Monatsarchiv für September 2009

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Lotus

Dienstag, 22. September 2009

Faber-Castell Lotus

In dem Überraschungspäckchen, das mir den STABILO pencil 88 brachte, fanden sich auch zwei Exemplare des Faber-Castell Lotus der Härte B. Aus der sehr knappen Beschriftung, die auch das Kürzel „SV” für „Securalverfahren” enthält, sticht der in einem dekorativen Font ausgeführte Name des Bleistifts hervor.

Faber-Castell Lotus

Der Stift mit metallisch wirkender, blau-violetter Lackierung, mattschwarzer Endkappe und einem Prägedruck in gebrochenem oder nachgedunkeltem Weiß ist wohltuend unauffällig und die Mine von recht ordentlicher Qualität.

Faber-Castell Lotus

Das war schon alles, was ich zu diesem für mich ansprechenden und heute nicht mehr er­hältlichen, aber wohl noch nicht ganz so alten Bleistift sagen wollte.

Hereinspaziert!

Montag, 21. September 2009

Angesichts des stetig zunehmenden Anteils an altem Geraffel historischen Bleistifterabilien in diesem Weblog habe ich mich dazu entschlossen, meiner geschätzten Leserschaft eine komfortable Möglichkeit des Zugriffs auf diesen musealen Teil des Inhalts (Web-Zwonull-Neudeutsch: „Content”) anzudienen.

Hereinspaziert!

Bleistiftgeschichtliches ist daher ab sofort mit dem Terminus „Museum” verschlagwortet, so dass ein Mausklick auf diesen Begriff unterhalb eines damit gekennzeichneten Beitrags alle Ausstellungstücke nebst erklärender Texttafel in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge ihrer Einstellung in die Kollektion liefert.

Im Kontrast zu ihren Pendants aus Stein ist diese Galerie mit Blei- und Farbstiften und deren Paraphernalien sowohl täglich als auch rund um die Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt. – Das Fehlen von Museumscafé und -shop bitte ich zu entschuldigen.

Nachtrag vom 4.10.09: Eine große Zahl anderer Kostbarkeiten bietet The Museum of Forgotten Art Supplies.

Nachtrag vom 10.6.11: Ähnliches zeigt auch das Museum of Obsolete Drafting Technol­ogy.

L. & C. Hardtmuth 1516

Montag, 21. September 2009

Teil eines kürzlich erstandenen Allerleis waren zwei ungewöhnliche historische Bleistifte von L. & C. Hardtmuth, auch bekannt unter Koh-I-Noor.

L. & C. Hardtmuth 1516

Diese Stücke mit sehr ähnlicher und inzwischen rissiger Lackierung unterscheiden sich in der Dicke und der Gestaltung, haben jedoch die gleiche Modellnummer (bei einem ist sie nahezu vollständig abgegriffen, mit der Lupe aber problemlos erkennbar). Das Alter dieser Stifte kenne ich ebenso wenig wie deren ursprüngliche Länge. Der Aufdruck des 5,5 mm dicken Exemplars ist nicht mehr komplett, und der dünnere mit dem Durchmesser von 4,5 mm wirkt nicht wie werkseitig angespitzt; sie dürften also länger gewesen sein.

L. & C. Hardtmuth 1516

Neben der Nummer, dem Härtegrad, dem späteren Firmennamen „KOH-I-NOOR” und dem des Herstellers tragen die Bleistifte drei Andreaskreuze mit jeweils vier Punkten, die mir bereits beim LYRA 2801 aufgefallen sind und für deren Verwendung im Bleistiftkontext ich noch keine Erklärung habe (möglicherweise dienten sie ausschließlich der Dekoration).

L. & C. Hardtmuth 1516

Die Form der Enden lassen vermuten, dass beide Stifte – wie diese sehr dünnen von J.J. Rehbach – für die Unterbringung im Notizbuch oder Kalender gedacht waren, bieten sie doch den Fingern beim Herausziehen guten Halt; der wie eine Tellerkapsel geformte Aufsatz verhindert zudem das Durchrutschen. Beim dafür verwendeten Material könnte es sich um Kunststoff handeln, doch da bin ich mir aufgrund der Bearbeitungsspuren nicht sicher.

L. & C. Hardtmuth 1516

Laut Kennzeichnung und dem Schreibgefühl haben die Minen beider Stifte die Härte HB, wobei die des dickeren im direkten Vergleich ein klein wenig kratziger wirkt.

L. & C. Hardtmuth 1516

Mit gefallen diese Bleistifte, und gäbe es diese heute noch oder wieder, würde ich sie kaufen.

Stille Beobachter (34)

Sonntag, 20. September 2009

Beschlag an der Rückseite eines Bilderrahmens

Hat der mich jetzt vielleicht erschreckt! Da will man am Sonntagabend noch schnell ein Bild aufhängen, wühlt im Rahmen-Fundus, dreht ein vielleicht passendes Modell um – und starrt plötzlich in zwei hohle Augen! Und erst die scharfen, spitzen Zähne in diesem kantigen Metallschädel … Diese Kerle lauern aber auch wirklich überall.

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Was macht eigentlich …

Sonntag, 20. September 2009

… der metallene Greifvogel, der hier vor gut einem Jahr klappernd zuschnappen durfte?

Greifvogel

Die meisten werden sicher denken, „was wohl, der steht immer noch da und hält eine Tür auf”, aber weit gefehlt: Sein Revier wurde gründlich umgebaut und er dabei freigesetzt, doch als Jäger und Sammler konnte ich ihn nebst seinem steinernen Nest retten.

