Museum

„Stenograph“

Steno-​Bleistifte sind eine aus­ster­bende Gat­tung, und nach dem Anfang 2012 ein­ge­stell­ten STAEDTLER steno­fix dürfte der Faber-​Castell 9008 der letzte die­ser Spe­zies sein. So freue ich mich immer, wenn ich einem alten Exem­plar begegne, z. B. die­sem Schwan-​STABILO 8001.

„Stenograph”

Der 8001 hat mei­nes Wis­sens die glei­che her­vor­ra­gende Mine wie der micro 8000, der ab 1991 in Český Krum­lov (Tsche­chien) gefer­tigt1 und einige Jahre spä­ter aus dem Sor­ti­ment genom­men wurde.

„Stenograph”

Die Gestal­tung des sehr gut ver­ar­bei­te­ten 8001, des­sen Alter ich auf 50 Jahre schätze, gefällt mir sehr. Pfif­fig: Das unauf­fäl­lige „ch“ in „SchWAN“, das den Namen mehr­spra­chig macht. Am bes­ten finde ich jedoch den Zusatz „Ste­no­graph“.

„Stenograph”

Vie­len Dank an Bernd R. für die­sen schö­nen Bleistift!

Wei­tere Steno-​Bleistifte in die­sem Blog:

  1. Diese Ver­la­ge­rung war der Qua­li­tät des micro 8000 nicht zuträg­lich, wie der direkte Ver­gleich von alt und neu zeigt.↩

Noch in Gebrauch

Ich freue mich immer, wenn ich altes, nicht mehr erhält­li­ches Schreib­ge­rät sehe, das noch benutzt wird. Heute fiel mir in einem Main­zer Fach­ge­schäft der Behäl­ter­spit­zer 920 von Möbius+Ruppert auf.

Noch in Gebrauch

Die­ses Modell trägt das alte, 1972 ein­ge­tra­gene Logo, das zwi­schen M und R zwei Geo­drei­ecke und ein Spitz­loch hatte, wobei letz­te­res an ein „O” erin­nerte und das Logo daher wie „MOR” aus­sah. Es wurde bis 1992 ver­wen­det, und so ist der (übri­gens bemer­kens­wert gut erhal­tene) Spit;zer min­des­tens 23 Jahre alt. Klasse!

Nach­trag vom 30.3.15: In der ers­ten Vari­ante des 920 war der Magne­si­um­spit­zer in den Deckel ein­ge­schraubt (siehe Patent DE1805118 von 1968). Da dies fer­ti­gungs­tech­nisch sehr auf­wän­dig war – der Deckel musste dop­pelt ent­spin­delt wer­den – hat man den Spit­zer spä­ter ein­ge­gos­sen. Diese ver­ein­fachte Vari­ante ist auch im Foto zu sehen.

STAEDTLER MARS LUMOCHROM

Ange­regt durch Sola von pen­cils and other things und ihren Bei­trag „Scary Point“: Ein kur­zer Blick auf zwei Sets des Farb­stifts STAEDTLER MARS LUMOCHROM.

STAEDTLER MARS LUMOCHROM

STAEDTLER MARS LUMOCHROM

Das erste zeigt den Mars­kopf, wie er von 1963 bis 1973 benutzt wurde, und da 1967 die drei­stel­li­gen Arti­kel­num­mern ein­ge­führt wur­den, denke ich, dass die­ses Set zwi­schen 1967 und 1973 auf den Markt kam. Die Stifte die­ses Sets tra­gen die Blind­prä­gung „77“, doch die kann ich nicht inter­pre­tie­ren (Juli 1967?). – Ich meine mal gehört zu haben, die Rich­tung der Beschrif­tung wäre 1963 geän­dert wor­den, bin mir aber nicht mehr sicher; mög­li­cher­weise ist die Umstel­lung über einen län­ge­ren Zeit­raum erfolgt.

STAEDTLER MARS LUMOCHROM

STAEDTLER MARS LUMOCHROM

Das zweite Set trägt den Mars­kopf der Jahre 1973 bis 2001, so dass es aus die­ser Zeit stam­men dürfte. Hier kann ich keine Blind­prä­gung erken­nen, doch das von zwei Tra­pe­zen ein­ge­schlos­sene „S“ fällt auf; mei­nes Wis­sens steht es für „Sicher­heits­ver­lei­mung“, bei der zwei unter­schied­li­che Leime (Holz/​Holz und Holz/​Mine) ver­wen­det wer­den. – Ob diese die letzte Vari­ante des in 24 Far­ben erhält­li­chen LUMOCHROM war und wie lange es ihn gab, weiß ich nicht; 2004 wurde die Wort­marke gelöscht.

