Archiv des Stichworts „Farbstifte”

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Paperworld 2009 (2)

Dienstag, 3. Februar 2009

Um mir die Wartezeit bis zum April – denn erst dann kommt der LYRA COLORSTRIPE in den Handel – etwas zu verkürzen, habe ich am Stand des Herstellers noch einmal ganz ge­nau hingeschaut. Neben 16 Einzelfarben gibt es fünf im Design abgestimmte Dosenspitzer sowie Kartonetuis mit 8 und (nicht im Bild) 16 Farben; beide Sets enthalten einen Spitzer aus Kunststoff.

Paperworld 2009

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Mit meiner Bitte um Muster hatte ich Erfolg, und so gibt es hier demnächst mehr zu die­sem ungewöhnlichen Farbstift, der den diesjährigen iF Product Design Award erhielt und ebenso wie der GROOVE von formidable gestaltet wurde. – Eine Graphitvariante ist übri­gens nicht im Sortiment.

KUM hat den Vertrieb des Penpass übernommen, doch zu meiner großen Verwunderung gibt es hier lediglich das Modell mit Klemmvorrichtung für eine Mine; die in meinen Augen erheblich bessere Druckbleistift-Ausführung ist in Deutschland leider nicht erhältlich.

Faber-Castell offeriert Schreibgeräte mit Pferdestärken, nämlich einen Füllfederhalter, des­sen Schaft zum Teil aus geflochtenem Rosshaar besteht.

Paperworld 2009

Wer ein eigenes Ross hat und diesem einen 2 bis 3 cm dicken und 30 bis 40 cm langen Haarbüschel abzwackt, kann sich den „Pen of the Year 2009″ individuell anfertigen lassen. Die Erfüllung dieses speziellen Wunsches dauert 9 bis 12 Monate und schlägt mit etwa 5000 Euro zu Buche.

Paperworld 2009

Danke an Stephen für den Hinweis auf dieses äußerst ungewöhnliche Produkt – ich wäre ansonsten daran vorbeigaloppiert.

Der für sehr hochwertige und preiswerte Spitzer bekannte Hersteller M+R (Möbi­us+Ruppert) aus dem fränkischen Erlangen hat seine Palette deutlich vergrößert. Mit dabei ist jetzt auch ein farbenfroher Dreifach-Dosenspitzer für Blei-, Bunt- und Jumbostifte, den ich am liebsten gleich mitgenommen hätte.

Als sehr zufriedener Benutzer einer klappbaren Schere von Fiskars habe ich auch den Stand dieses Herstellers besucht. Die Vielfalt war beeindruckend und die Präsentation freundlich – ich gebe zu, dass ich unter solchen Umständen gerne der Werbung zum Opfer falle und mich bei der nächsten anzuschaffenden Schere zuerst im Sortiment von Fiskars umschaue.

In Kürze gibt es noch etwas zum erweiterten Druckbleistift-Programm von STAEDTLER, das jetzt auch zwei hochwertige Modelle umfasst, die es bisher nur in Japan gab.

Paperworld 2009 (1)

Montag, 2. Februar 2009

Ein kleiner Ausflug nach Frankfurt/Main führte mich zur Paperworld 2009, die – so der Veranstalter – „internationale Leitmesse für alle Handelsformen der Bürowirtschaft”. Hier ein paar Notizen.

LAMY und Herlitz waren überraschenderweise nicht vertreten, dafür aber bekannte Namen aus Japan wie z. B. OHTO, Uchida und Platinum, die jedoch (noch?) keinen deutschen Vertrieb für ihre sehr interessanten Produkte haben. Verwundert hat mich auch die Antwort, die ich am Stand des Herstellers PLUS aus Japan auf meine Frage nach dem äußerst praktischen Schnellhefter, dessen Dicke sich an den Inhalt anpassen lässt, erhielt: „For some reason we don’t display it.” Selbstverständlich war Koh-I-Noor ebenfalls vertreten, wenn auch plötzlich “very busy”, als ich mich als “end-user” zu erkennen gab – sehr schade, erst recht angesichts des Umstands, dass ich auf meine Anfragen beim Hauptsitz nach Bezugsquellen keine Antwort bekam.