Greifvogel

So steht er nun bei mir zuhause als – ja, als was eigentlich? Als Briefbeschwerer ist er mir zu groß (selbst wenn er diese verantwortungsvolle Aufgabe mit einem Abfluggewicht von 3,8 kg hervorragend meistern würde) und eine Tür zum Aufhalten kann ich ihm auch nicht anbieten, aber trennen möchte ich mich von ihm trotzdem nicht.

Scharfe Kurven

Samstag, 19. September 2009

Alte Burmester-Schablone

Dies ist eine Kurven-, genauer: eine Burmester-Schablone, benannt nach dem Dresdner Mathematiker Ludwig Burmester (1840–1927). Sie ist mehrere Jahrzehnte alt, gut 2,7 mm dick, 130 mm lang und aus Birnbaum, einem kurzfaserigen Holz, das sich sehr sauber und präzise in Form bringen lässt. Ihre Kontur wird mit einem sog. „Spline” der dritten Ordnung beschrieben, d. h. durch eine Kombination aus Kurven von Polynomen maximal dritten Grades. Solches Gerät kam beim technischen Zeichnen zum Einsatz, wenn es darum ging, Kurven und genaue Verläufe aus diesen einzupassen. Dazu gab es unterschiedlich große Schablonensätze (die gezeigte ist die zweite aus einem dreiteiligen, dem kleinsten), wobei für manche Bereiche wie dem Schiffsbau Spezialsätze verfügbar waren.

Obwohl es noch Anbieter derartiger, heute meist aus Kunststoff gefertigten Schablonen gibt, so sind diese Zeichenwerkzeuge doch weitgehend verschwunden. Die verbleibenden Exemplare fristen ihr Dasein in Restekisten, lassen sich in Museen bestaunen oder werden umgenutzt, z. B. – wie in diesem Fall – zu Wandschmuck (kürzlich konnte ich von einem Architekten hören, der sich aus einigen dieser Schablonen ein Mobile gebaut hat).

Warum ich das erzähle? Nun, mir gefällt die Verkörperung abstrakter Konzepte, das Sicht- und Begreifbarmachen von Gedanken, die Umsetzung von Immateriellem in Material. Auch finde ich großen Gefallen am Werkstoff, der äußerst sorgfältigen Verarbeitung dieses Instruments sowie dem Umstand, dass sich im Umgang mit Maschine und Materie Kundige eines hochwertigen, natürlichen Rohstoffs angenommen und Dinge besonderer Ästhetik hergestellt haben, die in den Händen anderer erneut der Visualisierung von Ideen dienten.

All das klingt bestimmt furchtbar irrational und verklärend, doch ich bin weder obstinater Nostalgiker noch verhinderter Kulturarchäologe. Selbstverständlich möchte auch ich nicht auf die Annehmlichkeiten moderner Werkzeuge und der mit ihnen geschaffenen Produkte verzichten, vermisse aber bei diesen zuweilen die einfache Möglichkeit, sie mit den Sinnen erleben und so im wahrsten Sinn des Wortes besser begreifen zu können.

Speerspitze

Samstag, 19. September 2009

Aus dem Bleistift ein recht gefährlich wirkendes Gerät macht diese historische Metallkappe von J.S. STAEDTLER.

Alte Bleistiftkappe von J.S. STAEDTLER

Sie ist sehr sorgfältig gefertigt und trägt auf dem klemmenden Ring eine Prägung mit dem Viertelmond sowie dem Schriftzug „J.S. STAEDTLER – BAVARIA”. Trotz des Alters der Kappe, das ich auf 50 Jahre schätze, kann ich keine Korrosion oder andere Spuren der Alterung, sondern nur kleine gebrauchsbedingte Kratzer erkennen.

Alte Bleistiftkappe von J.S. STAEDTLER

Sechs Zentimeter Bleistiftvergangenheit in einer für mich äußerst reizvollen Form!

Nachtrag vom 10.11.09: 1920 bot STAEDTLER einen Bleistiftverlängerer an, dessen Ende die gleiche Form hatte wie diese Metallkappe und als Brieföffner gedacht war. – Der Katalog von 1919 führte Verlängerer und Kappe jedoch noch nicht auf.

Angeklemmt

Freitag, 18. September 2009

Mehr an ein metallisches Insekt als an ein Zubehör für Bleistifte erinnert dieser Clip, der sich in der Handhabung von den meisten seiner klemmenden Kollegen unterscheidet.

Clip für Bleistifte

Er ist gut 29 mm lang und aus etwa 2 mm dickem, verchromtem Metall gefertigt; seine geschlitzte Hülse mit einen Innendurchmesser von 7,1 mm sitzt stramm auf Stiften üblicher Dicke und lässt sich für stärkere leicht aufbiegen. Die von Hand zu betätigende Klemme öffnet maximal 5 mm und hält gut, ist jedoch nicht ganz hemdentaschenfreundlich.

Clip für Bleistifte

Die Qualität von Material und Verarbeitung ist leider nur mäßig: Mit ihren recht scharfen Kanten kann die Hülse beim Aufschieben Schäden am Bleistift verursachen, und auch die Oberfläche könnte gleichmäßiger sein. Bei einem Preis von gerade einmal 30 Euro-Cent pro Stück (Quelle: PencilThings) ist dies jedoch zu verschmerzen, so dass dieser Clip z. B. in der Werkstatt oder der Bastelkiste ein nützliches Zubehör abgibt.


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