CARL

Paperworld 2010 (1)

Am Diens­tag schloss die dies­jäh­rige „Paper­world“ in Frankfurt/Main ihre Pfor­ten; hier ein paar kurze und selbst­ver­ständ­lich sehr sub­jek­tive Noti­zen zu eini­gen der Ein­drü­cke, die ich bei mei­nem Besuch sam­meln konnte. – Die Kürze mei­nes zwei­tei­li­gen Berichts bitte ich zu ent­schul­di­gen; mir fehlt zur Zeit die Muße für detal­lier­tere Ausführungen.

Dies­mal nicht ver­tre­ten waren Pen­tel, Mitsubishi/uniball und Schwan-STABILO – drei Unter­neh­men, deren aktu­elle Palette ich mir gerne ange­schaut hätte (bei letz­te­rem wären sicher die 1,4-mm-Varianten des EASY­ergo zu sehen gewesen).

Holzgefasste Farbstifte von LAMY

Eine Über­ra­schung gab es bei LAMY, denn der für hoch­wer­ti­ges Schreib­ge­rät bekannte Her­stel­ler hat ab Mitte April auch holz­ge­fasste Farb- und Blei­stifte im Sor­ti­ment. Die für Kin­der ab 3 Jah­ren gedachte Serie „3plus“ hat einen qua­dra­ti­schen Quer­schnitt, eine 10 mm dicke Mine und wird in sechs Far­ben erhält­lich sein, wäh­rend es die drei­flä­chi­gen Stifte der Serie „4plus“ in zwölf Far­ben und 6,25 mm star­ker Mine geben soll; die Serie „plus“ umfasst 24 Far­ben sowie – ebenso wie „4plus“ – einen Blei­stift. Der matte Lack der in mei­nen Augen geschmack­voll gestal­te­ten Stifte fühlt sich ange­nehm an, und bei einem schnel­len Test vor Ort mach­ten sowohl die Minen als auch die Ver­ar­bei­tung einen sehr guten Eindruck.

Bei Carl fiel mir Kur­bel­spitz­ma­schine CP-100 auf; sie ist bau­gleich zur DE-100, wird aber in sechs ver­schie­de­nen Far­ben ange­bo­ten. Inter­es­sant ist, dass Carl die Pro­dukte auch direkt ver­kauft und welt­weit verschickt.

Bleistiftzubehör von Standardgraph

Jetzt noch mehr Blei­stift­zu­be­hör bie­tet Stan­dard­graph an, dar­un­ter far­ben­frohe, wei­che Griffe und zwei Aus­füh­run­gen eines Ver­län­ge­rers. – Wei­tere Uten­si­lien zeigte der Anbie­ter KUM, der mit dem „Pen­Cut“, einer Schere im Stift-Format, ein wei­te­res Pro­dukt von Ray­may ver­treibt (im letz­ten Jahr wurde der Zir­kel „Pen­Pass“ prä­sen­tiert). Hinzu kamen außer­dem „Scribble“, eine Kappe mit inte­grier­tem und ver­schließ­ba­rem Spit­zer, und der ergo­no­misch geformte „Satt­ler Grip“.

Karte mit abtrennbarem Bleistift

Seine pfif­fige Idee, eine 85 × 80 mm große Karte mit abtrenn­ba­rem Blei­stift, prä­sen­tierte der Erfin­der Karl-Heinz Bosch. Im unte­ren Teil sei­ner „snap-note“ befin­det sich eine knapp 1,5 mm lange und 0,9 mm dicke Mine, die sich durch den gefal­te­ten Kar­ton recht gut hal­ten und für eine kurze Notiz nut­zen lässt.

Faber-Castell stellte radier­bare und in zwei Durch­mes­sern erhält­li­che Farb­krei­den im „Grip“-Design vor, bot aber bedau­er­li­cher­weise keine Test­mög­lich­keit. Eber­hard Faber, seit 1. Januar Teil von Faber-Castell, kün­digte die „WINNER“-Reihe an, zu denen neben Farb­stif­ten auch der dicke „Tri-Winner“ gehört; die­ser ist einer der Nach­fol­ger des „Tricki Dicki“.

Eberhard Faber „WINNER”

Im zwei­ten Teil gibt es Neu­ig­kei­ten von STAEDTLER und LYRA.