War es bisher ziemlich schwierig, den pfiffigen Minenspitzer von Gedess hierzulande zu bekommen, so ist das Problem nun gelöst, denn Standardgraph vertreibt ihn jetzt. Nahezu magisch angezogen hat mich der „Showroom” von uni, in dem ich von außen eine Präsentation der neuen Druckbleistift-Minen der „Nano Dia”-Serie erspähen konnte. Bedauerlicherweise ließ man mich nicht hinein, tröstete mich jedoch mit einem Kuru Toga. Pentel bietet nun auch in Deutschland den Graph 600 und den Graph 1000 an; neu im Programm sind u. a. Stiftradierer mit Druckmechanik und dreieckigem sowie quadratischem Querschnitt.

Paperworld 2009

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Einen sehr guten Eindruck machte auf mich eine futuristisch gestaltete Spitzmaschine von Westcott, die mit Bleistiften sehr unterschiedlicher Dicken umgehen kann. Sie ist mit zwei Fräsern und einem Saugnapf ausgestattet; zum einfachen Leeren des Behälters kann das Oberteil entriegelt und abgenommen werden. Die Befestigung mit dem Saugnapf ist notwendig, da man den zu spitzenden Stift hineindrücken muss und daher keine Hand zum Halten des Spitzers mehr frei hat. Diese ungewöhnliche Maschine, die nicht nur wegen ihrer an eine Wählscheibe erinnernden Front ein echter Hingucker ist, muss unbedingt auf meinen Schreibtisch!

Paperworld 2009

Auch hatte ich Gelegenheit, die etwa 300 Euro teure Spitzmaschine El Casco M-430 CN näher zu betrachten. Diese wird ebenfalls mit einem Saugnapf am Tisch befestigt, was aber kein Extra, sondern (wie beim Gerät von Westcott) nötig ist, da es keinen Vorschub für den Bleistift gibt. Eine dreiteilige, gefederte Metallklammer zentriert den Stift und hinterlässt dabei nur geringfügige Spuren.

Paperworld 2009

Die Schublade, so sagte man mir, sei etwas krumm, da sie aus einem Stück Metall getrieben würde; dies mache es auch unmöglich, sie bei Verlust einfach auszutauschen. Sollte die Schublade einmal verlorengehen, so müsse die ganze Maschine eingeschickt und eine neue eingepasst werden.

Paperworld 2009

Das verstellbare Werk bietet vier Einstellungen, wobei die feinste eine äußert lange und konkave Spitze produziert. Doch so schön das Ergebnis auch sein mag: Mich erinnert der Spitzer eher an die Maschinen von Rube Goldberg und William Heath Robinson als an ein Gerät des täglichen Gebrauchs.

Paperworld 2009

Ein Highlight bei LYRA war neben dem GROOVE die COLORSTRIPE-Serie, bei der die Mine nicht zentriert im Stift sitzt, sondern bis an eine der drei Kanten des Stifts geht.

Paperworld 2009

STABILO hat mit dem EASYgraph und den EASYcolors nun auch Blei- und Farbstifte mit Griffmulden wie beim LYRA GROOVE im Programm; diese sollen Ende des Jahres in die Läden kommen. Die Pressemitteilungen „STABILO EASYcolors und STABILO EASYgraph: Beste Bedingungen für einen leichten Schulstart” sowie „Ergonomische Einschätzung des STABILO EASYcolors” informieren über die Ergonomie der unterschiedlichen, durch farbige Enden gekennzeichneten Versionen für Links- und Rechtshänder. Ebenfalls neu auf dem deutschen Markt ist die komplette „Exam Grade”-Reihe, die neben dem Bleistift „micro 288″ in den Härtegraden HB und 2B einen Dosenspitzer sowie einen sehr guten schwarzen Radierer in zwei Größen umfasst.

