Kalligraphit
Der Grafcube von Caran d’Ache …
… hat praktische Kanten.
„Na, was hast du denn am Wochenende so gemacht?“ – „Ich habe das große B geübt.“ – „Ah ja.“
Der Grafcube von Caran d’Ache …
… hat praktische Kanten.
„Na, was hast du denn am Wochenende so gemacht?“ – „Ich habe das große B geübt.“ – „Ah ja.“
Heute ein kurzer Blick auf ein besonderes Dutzend1.
Diese flachen und nur 62 mm kurzen Bleistifte von Johann Faber nutzte man mit einem Umsteckschoner (ähnlich diesem), der gleichzeitig als Verlängerer diente. Gedacht waren sie laut „Der Bleistift“ von Henry Petroski für die Westentasche.
Sie haben einen 4 × 9 mm großen, abgerundeten Querschnitt und eine runde 2-mm-Mine etwa des Härtegrads H. Gespitzt hat man sie wohl mit dem Messer.
Links ein Mitsubishi Hi-uni HB.
Außer dem ungewöhnlichen und (westen-)taschenfreundlichen Format dieser Bleistifte gefällt mir die Kombination aus Maserung, Klarlack und Silberstempel.
Wir haben hier einen Bleistift, an dessen Ende eine Schlaufe unlösbar befestigt ist. Diese Schlaufe ist deutlich kürzer als der Bleistift.
Wie befestigt man den Bleistift mit der Schlaufe im Knopfloch?
Die Schlaufe ist jedoch zu kurz, um den Bleistift hindurchzustecken.
Bleistift, Schlaufe und Knopfloch dürfen nicht beschädigt werden.
Wie wird’s gemacht?
Prägung auf dem Titel der Schrift „275 Jahre Staedtler-Stifte“ (J.S. STAEDTLER, Nürnberg 1937), Jubiläums-Lumograph
Der Verlängerer aus Putumuju ist zwar sehr schön, nimmt aber nur Stifte mit Durchmessern bis 7,4 mm auf. Viele ältere Bleistifte und einige aus Japan sind jedoch wenige Zehntel dicker und passen nicht; so musste – Molyvophile1 werden es verstehen – ein zweiter von www.bleistiftverlaengerung.de2 her.
Er ist aus Gombeira3, einem schweren, strapazierfähigen Holz aus Südostbrasilien und wie der erste geölt und mit einem Edelstahlring bestückt. Durch sein Gewicht von 12 g4, der Länge von 125 mm und der Stärke von 12 mm liegt er gut in der Hand; sein Inneres fasst 10 cm Bleistift. – Wenn ich ihn nicht benutze, dekoriert er den Schreibtisch oder posiert5 mit dem Spitzer Faber-Castell Janus 4048 nebst Lederetui und meiner derzeitigen Lektüre6 für ein Blog-Foto.
Auch wenn ich Minenhalter und Fallminenstifte eher selten benutze, so üben sie doch eine große Anziehungskraft auf mich aus. Ich habe daher Gerolf Hering, den Kunsthandwerker hinter www.bleistiftverlaengerung.de, gebeten, mir einen 2-mm-Minenhalter aus Holz nach seinen Vorstellungen zu fertigen (von mir kam nur die Länge1 und der Wunsch, ihn ähnlich dem Verlängerer zu gestalten). Hier das in meinen Augen sehr gelungene Stück aus Buche und Walnuss:
Mit im Bild und für die gezeigte Mine benutzt: Der Minenspitzer Faber-Castell Minfix 50/65.
Doch wie wird die Mine gehalten? Ebenso einfach wie pfiffig:
Die Mine sitzt fest, aber noch verschiebbar in der geschlitzten Spitze. Steckt man die Spitze in den Schaft, sorgt ihr konisches Ende dafür, dass sie zusammengedrückt und die Mine geklemmt wird. (Der Schaft ist übrigens bis auf fünf Millimeter am abgerundeten Ende ausgehöhlt und kann so Ersatzminen aufnehmen.) – Der Halter ist 15 cm lang, gut 9 mm dick und hat 10,50 Euro gekostet.
Neu von Caran d’Ache1: Ein Set mit vier Bleistiften aus besonderen Hölzern.
Eigentlich sind Luxusschreibgeräte nicht mein Ding, doch hier bin ich schwach geworden – zu gut gefallen mir die Holzarten, und auch die Verpackung spricht mich an2.
