Holzbleistifte
Johann Faber No. 5837
Heute ein kurzer Blick auf ein besonderes Dutzend1.
Diese flachen und nur 62 mm kurzen Bleistifte von Johann Faber nutzte man mit einem Umsteckschoner (ähnlich diesem), der gleichzeitig als Verlängerer diente. Gedacht waren sie laut „Der Bleistift” von Henry Petroski für die Westentasche.
Sie haben einen 4 × 9 mm großen, abgerundeten Querschnitt und eine runde 2‑mm-Mine etwa des Härtegrads H. Gespitzt hat man sie wohl mit dem Messer.
Links ein Mitsubishi Hi-uni HB.
Außer dem ungewöhnlichen und (westen-)taschenfreundlichen Format dieser Bleistifte gefällt mir die Kombination aus Maserung, Klarlack und Silberstempel.
- Ich weiß, dass es nur elf sind, aber ich sehe das jetzt mal nicht so streng.↩
Les Crayons de la Maison Caran d’Ache
Neu von Caran d’Ache1: Ein Set mit vier Bleistiften aus besonderen Hölzern.
Eigentlich sind Luxusschreibgeräte nicht mein Ding, doch hier bin ich schwach geworden – zu gut gefallen mir die Holzarten, und auch die Verpackung spricht mich an2.
Der anthrazitfarbene, silbern glänzende Karton ist mit einer transparenten Folie umverpackt; seine sechseckige, mit dem Profil der Bleistifte korrespondierende Aussparung gibt eine Vorschau auf den Inhalt.
Ein kleines Faltblatt informiert in drei Sprachen über die Hölzer und darüber, dass die Bleistifte aus einer Zusammenarbeit der Genfer Manufaktur für Haute Écriture, der Luxus-Linie von Caran d’Ache, und einem italienischen Spezialisten für Holzbearbeitung3 entstanden sind.
Großen Wert legt Caran d’Ache auf den Umweltaspekt, und so tragen die verwendeten Hölzer das FSC-4 und das OLB-Zertifikat (letzteres ist mir neu). – Die Angabe „Lack auf Wasserbasis” erinnert mich jedoch immer daran, dass dieser bis zu 10% Lösungsmittel enthalten darf und in der Verarbeitung nicht unbedenklich ist5.
(zum Vergrößern anklicken)
Die Bleistifte sind mit 8,2 mm6 spürbar dicker als der heutige Standard-Bleistift, was mir gut gefällt. Ihre Enden sind geschärfelt, ihr silberfarbener Folienprägedruck mit „CARAN d’ACHE ⋅ SWISS MADE” schlicht und zurückhaltend und ihre matte Oberfläche glatt. Die Verarbeitung könnte man als sehr gut bezeichnen, wären da nicht die leicht außermittig sitzenden Minen in zwei der Bleistifte. Während es bei dem aus Lati nicht sofort auffällt, ist es bei dem Exemplar aus Makassar-Ebenholz deutlich sichtbar. Dies trübt den Gesamteindruck und müsste bei den heutigen Fertigungsmethoden nicht sein (erst recht nicht bei Produkten des Luxus-Segments).
Von oben: Amerikanische Walnuss, Titaneiche, Makassar-Ebenholz und Lati.
Das Gewicht der Stifte liegt zwischen 6,7 g (amerikanische Walnuss) und 8,1 (Makassar-Ebenholz) und beträgt damit gut das Doppelte eines Zedernholz-Bleistifts. Dies lässt darauf schließen, dass die Hölzer vergleichsweise dicht sind, was möglicherweise die Spitzbarkeit beeinträchtigt.
Die Mine schreibt sich leicht und sauber; ihre Härte etwa der des STAEDTLER Mars Lumograph B. Die Radierbarkeit7 und die Schwärzung sind sehr gut.