Eine echte Sensation zeigte STAEDTLER mit dem WOPEX (Wood Pencil Extrusion), einem Bleistift, der aus drei Sorten Granulat für Mine, Korpus und Oberfläche im Extruder gefertigt wird.

Paperworld 2009

Das Material für den Korpus besteht zu 70% aus einheimischer Fichte zertifizierter, nachhaltig bewirtschafteter Wälder und ist sehr dicht, was sich in einem höheren Gewicht des Bleistifts ausdrückt. Das besondere Herstellungsverfahren sorgt zudem für eine homogene Struktur, die das Spitzen einfacher machen soll.

Paperworld 2009

Die rutschfeste Oberfläche des lösungsmittelfrei produzierten WOPEX fühlt sich samtig und im Gegensatz zu anderen Stiften mit ähnlicher Beschichtung nicht klebrig an.

Paperworld 2009

Die Mine hat eine saubere Abgabe und das Schreibgefühl ist sehr gut. – Leider kommt dieser interessante Bleistift erst im vierten Quartal des Jahres in die Läden, und so wurden die wenigen Vorzeige- und Testexemplare aufs schärfste bewacht. Im Interesse meines Wohlbefindens habe ich auch darauf verzichtet, einen Spitzer zu zücken und ihn am WOPEX anzusetzen ;-)

Nachtrag vom 7.2.09: WoodChuck vom Timberlines-Blog konnte mit dem Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von STAEDTLER sprechen und weiß zu berichten, dass es den WOPEX, der holzgefasste Bleistifte nicht ersetzen, sondern ergänzen soll, in den Härtegraden H, HB und B geben wird.

LYRA GROOVE

Samstag, 20. Dezember 2008

LYRA GROOVE

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Um ihre Stifte rutschfest und griffiger zu machen, bringen viele Hersteller etwas auf oder an, doch LYRA in Zusammenarbeit mit formidable lässt bei den Stiften der neuen Serie „GROOVE” einfach etwas weg: Runde Griffmulden im Holz sorgen für sicheren Griff und ein ungewöhnliches, attraktives Äußeres der Blei- und Farbstifte.

LYRA GROOVE

Neben 24 Farbstiften und einem Bleistift mit dem Härtegrad B gehören passend gestaltete Doppelspitzerdosen und Einfachspitzer in jeweils sechs Farben zum „GROOVE”-Programm. Die Spitzer arbeiten erfreulicherweise mit austauschbaren Standardklingen, sind aber leider nicht für Linkshänder verfügbar. Dies ist recht schade angesichts des Umstands, dass die Anordnung der Mulden auch Linkshändern einen ergonomisch vorteilhaften Griff bietet.

LYRA GROOVE

Die 17,5 cm langen, dreiflächigen „GROOVE”-Stifte sind 10 mm dick und haben 4,5 mm starke Minen; ein 20 × 6 mm2 großes Schriftfeld erlaubt die individuelle Kennzeichnung. Die insgesamt 24 Griffmulden – 8 auf jeder Seite – sind versetzt über eine Länge von 10 cm angebracht. Mit einem Radius von 7 mm und einer Tiefe von 1 mm passen sie sich den Fingern der kleinen Kinderhände gut an.

Neben den üblichen Kennzeichnungen wie Artikelnummer, Strichcode und EAN findet sich der Aufdruck “GERMANY” auf den in Deutschland aus Zedernholz hergestellten Stiften.

LYRA GROOVE

Holz, Minen und Verarbeitung der Stifte sind von hoher Qualität: Der sehr gleichmäßige, naturbelassene Lack, der sorgfältige Aufdruck und die präzise eingebrachten Griffmulden verleihen den Stiften ein exzellentes Äußeres. Dies und die brillanten Farben sowie die glatte, saubere Abgabe machen diese Blei- und Farbstifte rundherum empfehlenswert.