Der anthrazitfarbene, silbern glänzende Karton ist mit einer transparenten Folie umverpackt; seine sechseckige, mit dem Profil der Bleistifte korrespondierende Aussparung gibt eine Vorschau auf den Inhalt.
Ein kleines Faltblatt informiert in drei Sprachen über die Hölzer und darüber, dass die Bleistifte aus einer Zusammenarbeit der Genfer Manufaktur für Haute Écriture, der Luxus-Linie von Caran d’Ache, und einem italienischen Spezialisten für Holzbearbeitung3 entstanden sind.
Großen Wert legt Caran d’Ache auf den Umweltaspekt, und so tragen die verwendeten Hölzer das FSC-4 und das OLB-Zertifikat (letzteres ist mir neu). – Die Angabe „Lack auf Wasserbasis“ erinnert mich jedoch immer daran, dass dieser bis zu 10% Lösungsmittel enthalten darf und in der Verarbeitung nicht unbedenklich ist5.
(zum Vergrößern anklicken)
Die Bleistifte sind mit 8,2 mm6 spürbar dicker als der heutige Standard-Bleistift, was mir gut gefällt. Ihre Enden sind geschärfelt, ihr silberfarbener Folienprägedruck mit „CARAN d’ACHE ⋅ SWISS MADE“ schlicht und zurückhaltend und ihre matte Oberfläche glatt. Die Verarbeitung könnte man als sehr gut bezeichnen, wären da nicht die leicht außermittig sitzenden Minen in zwei der Bleistifte. Während es bei dem aus Lati nicht sofort auffällt, ist es bei dem Exemplar aus Makassar-Ebenholz deutlich sichtbar. Dies trübt den Gesamteindruck und müsste bei den heutigen Fertigungsmethoden nicht sein (erst recht nicht bei Produkten des Luxus-Segments).
Von oben: Amerikanische Walnuss, Titaneiche, Makassar-Ebenholz und Lati.
Das Gewicht der Stifte liegt zwischen 6,7 g (amerikanische Walnuss) und 8,1 (Makassar-Ebenholz) und beträgt damit gut das Doppelte eines Zedernholz-Bleistifts. Dies lässt darauf schließen, dass die Hölzer vergleichsweise dicht sind, was möglicherweise die Spitzbarkeit beeinträchtigt.
Die Mine schreibt sich leicht und sauber; ihre Härte etwa der des STAEDTLER Mars Lumograph B. Die Radierbarkeit7 und die Schwärzung sind sehr gut.
Den Preis des Sets kenne ich noch nicht, da ich es im Darmstädter Fachgeschäft FORMAT mitgenommen habe8, bevor es ins System eingepflegt und ausgepreist wurde. – Das Etikett auf der Rückseite trägt u. a. die Angabe „EDITION № 1“, was vermuten lässt, dass weitere geplant sind. Doch wie auch immer: Nicht nur wegen des beschriebenen Mangels möchte ich es bei diesem Ausflug in das Luxus-Segment von Caran d’Ache belassen, selbst wenn diese Bleistifte wirklich sehr schön sind. Der wahre Luxus ist ja für mich das ganz Einfache, aber das ist ein anderes Thema …
Nachtrag vom 4.3.13: Hier noch zwei Detailbilder des erwähnten Fertigungsmangels am Makassar-Exemplar (die blauen Stellen, vermutlich durch Reflexionen beim Scannen entstanden, bitte ich zu entschuldigen).
Deutlich zu sehen: Die Mine sitzt nicht mittig. Das hat den Nachteil, dass beim Spitzen das Holz ungleichmäßig abgetragen wird und so an einer Stelle sehr weit an die Minenspitze heranreicht; dies kann beim Schreiben stören. Hier die werkseitige Spitze9:
Diesen Mangel kannte ich bis jetzt nur von Billig-Bleistiften; heute werde ich das Set retournieren.
Nachtrag vom 5.3.13: Skripta Paris bietet das Set für 25 Euro an.
Nachtrag vom 25.9.13: Das zweite Set gibt es bei Skripta Paris und Cult Pens zu sehen und zu bestellen.
Nachtrag vom 26.9.13: Ich habe mir das retournierte Set wieder zurückgeholt. Wie gut, dass es noch da war! Diese Bleistifte sind einfach zu schön.
Nachtrag vom 10.11.14: Ein paar Anmerkungen zum vierten Set gibt es hier.
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