Den Preis des Sets kenne ich noch nicht, da ich es im Darmstädter Fachgeschäft FORMAT mitgenommen habe8, bevor es ins System eingepflegt und ausgepreist wurde. – Das Etikett auf der Rückseite trägt u. a. die Angabe „EDITION № 1”, was vermuten lässt, dass weitere geplant sind. Doch wie auch immer: Nicht nur wegen des beschriebenen Mangels möchte ich es bei diesem Ausflug in das Luxus-Segment von Caran d’Ache belassen, selbst wenn diese Bleistifte wirklich sehr schön sind. Der wahre Luxus ist ja für mich das ganz Einfache, aber das ist ein anderes Thema …
Nachtrag vom 4.3.13: Hier noch zwei Detailbilder des erwähnten Fertigungsmangels am Makassar-Exemplar (die blauen Stellen, vermutlich durch Reflexionen beim Scannen entstanden, bitte ich zu entschuldigen).
Deutlich zu sehen: Die Mine sitzt nicht mittig. Das hat den Nachteil, dass beim Spitzen das Holz ungleichmäßig abgetragen wird und so an einer Stelle sehr weit an die Minenspitze heranreicht; dies kann beim Schreiben stören. Hier die werkseitige Spitze9:
Diesen Mangel kannte ich bis jetzt nur von Billig-Bleistiften; heute werde ich das Set retournieren.
Nachtrag vom 5.3.13: Skripta Paris bietet das Set für 25 Euro an.
Nachtrag vom 25.9.13: Das zweite Set gibt es bei Skripta Paris und Cult Pens zu sehen und zu bestellen.
Nachtrag vom 26.9.13: Ich habe mir das retournierte Set wieder zurückgeholt. Wie gut, dass es noch da war! Diese Bleistifte sind einfach zu schön.
Nachtrag vom 10.11.14: Ein paar Anmerkungen zum vierten Set gibt es hier.
- Am Rande: Als ich vor gut vier Wochen auf der Paperworld am Stand von Caran d’Ache nach Bleistift-Neuheiten gefragt habe, sagte man mir, es gäbe keine.↩
- Allerdings hätte man statt des einfachen Steckverschlusses auch einen mit Magneten nehmen können. Aber wahrscheinlich hat sich hier ein BWLer durchgesetzt und der Verpackungsingenieur hat leise geweint.↩
- Manche Anbieter nennen ALPI.↩
- Hier ist ein Buchstabendreher im Faltblatt.↩
- Man hat die Bleistifte wohl deshalb lackiert, weil rohes Holz schnell unansehnlich werden kann, doch diese Hölzer hätten bestimmt auch unbehandelt ihren Reiz gehabt.↩
- Schlüsselweite 7,6 mm.↩
- Getestet mit einem Tree Air-in Soft.↩
- Nein, nicht geklaut.↩
- Ihr Spitzwinkel ist übrigens bemerkenswert klein.↩
STABILO Tone 20B
Ein ganz besonderer Bleistift wurde 1979 auf der Frankfurter Frühjahrsmesse als Teil der STABILOtone-Reihe vorgestellt.
(Bilder zum Vergrößern anklicken)
Der STABILOtone war ein runder, 110 mm langer und 15,5 mm dicker Farbstift mit einer 10 mm starken, wasservermalbaren Mine. Auf seinem Ende saß eine farblich abgestimmte Kunststoff-Endkappe, und seine Spitze wurde durch eine transparente Kappe geschützt. Es gab ihn in 51 Farben, drei Metallic-Tönen und einer besonders weichen Graphit-Variante, die die Nummer 47 und den Härtegrad XXB trug. – Wie dieses Faltblatt aus dem Jahr der Markteinführung zeigt, war der zum „Art & Grafik”-Sortiment gehörende STABILOtone einzeln und in verschiedenen Zusammenstellungen erhältlich.
Bei den ersten Stiften war das „tone” in der Eurostile Bold Extended #21 ausgeführt. 1989 stellte STABILO auf die Frutiger als Firmenschrift um, was 1992 auch den Tone betraf. Ab diesem Zeitpunkt trugen die Stifte das „tone” in der Frutiger 75, andere Farbcodes und der Graphitstift den Härtegrad 20B; zudem wurden die Stifte nun ohne Schutzkappe ausgeliefert. Eine weitere Umgestaltung folgte 1998 mit der Umbenennung zu „Tone” mit trennendem Leerzeichen und der Umstellung auf die Frutiger 65. 2003 nahm man den Tone aus dem Programm und fertigte nur noch den woody 3 in 1.