LYRA GROOVE

Der „GROOVE” wurde „Produkt des Jahres 2008 im Bereich Schul- und Privatbedarf” der pbs Industrie.

Farbstifte en miniature

Dienstag, 2. Dezember 2008

Farbstifte en miniature

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Gerade einmal so lang wie ein Streichholz sind diese winzigen Farbstifte des japanischen Herstellers Eyeball, mit denen man tatsächlich noch malen und schreiben kann, auch wenn bei einer Länge von 45 mm und einem Durchmesser von 4 mm die Handhabung natürlich nicht mehr ganz so leicht fällt.

Farbstifte en miniature

Das 5,5 x 5 cm große Kunststoff-Etui mit den zwölf Farb-Zwergen, in denen 2 mm dicke Minen stecken, passt auch in die kleinste Tasche und sorgt für große Aufmerksamkeit.

Vielen Dank an isu von the uncomfortable chair für diese ungewöhnlichen Farbstifte!

Bunte Überraschung aus der Rhön

Dienstag, 22. Juli 2008

Mit einer interessanten und farbenfrohen Überraschung von der Wasserkuppe in der Rhön wartete heute früh mein vielseitiger und naturverbundener Kollege H. auf: Aus einem der kleinen Läden auf dem Gipfel hatte er mir zwei sehr kräftige Stifte aus unterschiedlichen, gänzlich naturbelassenen Hölzern mit dicken Minen in rot und grün mitgebracht.

Bunte Überraschung aus der Rhön

Die zwei rustikalen, etwa 15 cm langen Schreiber mit 2 und 2,5 cm Durchmesser bieten Auge und Hand, die beide an sehr gleichmäßig geformte Schreibgeräte gewöhnt sind, eine angenehme Abwechslung. Auch wenn die urigen Stifte nicht zum Gebrauch im Alltag, sondern wohl eher als Dekoration gedacht sind, so macht es doch Spaß, sie zu benutzen.

Bunte Überraschung aus der Rhön

Der leichte wachsähnliche Glanz der 9 mm dicken Minen täuscht, denn sie sind recht hart und haben eine etwas ungleichmäßige Abgabe; dies passt jedoch ebenso gut zum rauhen Gesamteindruck wie die unregelmäßigen, vom Messer geformten Spitzen. – Auf weitere Tests und damit auch das Anspitzen habe ich verzichtet, da ich die guten Stücke in ihrer schönen Form belassen wollte.

Bunte Überraschung aus der Rhön

Ich weiß leider nicht, wie die Farbminen in das Holz eingebracht und darin fixiert wurden, denn im Gegensatz zu ihren industriell gefertigten Pendants bestehen diese Stifte nicht aus zwei Hälften, sondern aus einem Stück. Hat man den sehr guten Formschluss eventuell mit Wärme erzielt?

Bunte Überraschung aus der Rhön

Bei der Bestimmung der verwendeten Hölzer bin ich unsicher: Das dickere könnte Weide sein und das dünnere junge Buche, aber vielleicht auch Haselnuss, wie ich heute noch hören konnte. Kann meine geschätzte Leserschaft vielleicht etwas dazu sagen?

Bunte Überraschung aus der Rhön

Und ganz nebenbei hat mein Wunsch, diese ungewöhnlichen Farbstifte im passenden Umfeld zu präsentieren, auch noch für einen angenehmen Feierabendspaziergang in einem in die Abendsonne getauchten Waldstück bei Bickenbach an der Bergstraße gesorgt.