Spitzentechnik

Spitzentechnik

Mecha­nik im Innern der Kur­bel­spitz­ma­schine Carl Decade DE-100 (zum Ver­grö­ßern anklicken)

Als inves­ti­ga­ti­ver Blog­ger werde ich nicht müde, mei­nen wer­ten Leser­schaft Ein­bli­cke der nicht all­täg­li­chen Art zu ermög­li­chen. Heute geht es ans Ein­ge­machte ins Innere eines hier oft und gern genann­ten Geräts, und zwar der Kur­bel­spitz­ma­schine Decade DE-100 des japa­ni­schen Anbie­ters Carl. Gleich zwei­mal, näm­lich sowohl am hei­mi­schen als auch am dienst­li­chen Schreib­tisch ver­tre­ten fräst sie mir täg­lich und uner­müd­lich sau­bere Lang­ko­nen an die unter­schied­lichs­ten Blei­stifte, die bis zu 9 Mil­li­me­tern dick sein dür­fen und scho­nend, da gum­mi­ge­pols­tert gehal­ten wer­den, und lie­fert dabei stets her­vor­ra­gende Ergeb­nisse. Im Bild das Herz der Maschine, die sich mit ihrem Funk­ti­ons­prin­zip nicht von den ande­ren Spitz­ma­schi­nen unter­schei­det, aber sorg­fäl­ti­ger arbei­tet als alle ihre Kon­kur­ren­ten, die mir bis jetzt unter­ge­kom­men sind. – Anlass für die­ses Foto war eine Ergän­zung des Bei­trags über den STAEDTLER WOPEX.

Dahle 133

Die meis­ten auf dem Markt erhält­li­chen manu­el­len Spitz­ma­schi­nen packen den Stift mit blan­ken, manch­mal sogar gezack­ten Metall­ba­cken und hin­ter­las­sen dabei unschöne Spu­ren am Schaft; selbst die sehr teu­ren Maschi­nen von El Casco grei­fen so zu (wenn auch mit gerin­ge­ren, aber noch gut sicht­ba­ren Schä­den). Eine löb­li­che Aus­nahme sind die bei­den Geräte von Carl, deren Klem­mun­gen mit Gum­mi­auf­la­gen ver­se­hen sind und den Stift daher nicht beschä­di­gen. Sie eigen sich jedoch nur für Stifte mit einem Durch­mes­ser von maxi­mal 8 Mil­li­me­tern und sind hier­zu­lande lei­der nicht erhältlich.

Dahle 133

(Bil­der zum Ver­grö­ßern anklicken)

Bis­her ent­gan­gen war mir die Dahle 133, auf die mich kürz­lich Pen­cil Anna hin­wies. Diese Maschine ver­fügt über (so der Her­stel­ler) „stift-schonende Soft-Klemmbacken“, hält den Stift also eben­falls gum­mi­ge­pols­tert. Sie spitzt Blei- und Farb­stifte mit einem Durch­mes­ser von bis zu 11,5 Mil­li­me­tern (!), erlaubt die stu­fen­lose Ver­stel­lung der Spit­zen­form, bie­tet einen auto­ma­ti­schen Spitz­stopp und kommt mit einer Tisch­zwinge. Mit den Gerä­ten von Carl teilt sie eine Beson­der­heit: Die Stift­auf­nahme wird beim Her­aus­zie­hen arre­tiert und beim Beginn des Spitz­vor­gangs auto­ma­tisch ent­rie­gelt, was die Hand­ha­bung vereinfacht.

Dahle 133

STABILO GRE­EN­graph, Eber­hard Faber Tricki Dicki, Caran d’Ache Graf­wood, LYRA Super FERBY DUO, STAEDTLER Noris 120, LYRA Super FERBY Gra­phit, LYRA Schreiblern­stift, ITO-YA-Bleistift

Die Ver­ar­bei­tung der ins­ge­samt etwas klapp­rig, aber nicht unzu­ver­läs­sig wir­ken­den Dahle 133 steht hin­ter der des gut dop­pelt so teu­ren Carl Decade DE-100 zurück; zudem ist der Spä­ne­be­häl­ter ziem­lich klein. Trotz die­ser klei­nen Schwä­chen und dem nicht son­der­lich pep­pi­gen Design halte ich die Dahle 133 jedoch für eine durch­aus emp­feh­lens­werte und mit knapp 5 Euro oben­drein güns­tige Maschine, die ihren Zweck sehr gut erfüllt.