Vorne: STABILOtone 635 (1992–1998), hinten: STABILO Tone 20B (1998–2003)
Der hier gezeigte STABILO Tone 47/20B stammt also aus der Zeit zwischen 1998 und 2003. Sein mattschwarzer Lack ist glatt und nahezu frei von Unebenheiten (ich dachte erst, es wäre eine Folie). Im Gegensatz zu den meisten Blei- und Farbstiften kam hier kein Folienprägedruck zum Einsatz, doch die verwendete Drucktechnik (Tampondruck?) kann ich nicht zuverlässig identifizieren. Die in drei Gruppen aufgeteilte Beschriftung ist aufgeräumt und sauber. – Am Rande: Trug die vorletzte Variante des Tone noch den Namen „Schwan”, so fehlt dieser bei der letzten.
Keine Erklärung habe ich für die Sterne links neben dem CE-Zeichen; ihre Anzahl beträgt bei meinen Farb-Tone 0 bis 5. Auch die Bedeutung der Zahl in der Klammer ist mir fremd, aber da manche Stifte die gleiche Zahl tragen, könnte es ein Produktionscode2 sein und bei Altersbestimmung helfen (die STABILOtone aus den Jahren 1992 bis 1998, d. h. die vor der zweiten Umgestaltung, haben diese Zahl übrigens nicht). – Eine Blindprägung gibt es bei keinem meiner Exemplare.
Die 30 mm lange Kappe, die das Stiftende verschließt, ist mit einem Schwan geschmückt. Sie sitzt fest und ziemlich bündig, was vermuten lässt, dass man vom Holz etwas abgetragen hat. Da man den Stift nur bis zu dieser Kappe spitzen kann, gehe ich davon aus, dass er eine Kurznut hat, d. h. die Mine kürzer als der Stift ist. Beim Holz, das sich gut spitzen lässt3, tippe ich auf Zeder, was meinen Eindruck einer hohen Material- und Verarbeitungsqualität bestärkt.
Im direkten Vergleich mit einem normalen Bleistift (hier ein Tombow Mono J) wirkt die Mine des Tone 20B noch beeindruckender.
Sie ist gebrannt, aber nicht präpariert (d. h. nicht in Paraffin getaucht) und besteht zu über 80% aus Graphit und zum Rest aus Ton und Ölen.
Es ist eine Freude, den STABILO Tone 20B zu benutzen. Seine Mine gleitet leicht über das Papier und hat eine sehr saubere Abgabe. Die Schwärzung ist hervorragend, geht aber nie auf Kosten des Graphitglanzes4; sogar die Radierbarkeit ist noch ordentlich5. Sehr positiv fällt zudem der sparsame Verbrauch auf – selbst durch die zahlreichen Tests wurde nur wenig von der Mine abgetragen.
Über den Härtegrad 20B kann man natürlich streiten, und ich will nicht ausschließen, dass sich hier das Marketing durchgesetzt hat. Ein kurzer Vergleich mit dem Mitsubishi 10B zeigt, dass dieser ebenso gut schwärzt und vielleicht sogar noch etwas besser gleitet6. Doch wie auch immer: Ich finde den wohl einzigartigen STABILO Tone 20B klasse und bedaure, dass es ihn nicht mehr gibt (und meines Wissens nichts Vergleichbares7 angeboten wird).
Danke an Herbert R., von dem die Scans und viele Details zum STABILO Tone stammen.
Nachtrag vom 28.2.13: Die Sterne stehen für die Lichtbeständigkeit der verwendeten Pigmente, wobei ein Stern dem Wert 2–3 auf der von 1 bis 8 laufenden Wollskala entspricht (0 Sterne: 1–2, 1 Stern: 3, 2 Sterne: 4, 3 Sterne: 5–6, 4 Sterne: 7, 5 Sterne: 8). – Die dreistellige Zahl in Klammern beim Tone ab 1998 ist tatsächlich der Produktionscode, doch die zweistellige Zahl beim tone von 1992–1998 (auch in Klammern) war die Farbnummer (siehe zweiten Scan). – Für die Endkappe wurde das Holz abgefräst, aber erst der woody 3 in 1 hatte eine Kurznut; die Mine des Tone war trotzdem kürzer als der Stift. – Ein Fachhändler hat mir gesagt, dass der Tone damals für knapp 5 DM (etwa 2,60 Euro) pro Stift verkauft wurde.