Eberhard Faber Landkartenstift (2)

Samstag, 21. Juni 2008

Eberhard Faber Landkartenstifte

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Noch bevor ich näheren Informationen zu dem hier kürzlich gezeigten Landkartenstift des Herstellers Eberhard Faber finden konnte, hatte ich (sensibilisiert durch diesen Hinweis) das Glück, eine mit „No. 541″ gekennzeichnete farbige Variante dieses ungewöhnlichen Stifts aus der Elektrobucht fischen zu können.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Die flache Blechschachtel, deren Deckel außen und innen beklebt ist, enthält sechs runde Stifte, die 17,5 cm lang sind (bzw. waren), einen Durchmesser von 7,5 mm haben und über 4 mm dicke Minen verfügen. Bis auf einen, der leicht gekrümmt ist, sind alle gut erhalten. Während zwei nahezu unbenutzt wirken, wurden die anderen vier vermutlich mit einem Messer gespitzt. Bemerkenswert ist, dass der in diesem Set enthaltene schwarze Stift die gleiche Nummer trägt wie der vor kurzem besprochene (nämlich 541/29), im Gegensatz zu diesem jedoch lackiert ist. Die Minen dieser beiden schwarzen Stifte ist zu­dem etwas wachsiger als die der anderen.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Eberhard Faber Landkartenstifte

Die Stifte schreiben bis auf den schwarzen recht rauh und haben einen vergleichsweise starken Abrieb, sind aber, wie es auf der Schachtel heißt, radierbar (auch wenn dies nur in Grenzen und nicht für alle Farben in gleichem Maße gilt). Die Abwaschbarkeit konnte ich nicht bestätigen; ich vermute, dass diese einen besonderen Zeichen-Untergrund voraus­setzt oder sich auf die Haut bezieht.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Radierbarkeit der Landkartenstifte (oben: STAEDTLER Mars plastic, unten: Pilot Foam Eraser)

Gerne hätte ich hier das eine oder andere historische Detail genannt und so etwas Licht in das Dunkel um den Landkartenstift gebracht, doch leider war meine Suche bis jetzt nicht von Erfolg gekrönt. Das Deutsche Historische Museum in Berlin, das diese Stifte in der Rubrik „Alltagskultur” führt, datiert sie auf 1933 bis 1945, macht aber keine Angaben zum ursprünglichen Verwendungszweck (auf meine Anfrage habe ich bis heute keine Antwort erhalten). So musste ich mich hier auf die reine Darstellung beschränken und hoffe nun auf einen nützlichen Hinweis von meiner geschätzten Leserschaft.

Eberhard Faber Landkartenstifte

Bei der topografischen Karte im Hintergrund handelt es sich um das Blatt Lauterbach, be­arbeitet durch das hessische Katasteramt 1909.

Let's talk about pencils

Donnerstag, 19. Juni 2008

Leadholder

Den meisten Liebhabern mechanischer Bleistifte dürfte Dennis B. Smith ein Begriff sein, ist doch sein äußerst attraktives Online-Museum Leadholder mit unzähligen Fotos und Scans eine der reichhaltigsten Quellen zu Kultur und Geschichte besonders der Fallminen-, aber auch der Druckbleistifte.

Leadholder Forum

Seit einiger Zeit bietet er nun mit dem Leadholder Forum allen englischsprechenden Gleich­gesinnten unter dem Motto „Let's talk about pencils” eine vielseitige Plattform zum Gedanken- und Informationsaustausch. Ob die Präsentation der eigenen Schätze, der Hilferuf bei Reparaturen oder die Suche nach einem raren Stück – bereits jetzt findet man im Forum ein zwar noch kleines, aber sehr aufgeschlossenes Publikum. Ich hoffe, dass sich dort in Kürze zahlreiche Interessierte, Liebhaber und Fachkundige einfinden und sich das Forum rasch zu einer weiteren belebten Anlaufstelle für Dinge rund um den Graphit entwickelt.