Nach­trag vom 11.5.09: Bei der Dahle 133 han­delt es sich um ein Import­mo­dell, das in glei­cher Bau­form, aber ande­ren und für mich wesent­lich attrak­ti­ve­ren Farb­ge­bun­gen auch von Möbius+Ruppert unter den Artikel-Nummern 0981 0000 (rot/schwarz) und 0981 0090 (schwarz) ver­trie­ben wird.

M+R 0981 0000

Zum Lie­fer­um­fang die­ser Spitz­ma­schi­nen gehört ein klei­nes Falt­blatt, das unge­wöhn­lich detail­reich infor­miert (zum Ver­grö­ßern anklicken):

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Faltblatt zur M+R 0981 0000

Danke an Möbius+Ruppert für die freund­li­che Geneh­mi­gung zur Repro­duk­tion des Faltblatts!

Nach­trag vom 13.5.09: Mir ist auf­ge­fal­len, dass die vier schwar­zen Gum­mi­füße sowohl der Dahle 133 als auch der M+R 0981 auf hel­lem Unter­grund Spu­ren hin­ter­las­sen; wer da emp­find­lich ist, sollte die Füße, die sich leicht lösen las­sen, durch Filz­glei­ter ersetzen.

Nach­trag vom 10.6.09: Heute hatte ich zum wie­der­hol­ten Mal das Pro­blem, dass die Dahle 133 plötz­lich nicht mehr axi­al­sym­me­trisch spit­zen wollte, wobei die Abwei­chung vom Ideal sehr deut­lich auf­fiel; mich würde nicht über­ra­schen, wenn das doch recht große ver­ti­kale Spiel zwi­schen Klem­mung und Gehäuse dafür ver­ant­wort­lich wäre. Das Dre­hen des Blei­stif­tes in der Klem­mung hat dabei so wenig gehol­fen wie das Abbre­chen der Spitze und das anschlie­ßende neue Anspit­zen; erst ein paar Umdre­hun­gen im Carl Decade DE-100 konn­ten das Pro­blem lösen.

Schrift zu Stift

Schrift zu Stift

(zum Ver­grö­ßern anklicken)

Bei einem Besuch des klei­nen, sehr inter­es­san­ten Geschäfts, das dem Gutenberg-Museum in Mainz ange­schlos­sen ist, fie­len mir diese unge­wöhn­li­chen Blei­stifte auf. Ebenso wie die Stifte von O’Bon wur­den auch diese aus dem Papier alter Zei­tun­gen her­ge­stellt, laut Anbie­ter jedoch aus­schließ­lich aus chi­ne­si­schen. Da man auf eine ein­heit­li­che Umhül­lung ver­zich­tet und statt­des­sen den Blei­stift ledig­lich trans­pa­rent lackiert hat, gleicht kei­ner dem andern; zudem kann man noch zahl­rei­che Schrift­zei­chen erkennen.

Schrift zu Stift

Der runde Zei­tungs­stift hat mit der Länge von 17,3 cm lang und dem Durch­mes­ser von 7 mm Stan­dard­maße. Die 2 mm dicke Mine ist recht hart, schreibt gut und kratzt nicht.

Schrift zu Stift

Die Ver­ar­bei­tung ist sehr ordent­lich, und so lässt sich der Blei­stift auch gut spit­zen. Sowohl die „Gra­nate“ von Möbius+Ruppert als auch der Tisch­spit­zer Carl Decade DE-100 sor­gen für eine sau­bere Spitze und hin­ter­las­sen eine glatte Oberfläche.

Schrift zu Stift

Da wur­den Zei­tungs­ar­ti­kel zu Büro­ar­ti­keln, etwas Geschrie­be­nes zu einem Schreib­ge­rät – eine Wie­der­ver­wer­tung der beson­de­ren Art, die zu einem sehr unge­wöhn­li­chen und attrak­ti­ven Blei­stift geführt hat.

STABILO GREENgraph

Heute geht es ins Grüne, und zwar mit dem GRE­EN­graph, einem neuen Schreib­ge­rät von STABILO, mit dem sich der Her­stel­ler haupt­säch­lich an seine umwelt­be­wuss­ten Kun­den richtet.