- Die für die Bedruckung des Tone genutzten Schriften habe ich mit meinem fundierten Halbwissen zu identifizieren versucht; ich bitte daher, diese Angaben mit Vorsicht zu genießen.↩
- Die Zahlen auf meinen Tone – 118, 030, 021 usw. bis 083 – könnten für November 1998, März 2000, Februar 2001 usw. bis August 2003 stehen, aber das ist nur eine Vermutung.↩
- Getestet habe ich das an einem Farb-Tone mit dem Kunststoffspitzer von KUM, der für den STABILO woody 3 in 1 erhältlich ist (und mit diesem schöne Spitzabfälle produziert).↩
- Zusätze wie z. B. Ruß verstärken bei manchen sehr weichen Bleistiften die Schwärzung, machen aber den Abstrich stumpf und bewirken ein schlechteres Gleiten bis hin zu einem leichten Haften am Papier.↩
- Getestet mit einem Tree Air-in Soft.↩
- In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass eine Zutatenliste aus dem Jahr 1908 (die noch Traganth aufführt), dem Bleistift mit 80% Graphit den Härtegrad 4B gibt. – Mit welchem Härtegrad würde man heute wohl die ersten Bleistifte mit rohem Graphit kennzeichnen?↩
- Manche Kosmetikstifte ähneln in ihrer Form sehr dem Tone und dem woody 3 in 1 – kein Wunder, stellt STABILO doch auch spitzbare Holzstifte für Kosmetika her. Auch Faber-Castell ist in diesem Bereich tätig (das Unternehmen fertigt u. a. für Chanel und Helena Rubinstein), und von Möbius+Ruppert gibt es passende Kosmetikspitzer. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema …↩
Jumbo-uni
Ein bemerkenswerter Bleistift ist der überdimensionale Jumbo-uni von Mitsubishi, der einzeln auf einer Karte abgeben wurde.
Mit einer Länge von 24,9 cm und einem Durchmesser von 11,2 mm (Schlüsselweite 10 mm) übertrifft er sein normalgroßes Pendant deutlich.
Bis auf den Zusatz „Jumbo” sind die Aufdrucke nahezu gleich; Strichcode und Blindprägung gibt es auf dem Jumbo-uni nicht.
Er trägt allerdings zwei zusätzliche Kennzeichnungen, doch …
… ich habe keine Ahnung, auf was sich »85th ”Thanksgiving” anniversary« bezieht; so kenne ich auch nicht das Alter dieses Bleistifts.
Die Zeichen „非売品” bedeuten „Nicht zum Verkauf”.
Die Mine des Jumbo-uni ist 3 mm dick.
Ein schönes Stück!
Paperworld 2013 (2)
STAEDTLER hatte einen der größten Stände auf der Paperworld und eine Menge zu zeigen.
Passend zu der 1901 eingetragenen Marke „MARS” gibt es nun Mars, den jugendlichen „Herrn der Farben”, der noch vor der Paperworld in einem Browserspiel seinen ersten Auftritt hatte.
Auf der Messe begleitete Mars die Produkte für Kinder und Jugendliche, und auf einem großformatigen Bildschirm wurde seine Entstehungsgeschichte präsentiert (wer hier an „Star Wars” denkt, liegt richtig – man hörte auch die Titelmusik des Science-Fiction-Klassikers).
An der Wand hinter der Theke (nicht im Bild) konnte man den 1908 als Markenzeichen registrierten Marskopf im Wandel der Zeit sehen1.
Doch auch die Kleinsten kommen nicht zu kurz, denn für sie wurden „Mars & Marsy” geschaffen; sie gibt es u. a. in Malbüchern und als Anstecker.