Dave's Mechanical Pencils

Wenn es um Bleistifte geht, dürfen zwei Weblogs von ganz außerordentlicher Qualität und sehr hoher Aktivität keinesfalls unerwähnt bleiben, und zwar Dave's Mechanical Pencils und pencil talk: In erstem stehen mechanische Bleistifte im Vordergrund und im zweiten ihre hölzernen Pendants.

pencil talk

In diesen Weblogs, die beide seit mehreren Jahren sorgsam gepflegt werden, findet über die Kommentare und Gästebücher ein sehr lebendiger Austausch statt, und nicht nur aus diesem Grund gehören auch sie zu den ersten Adressen, die häufig zu besuchen sich für alle des Englischen mächtigen Bleistift-Interessierten sehr lohnt.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Montag, 5. Mai 2008

Aus einer vergangenen Zeit, lange bevor Buntstifte mit mehr als einer Farbe zur Domäne der Kinder wurden, stammt der „MARS-REVISOR 2914″, den STAEDTLER von 1950 bis 1960 hergestellt hat.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Neben der Modellnummer, dem Namen des Herstellers J. S. (Johann Sebastian) Staedtler, der Bezeichnung und dem Herkunftsland zeigt der Stift zwei Zeichen. Das eine davon ist der Viertelmond, das (meines Wissens nach) älteste Markenzeichen von STAEDTLER. Er wurde 1887 beim Nürnberger Amtsgericht angemeldet und 1963 vom Marskopf abgelöst1. Die Herkunft des Viertelmondes ist unklar, doch es könnte eine Verbindung zum Export in den Orient bestehen.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Viertelmond auf dem STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Im anderen Zeichen, das gleich zweimal vorkommt, finden sich zwei Mondsicheln und das astronomische Symbol für den Planeten Mars; es stellt vereinfacht Schild und Speer dar.

Mars-Symbol auf dem STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 Astronomisches Symbol für den Planeten Mars

Mit einer Länge von gut 17 cm und einem Durchmesser von knapp 8 mm hat der runde Stift Standardmaße, doch in seinem Inneren verbirgt sich etwas Besonderes. Die aus zwei Farben zusammengesetzte und etwa 4 mm dicke Mine des Stifts, dessen Lackierung mit den Minenfarben korrespondiert, schreibt unregelmäßig wechselnd rot, grün und (gemischt) orange. Der Katalog von 1952 preist den MARS-REVISOR 2914 wie folgt an:

Rund, normales Modell mit mehrfarbiger Mine, rot-grün oder rot-schwarz gestreift. Schreibt gleichzeitig rot, grün und orange und gibt dadurch der Unterschrift eine persönliche Note. Der Originalstrich ist sehr schwer nachzuahmen.

Spitze des STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Endkappe des STAEDTLER MARS-REVISOR 2914

Ebenso wie der Landkartenstift hat auch der MARS-REVISOR die Jahrzehnte bestens überstanden – er ist gerade, man kann ihn sauber spitzen und die Mine bricht nicht ab. Wie schon die Katalogbeschreibung vermuten lässt, ist der Strich dieses Stiftes nicht restlos ausradierbar.

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 mit dem Spitzer Möbius+Ruppert 0600

STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 mit dem Pilot Foam Eraser

Der erste Stift mit dem Namen „REVISOR” hatte die Nummer 2915 und wurde von Juni 1931 bis Juni 1941 produziert. Nachfolger des gezeigten war der Stift 108 14, der 1961 bis Mitte der 70er Jahre im Programm war und dann von Stiften mit dokumentenechter Mine abgelöst wurde.

  1. 1908 erschien der erste Kopf mit Helm. 1912 folgte ein römischer Kriegerkopf und 1925 ein weiterer, der fast wie eine Kombination aus den ersten beiden wirkte. Dieser erfuhr 1952 die erste, 1958 die zweite und 1963 die dritte Überarbeitung; letztere Variante wurde dann auch aktiv als Markenzeichen beworben. 1973 und 2001 gab es erneute Bearbeitungen.
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