, dass „ELECTRIC“ auf die Verwen­dung von Elek­tro­gra­phit, also syn­the­ti­schem Gra­phit (z. B. von Johann Faber für die „Apol­lo“-Bleistifte) zurückgeht.

ELECTRIC

Das war’s auch schon.

Weltspartag 1968

Der Welt­spar­tag 1968 ist seit 45 Jah­ren vor­bei, doch min­des­tens einen der Blei­stifte, mit denen die Frank­fur­ter Spar­kasse von 1822 damals gewor­ben hat, gibt es noch.

Weltspartag 1968

Weltspartag 1968

Weltspartag 1968

Reste der Prä­gung wei­sen den drei­flä­chi­gen Stift als ein Pro­dukt von Faber-​Castell aus; zu erken­nen ist auch das „SV“, mit dem das Secu­ral­ver­fah­ren bewor­ben wurde. – Was man so alles beim Wüh­len findet …

Sparbeitrag

Der als spar­sam ange­prie­sene Haack-​Sparstift aus den 1930er Jah­ren war hier schon zwei­mal dran: Erst ging es um die ganz und gar nicht spar­same Reklame des Her­stel­lers und dann um ein Falt­blatt, mit dem sich die Holzbleistift-​Hersteller gegen die Behaup­tun­gen von Haack zur Wehr setz­ten (und dabei nicht mit Humor spar­ten). In bei­den Fäl­len musste ich mei­nen Lesern aber das Foto eines Spar­stifts erspa­ren, da ich kei­nen hatte.

Sparbeitrag

Mein Kol­lege H. war jedoch so freund­lich, mir zwei Exem­plare des Spar­stifts1 nebst Minen zum Foto­gra­fie­ren zu über­las­sen. Danke! – Dass er mir die Stü­cke nicht ver­kau­fen möchte, finde ich gut, denn so kann ich sparen.

  1. Stimmt, einer davon ist kein Spar-, son­dern ein Ste­no­gramm­stift und die Minen pas­sen weder zum einen noch zum ande­ren, doch ich erspare mir jetzt, auf diese Details ein­zu­ge­hen.

„Potloden & Puntenslijpers“ (2)

Als ich von dem Buch „Pot­lo­den & Pun­ten­sli­j­pers“ („Blei­stifte & Spit­zer”) von Paul Dirks und Toon Kes­sels erfah­ren habe, war mir klar: Das muss ich haben. Durch die Hilfe mei­nes Lesers Wow­ter aus den Nie­der­lan­den kam ich dann auch beson­ders schnell an die­sen Titel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Das etwa 27 × 11 cm große Buch, erschie­nen 2012 bei Pic­tures Publishers, zeigt auf 128 durch­ge­hend far­bi­gen und üppig bebil­der­ten Sei­ten die rei­che Welt des Blei­stifts, wobei der Schwer­punkt auf älte­ren Stü­cken liegt.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Den ein­lei­ten­den Wor­ten zu Stylus, Rohr und Feder fol­gen die Geschichte des Blei­stifts (natür­lich mit dem Ur-​Bleistift von Con­rad Ges­ner aus der Mitte des 16. Jahr­hun­derts) und sei­ner Her­stel­lung, vor allem der kera­mi­schen Mine, und der indus­tri­el­len Fertigung.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Nach Farb­stif­ten geht es kurz zu Fallminen- und Füll­stif­ten und anschlie­ßend zu den Spit­zern. Freunde der „Gra­nate“ sowie und des Janus 4046/​4048 sehen hier gleich meh­rere Vari­an­ten ihres bevor­zug­ten Zube­hörs, aber auch Lieb­ha­ber ver­spiel­ter Modelle kom­men auf ihre Kosten.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Auch Ver­pa­ckun­gen und Mäpp­chen ist ein Kapi­tel gewid­met, ebenso der Schie­fer­ta­fel und dem Grif­fel sowie beson­de­ren Blei­stif­ten wie z. B. dem Ball­stift. – Rekla­me­ma­te­rial gibt es zwar an vie­len Stel­len zu bestau­nen, bekam jedoch zusätz­lich ein eige­nes Kapitel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Den Abschluss machen Kurz­por­traits der Fir­men Staedt­ler, Schwan, Faber-​Castell, Lyra, Caran d’Ache, Koh-​I-​Noor Hardt­muth und Bruynzeel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Das faden­ge­hef­tete Buch, des­sen Gestal­tung ich sehr gelun­gen finde, hat einen fes­ten Ein­band und kos­tet 14,95 Euro; es ist nur direkt beim Ver­lag erhält­lich. Allen Bleistift-​Liebhabern sei der Kauf ans Herz gelegt, auch denen, die (so wie ich) des Nie­der­län­di­schen nicht mäch­tig sind, denn allein schon die Fotos loh­nen die Anschaffung.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Danke an Wow­ter für seine Hilfe bei der Beschaf­fung die­ses sehr schö­nen Buches und an Corné de Kei­j­zer von Pic­tures Publishers für die Geneh­mi­gung zur Reproduktion!