Zu den neuen Produkten gehört ein dicker, dreiflächiger Bleistift mit Stylus-Funktion für Schreibanfänger, zu dem eine Schreiblern-App für iOS angeboten wird.
Ebenfalls neu sind der schlanke „Organizer Pen” und sein Druckbleistift-Pendant, die in vier verschiedenen Schaftfarben und für jeweils 20 Euro erhältlich sein werden; das Notizbuch dazu gibt es in A4, A5 und A62.
Mit zwei neuen Produktlinien stößt STAEDTLER ins Luxus-Segment vor. Die Linie „Initium” umfasst Füllfederhalter, Kugelschreiber und Drehbleistifte (0,5 und 0,7 mm) mit Schäften aus Edelharz („Resina”), Holz („Lignum”) und Leder („Corium”). Bei den Modellen mit Holz kommt Pflaume und Ahorn zum Einsatz, und bei denen mit Leder bietet die für etwa 350 Euro erhältliche „Individuum”-Variante die Möglichkeit, sie mit einem Foto bedrucken zu lassen. Die dazu genutzte Technik und die Tinten, mit denen eine abriebfeste Bedruckung erzielt wird, sind Eigenentwicklungen.
Noch edler wird es mit der „Kollektion J.S. STAEDTLER”: Der Füllfederhalter „Princeps” hat einen Schaft aus palladiumbeschichtetem Metall und dem Holz der europäischen Schwarznuss und kommt für 1000 Euro in den Handel. – Zur „Princeps”-Linie gehören zudem ein Drehbleistift sowie ein Kugelschreiber.
Eine Hommage auf den vor allem als Künstler bekannten Albrecht Dürer, der wie Johann Sebastian Staedtler aus Nürnberg stammt, stellt der Füllfederhalter „Albertus Durerus Noricus” mit bedrucktem Lederschaft für 2000 Euro dar. In Anlehnung an die Zahl der seit Dürers Geburt vergangenen Jahre wurden von diesem Schreibgerät nur 541 Exemplare gefertigt.
Das mit Abstand teuerste der gezeigten Produkte war der Füllfederhalter „Bavaria”, dessen Clip mit 48 Diamanten bestückt ist. Bei einem Preis von 18.000 Euro wird die Auflage von nur 48 Stück3 sicher nicht so schnell ausverkauft sein. Teil der Kollektion J.S. STAEDTLER ist auch der „Pen of the Season” mit einer Feder aus 18-karätigem Weißgold, von dem jährlich vier Varianten angeboten werden sollen. – Accessoires aus Leder4 ergänzen die durch drei unterschiedlich große Rechtecke auf dem Clip gekennzeichneten Schreibgeräte der Linien „Initium” und „J.S. STAEDTLER”.
Zuwachs gab es auch bei dem zur Paperworld 2009 eingeführten Bleistift WOPEX.
Neben den Ausführungen in sechs Neon-Farben gibt es den extrudierten Bleistift auch in dem vom holzgefassten Noris bekannten Streifendesign. Der schwarz-grüne Noris eco wird in HB und wahlweise mit Radiertip verfügbar sein. – Bei der Variante mit Radierer ist mir aufgefallen, dass die Zwinge nur rund- und nicht zusätzlich punktgepresst wurde; auf mich wirkt dies eleganter.
Der für mich größte Knüller unter den Exponaten war (und ist) jedoch der Farbstift Noris color in zwölf Farben, der wie der WOPEX durch Coextrusion hergestellt wird.
Seine Markteinführung ist für das zweite Quartal geplant; der Preis ist noch offen.
Doch damit nicht genug, denn als weitere Besonderheit wurde „The Pencil” vorgestellt, ein schwarz durchgefärbter WOPEX mit Stylus-Funktion und einem Aufsteck-Spitzer mit Radierer. Im Gegensatz zu den anderen WOPEX-Stiften ist er rund und hat sechs Rillen mit rechteckigem Querschnitt.