STABILO GREENgraph

Ver­pa­ckung des GRE­EN­graph 6003 (Fotos zum Ver­gößern anklicken)

Das Jelutong-Holz des FSC-zer­ti­fi­zier­ten, in Tsche­chien her­ge­stell­ten Blei­stifts stammt (so der Ver­pa­ckungs­text) aus „öko­lo­gisch und sozial vor­bildllich bewirt­schaf­te­ten Wäl­dern“. Doch damit nicht genug, denn auch beim mat­ten Lack wurde an die Umwelt gedacht, ebenso beim Kar­ton, der zu 80% aus Alt­pa­pier besteht.

STABILO GREENgraph

GRE­EN­graph 6004 (mit Radie­rer) und GRE­EN­graph 6003 (ohne Radierer)

Der mit 3 g sehr leichte Blei­stift im klas­si­schen Sechskant-Profil hat die übli­che Länge von 17,5 cm, ist mit sei­nem Durch­mes­ser von etwa 7,4 mm jedoch gering­fü­gig dün­ner als viele andere. Gemes­sen am nied­ri­gen Preis des Stifts ist die Qua­li­tät der 2,2 mm dicken und sehr bruch­fes­ten Mine, die es nur in HB gibt, recht ordent­lich. – Durch den nicht ganz glat­ten Lack ist der GRE­EN­graph ange­nehm in der Handhabung.

STABILO GREENgraph

Die gold­far­bene Zwinge des 6004 ist sau­ber ange­bracht, sitzt fest und hält den Radie­rer zuver­läs­sig. Letz­te­rer krü­melt zwar recht stark, radiert aber gut und ist dabei spar­sam im Gebrauch.

STABILO GREENgraph

Der GRE­EN­graph 6003 und die „Gra­nate“ von Möbius+Ruppert

Das helle, wei­che Holz des in Ost­asien anzu­tref­fen­den Jelutong-Baums (Dyera cos­tu­lata) lässt sich gut spit­zen, sowohl von Hand als auch im Tisch­spit­zer. Die dabei hin und wie­der auf­tre­ten­den Poren sehen nicht so schön aus, sind aber der Funk­tion des Blei­stifts nicht abträglich.

STABILO GREENgraph

Spit­zen (von oben): ab Werk, M+R „Gra­nate“, Tisch­spit­zer Carl Decade DE-100

STABILO GREENgraph

Die Kurz­nut des GRE­EN­graph 6003 (rechts: der kleine Prä­zi­si­ons­maß­stab „6½ 10“ von RUMOLD)

Die Mine des GRE­EN­graph endet etwa 28 mm vor dem Blei­stif­tende. Laut Her­stel­ler soll diese sog. Kurz­nut, die 13 mm vor dem Ende aus­läuft, dafür sor­gen, dass blei­stift­kau­ende Kin­der nur Holz, aber keine Mine in den Mund bekommen.

STABILO GREENgraph

Im Dut­zend kos­tet der Blei­stift pro Stück etwa 23 (ohne Radie­rer) bzw. 26 Euro-Cent (mit Radie­rer). Ich habe ihn über EDV-Zubehör und Büro­ver­sand Häm­pel bezo­gen, einen Ver­sender, den ich unein­ge­schränkt emp­feh­len kann.

Der STABILO GRE­EN­graph ist ein guter Alltags-Bleistift in anspre­chen­der Gestal­tung zu einem attrak­ti­ven Preis.

Nach­trag: Inzwi­schen habe ich den drit­ten GRE­EN­graph in Gebrauch, und des­sen Mine ist hin und wie­der leicht krat­zig. Eine Streu­ung in der Qualität?

LYRA Schreinerstift

LYRA Schreinerstift

Zu den zahl­rei­chen Spezial-Produkten für „Indus­tri­el­les Mar­kie­ren und Signie­ren“ des tra­di­ti­ons­rei­chen Her­stel­lers LYRA gehört neben dem Gar­den Pen auch ein Stift für das holz­ver­ar­bei­tende Gewerbe, und zwar der „Schrei­ner­stift No. 91T“.

LYRA Schreinerstift

Auch er mutet mit sei­ner sehr ein­fa­chen Gestal­tung wie ein Relikt aus alten Tagen an, feh­len doch der Strich­code und andere heute übli­che Kenn­zeich­nun­gen. Der rote, nicht ganz per­fekte Lack und die für den schwar­zen Prä­ge­druck gewählte Schrift­art ver­stär­ken die­sen Eindruck.