»Feinminenzeichner«

Auch heute gibt’s nur einen schnel­len Scan, und zwar von einer Anzeige, die 1977 den Druck­blei­stift STAEDTLER MARS-​MICROGRAPH HS bewarb1.

Feinminenzeichner

Soweit ich weiß, stand „HS“ für „half sli­ding“. – Die an einen Inte­gral­helm erin­nernde Vari­ante des Mars­kopfes und die unkon­ven­tio­nelle DT-​Ligatur wur­den von 1973 bis 2001 benutzt.

  1. Wenn ich mit einem Fein­mi­nen­stift zeichne, bin dann nicht ich der Fein­mi­nen­zeich­ner?↩

„Die Leistung“

Heute gibt’s nur einen schnel­len Scan, und zwar vom in mei­nen Augen attrak­ti­ven Titel der Zeit­schrift „Die Leis­tung“, Heft 95, Jahr­gang 12.

„Die Leistung”

Diese Aus­gabe war Dr. Rudolf Kreut­zer (1887–1976), Teil­ha­ber von STAEDTLER seit 1911, zu sei­nem 75. Geburts­tag am 29. Mai 1962 gewid­met und beschäf­tigte sich auf 32 Sei­ten mit ihm sowie der Geschichte und den Pro­duk­ten von STAEDTLER. – „Die Leis­tung“ er­schien im Daco-​Verlag, Stuttgart.

Kurz notiert

Schwan Swano 336

Ein für mich sehr attrak­ti­ver Blei­stift ist der Swano 336 von Schwan.

Schwan Swano 336

Der drei­flä­chige Blei­stift mit ver­run­de­ten Kan­ten hat Stan­dard­maße und eine Mine der Här­te 2; seine Beson­der­heit ist die 14 cm lange Skala mit Mil­li­me­ter­tei­lung auf einer Seite1.

Schwan Swano 336

Die Material- und Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät ist hoch2 und die Skala bemer­kens­wert genau – die Abwei­chung zum Stahl­li­neal Rumold 323701 beträgt weni­ger als 0,2 mm auf 14 cm, so dass sie mehr ist als nur Deko­ra­tion. Auch die Mine über­zeugt: Sie glei­tet leicht, hat eine sau­bere Abgabe, schwärzt ordent­lich und lässt sich gut radieren.

Schwan Swano 336

Der gold­far­bene Prä­ge­druck passt gut zum Kon­trast aus rotem Lack und gel­ben Kanten­streifen3, und so wirkt die Gestal­tung des Swano 336 auf mich sehr ele­gant. – Die Schreib­weise des Namens „SCHWAN“ mit dem klei­nen „ch“ ist pfif­fig, denn so fällt das im Aus­land genutzte „SWAN“ auf.

Schwan Swano 336

Selbst­ver­ständ­lich darf das soge­nannte Schwan-​Auge nicht feh­len4. Der genaue Blick zeigt die sorg­fäl­tige Ver­ar­bei­tung auch hier, denn eine zusätz­li­che Schicht Klar­lack schützt die Endkappe.

Schwan Swano 336

Das Alter die­ses Blei­stifts schätze ich auf 50 bis 60 Jahre. – Vie­len Dank an Bak­tasch für den Swano 336!

  1. Ein ande­rer Blei­stift mit die­sem Merk­mal kam 2009 von Eber­hard Faber; des­sen Skala lief jedoch über alle Flä­chen.↩
  2. Zum Holz kann ich aller­dings nichts sagen, da ich den Blei­stift nicht anspit­zen wollte.↩
  3. Die Kan­ten­strei­fen – genauer: „pro­fi­lier­ten Farb­strei­fen“ – sind seit 1929 ein Mar­ken­zei­chen der Schwan-​Bleistift-​Fabrik.↩
  4. In Anleh­nung an den Namen des Fir­men­grün­ders Gus­tav Adam Schwan­häu­ser wurde der Schwan 1875 als Bild­marke ein­ge­tra­gen.↩
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