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte“

Mit einer in mei­nen Augen geschmack­vol­len Post­karte bewarb das Ver­sand­haus M. Lie­ber­mann in Ber­lin die Schwan-​Stifte im All­ge­mei­nen und den Blei­stift „Alde­ba­ran“ im Beson­de­ren und bot gleich­zei­tig die Mög­lich­keit der kom­for­ta­blen Bestellung.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Die Vor­der­seite der wohl gut 100 Jahre alte Karte zeigt den 30 Meter gro­ßen „Aldebaran“-Bleistift, der 1906 den Stand der Schwan-​Bleistift-​Fabrik auf der Baye­ri­schen Lan­des­ge­wer­be­aus­stel­lung in Nürn­berg zierte (siehe auch hier und da).

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Oben rechts gibt es eine kleine Beson­der­heit, und zwar ein Y mit Trema: Das dia­kri­ti­sche Zei­chen ¨ gemahnt an die Aus­spra­che des Y als „ij“. – Mit der gol­de­nen Medaille wurde das Unter­neh­men als ein­zi­ges sei­ner Bran­che auf der ers­ten Lan­des­sau­stel­lung im Jahr 1882 ausgezeichnet.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Der Text auf der Rück­seite ist in einem mir unbe­kann­ten Jugendstil-​Font gehal­ten, neben dem „Post­karte“ in gebro­che­ner Schrift fast wie ein Fremd­kör­per wirkt. – Das „gefl.“ steht natür­lich für das ver­al­tete amts­sprach­li­che „geflis­sent­lich“ und meint „freund­lich“.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Hier auch zu sehen: Die Prä­gung der Karte.

Für mich ein sehr schö­nes Stück Bleistiftgeschichte!

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Technisches Zeichnen (2)

Geschichte und Ästhe­tik der tech­ni­schen Zeich­nung fas­zi­nie­ren mich, und alte Lehr­bü­cher die­ses The­mas üben einen beson­de­ren Reiz auf mich aus. Klar, dass ich bei die­sem Titel zu­greifen musste.

Technisches Zeichnen

Der Zir­kel des Schutz­um­schlags fin­det sich im Druck auf dem Lei­nen­ein­band wieder:

Technisches Zeichnen

Beson­ders span­nend finde ich die Abschnitte zu den Werk­zeu­gen, vor allem den Bleistif­ten. Hier ein Aus­schnitt des Kapi­tels „Zei­chen­blei­stifte“:

Technisches Zeichnen

Die For­mu­lie­rung „Nicht so, son­dern so!“ schreit natür­lich nach einer (leicht bear­bei­te­ten) Ausschnittsvergrößerung:

Technisches Zeichnen

(Spit­zen wie die zweite von rechts schnit­ten Spit­zer wie z. B. der Koh-​I-​Noor № 1000.) Albert Bach­mann, Richard For­berg: Tech­ni­sches Zeich­nen. Leip­zig: B.G. Teub­ner Verlags­gesellschaft, 13. Auf­lage 1960.

Und weil es gerade herumlag:

Technisches Zeichnen

Kurt Rabe, Hans Steinke: Das tech­ni­sche Zeich­nen. Leip­zig: Fach­buch­ver­lag Leip­zig, 9. Auf­lage 1956.

Siehe dazu auch:

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