LYRA Schreinerstift

Der 17,5 cm lange Schrei­ner­stift aus Zedern­holz mit einem Durch­mes­ser von knapp 8 mm hat eine etwa 2,5 mm dicke Mine der Stärke 2H, wodurch er sich für den ange­streb­ten Ein­satz­zweck sehr gut eig­nen dürfte. Mit sei­ner run­den Form rollt er zwar leich­ter von der Werk­bank, aber viel­leicht trägt er sich dafür hin­term Ohr umso angenehmer.

LYRA Schreinerstift

Holz und Mine sind von hoher Qua­li­tät und las­sen sich sehr gut spit­zen, sowohl im Tisch­spitzer Carl Decade DE-100 (oben) als auch mit dem M+R 0600 (unten).

LYRA Schreinerstift

Auf mich wirkt der Schrei­ner­stift wie ein klei­nes, schö­nes Stück Vergangenheit.

Herlitz Wirtestift

An gewerb­li­che Kun­den mit spe­zi­el­len Wün­schen wen­det sich Her­litz mit dem „Wir­te­stift“, einem holz­ge­fass­ten Blei­stift, der – so der Ver­pa­ckungs­text – auf fast allen und laut Pro­duktinformation auch auf nas­sen Ober­flä­chen schreibt.

Herlitz Wirtestift

Der knapp 4 g leichte Mehrzweck-Schreiber hat mit einer Länge von 17,5 cm und einem Durch­mes­ser von gut 7,5 mm die für einen Blei­stift typi­schen Maße; das schlichte Schwarz, die graue Tauch­kappe, der weiße Ring und der sil­ber­far­bene Foli­en­prä­ge­druck sor­gen für einen har­mo­ni­schen, ästhe­ti­schen Gesamt­ein­druck. Neben dem Namen des Her­stel­lers, dem Her­stel­lungs­land und dem Buch­sta­ben “W” trägt der Stift die Auf­schrift “softblack”, doch seine 4 mm dicke Mine mit dem Här­te­grad B ist bei wei­tem nicht so weich, wie man zunächst ver­mu­ten könnte, so dass sie auch in einem Lang-Konus-Spitzer nicht abbricht.

Herlitz Wirtestift

Holz und Mine des Stifts las­sen sich vom Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 sau­ber abtra­gen, und die über­ra­schend druck­sta­bile Spitze hin­ter­lässt leicht krü­melnd einen satt­schwar­zen, etwas wach­si­gen und damit nicht wisch­fes­ten Strich, der dem ansons­ten sehr wirk­sa­men Radie­rer Tom­bow Mono nur unvoll­stän­dig weicht. – Abge­se­hen von klei­nen Uneben­hei­ten im Lack und gering­fü­gi­gen Unre­gel­mä­ßig­kei­ten beim Foli­en­prä­ge­druck sind Material- und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät des in Gren­zen was­ser­ver­mal­ba­ren Schreib­ge­räts recht ordentlich.

Herlitz Wirtestift mit Radierer Tombow Mono und Whitelines-Block

Her­litz Wir­te­stift mit Radie­rer Tom­bow Mono und White­li­nes-Block

Meine Ver­su­che, mit dem Wir­te­stift auf glat­ten und nas­sen Ober­flä­chen zu schrei­ben, waren weit­ge­hend erfolg­los: Ob Metall, Glas, Kera­mik oder Kunst­stoff – auf kei­nem der getes­te­ten Mate­ria­lien wollte die Farbe zuver­läs­sig haf­ten, und auch das Anfeuch­ten der Spitze hat kaum gehol­fen. Einen kon­kre­ten Ein­satz­zweck für den Wir­te­stift, in dem die­ser ande­ren Schrei­bern über­le­gen ist, kann ich daher lei­der nicht sehen. – Die Blis­ter­pa­ckung mit zwei Dut­zend Wir­te­stif­ten, die der Her­stel­ler in sei­nem Kata­log für den gewerb­li­chen Büro­be­darf in der Rubrik „Gas­tro­no­mie“ auf­führt, kos­tet knapp 9 Euro, ein Stift also 37 Euro-Cent.

Spitzer spitzen (2)

Als Lieb­ha­ber des lan­gen Konus und Jäger der spit­ze­ren Spitze habe ich mich sehr über den Gehäu­se­spit­zer von Tom­bow gefreut, mit dem mich kürz­lich Ste­phen von pen­cil talk über­rascht hat.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Der Tombow-Spitzer trägt auf der Rück­seite die Kenn­zeich­nun­gen „SM-200WN“ sowie „MADE IN JAPAN“, wobei die Zahl „200“ ein­ge­rahmt ist und damit an die in Japan wohl übli­che Preis­an­gabe erin­nert. Er misst 42 × 32 × 24 Mil­li­me­ter, wiegt 11 Gramm und liegt gut in der Hand; die Klin­gen schnei­den sehr sau­ber und der Deckel schließt zuver­läs­sig. Die Form des Spit­zers ist unge­wöhn­lich, erin­nern seine Sei­ten doch an ein Parallelogramm.

Beschriftung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Beschrif­tung auf dem Deckel des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Ich kann lei­der nicht den gan­zen Text auf dem Deckel des Spit­zers lesen – ledig­lich えんぴつ (enpitsu), Blei­stift –, ver­mute aber, dass er sich auf den Ein­satz der zwei ver­schie­de­nen Spitz­ko­nen bezieht. Dank die­ser ist er für Blei- und Farb­stifte glei­cher­ma­ßen geeig­net, wobei man die bruch­emp­find­li­che­ren Minen der Farb- und der sehr wei­chen Blei­stifte zweck­mä­ßi­ger­weise mit der kür­ze­ren Klinge in Form bringt.

Die beiden Spitzkonen des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow

Die bei­den Spitz­ko­nen des Doppel-Gehäusespitzers von Tom­bow (Ras­ter­weite 5 mm)

Das Maß aller Langkonus-Dinge sind für mich die „Long Point“-Spitzer des frän­ki­schen Her­stel­lers KUM, ganz beson­ders das Modell 400 („Metal Stenograph“).

KUM Long Point 400, Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

KUM Long Point 400 (inten­siv genutzt), Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Eine Gegen­über­stel­lung zeigt deut­lich, dass der Gehäu­se­spit­zer von Tom­bow fast an den KUM Long Point 400 herankommt:

Spitzkonen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tombow (rechts)

Spitz­ko­nen des KUM Long Point 400 (links) und des Doppel-Gehäusespitzers von Tom­bow (rechts)

Auch im Ver­gleich mit ande­ren wie z. B. der Elektro-Spitzmaschine Dahle 230 oder dem her­vor­ra­gen­den Tisch-Spitzer Carl Decade DE-100 schnei­det das Modell von Tom­bow sehr gut ab.

Spitzkonen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230, Carl Decade DE-100

Spitz­ko­nen (von links nach rechts): Tombow-Gehäusespitzer, KUM Long Point 400, Dahle 230,
Carl Decade DE-100 (man beachte das außer­ge­wöhn­lich axi­al­sym­me­tri­sche und leicht kon­kave Spit­z­er­geb­nis des letzteren)

Ich konnte nicht her­aus­fin­den, ob die­ser Spit­zer oder Ersatz­klin­gen für ihn noch erhält­lich ist, und bin daher für sach­dien­li­che Hin­weise sehr dankbar.

Doppel-Gehäusespitzer von Tombow

Doppel-Gehäusespitzer von Tom­bow
(hier deut­lich zu sehen: die par­al­le­lo­gramm­för­mi­gen Seiten)

Vie­len Dank an Ste­phen von pen­cil talk für den Tombow-Spitzer sowie an isu von the uncom­for­ta­ble chair, der die­sen Spit­zer fast zeit­gleich zu mir auf die Reise geschickt hat, doch die­ses Exem­plar ist bedau­er­li­cher­weise unter­wegs verlorengegangen.

Nach­trag: Der Tombow-Katalog 2008 führt die­sen Spit­zer mit der Arti­kel­be­zeich­nung KSA-121 in der Rubrik „Children’s Sta­tio­nery & Cha­rac­ter“ auf; erhält­lich ist er in vier Far­ben (schwarz, blau rot und im hier gezeig­ten rosa) für jeweils 210 Yen. – いろ (iro) steht hier für „Farbe“, und so ist der rechte Spitz­ko­nus tat­säch­lich für Farb­stifte gedacht.

Nach­trag vom 21.4.09: Eine Alter­na­tive zum hier­zu­lande nicht erhält­li­chen KSA-121 ist der Dop­pel­spit­zer von „PAPER and more“.

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