Die auf der Messe gezeigten Exemplare des Aufsteckspitzers waren Handmuster aus lackiertem Kunststoff; das fertige Produkt hat eine Hülle aus Metall. „The Pencil” soll zum Ende des zweiten Quartals als Set mit drei Stiften für 38 Euro in die Geschäfte kommen.
Angesichts der vielen Neuheiten kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte es im Marketing von STAEDTLER größere Veränderungen gegeben, und so würde ich mich nicht wundern, wenn es gerade im gehobenen Preissegment zukünftig noch mehr gäbe. Ich hoffe aber sehr, dass dies dann nicht auf Kosten der günstigen Produkte (z. B. des einfachen Bleistifts 123 60) geschieht. Doch wie auch immer – ich habe die Präsentation von STAEDTLER als sehr ansprechend erlebt und hoffe, bald das eine oder andere neue Produkt in den Händen halten und hier zeigen zu können.
- Die letzte Umgestaltung fand übrigens 2001 statt.↩
- Die Katalogbezeichnungen „Master”, „Medium”, „Pocket” sowie die angebotene Stiftschlaufe „Pen Loop” legen die Vermutung nahe, dass die Notizbücher von Leuchtturm1917 stammen (was wäre eine gute Wahl wäre).↩
- Im Zusammenhang mit 48 Exemplaren und ebenso vielen Diamanten gab es ein lustiges Missverständnis. Als ich die Zahl 48 hörte, fragte ich, warum es nur so wenig seien, worauf ein Mitarbeiter sagte, dass das doch eigentlich reiche. Doch während ich bei meiner Frage an die Stückzahl dachte, bezog er sich auf die Zahl der Diamanten …↩
- Natürlich habe ich gleich nach Zubehör aus Leder für holzgefasste Bleistifte gefragt, aber leider erfahren, dass man dieses den Premium-Linien vorbehalten will.↩
Paperworld 2013 (1)
Auf der diesjährigen Paperworld gab es einiges zu sehen; hier der erste Teil meiner kurzen und nicht repräsentativen Notizen. – Vermisst habe ich in diesem Jahr Brevillier-Urban, Carta Pura, Conté à Paris, Cretacolor, Derwent, Eberhard Faber, Fiskars, Herlitz, Läufer-Gutenberg, LAMY, Mitsubishi/uni, OHTO, Pentel, Pelikan, Pilot, Sakura, Schwan-STABILO und Westcott.
Faber-Castell war natürlich vertreten, und ich habe mich nach Bleistift-Neuheiten erkundigt.
Zu den vorgestellten Produkten gehören der wasservermalbare „Graphite Aquarelle”, den es in fünf Härtegraden von HB bis 8B gibt. Sein mattes, dunkelgraues Äußeres mit silberfarbenem Prägedruck gefällt mir gut, und ich denke, dass dieses Gewand auch einem regulären Bleistift gut stehen würde.
Ebenfalls neu ist der dreiflächige „Sparkle”, der wie ein invertierter GRIP wirkt. Die jeweils sechs dreieckigen Facetten der 174 sechseckigen Vertiefungen reflektieren das Licht in unterschiedlichen Farben – reizvoll und sicher nicht ganz einfach in der Fertigung. Einen „Pen of the Year” gab es diesmal übrigens nicht. Der des letzten Jahres war der zehnte und letzte; im Herbst, so sagte man mir, käme etwas Neues.
Die dem Nachbarn STAEDTLER zugewandte Seite des Stands widmete sich mit großen Bannern dem „Perfekten Bleistift”. Hier hat mich überrascht, dass man nicht den typischen „CASTELL”-Schriftzug, sondern einen anderen Font gewählt hat.
Ein Kuriosum ist für mich Koh-I-Noor. Meine E‑Mails an das Unternehmen sind bis heute unbeantwortet, und als ich mich in den vergangenen Jahren auf der Paperworld als Endkunde zu erkennen gegeben und nach Bezugsquellen für einige Produkte gefragt habe, war man schlagartig „very busy” und ließ mich stehen; einen erneuten Besuch habe ich mir daher erspart. – Bei Atoma wurde mir die Posthumus GmbH als Vertrieb für Deutschland genannt, doch dort ist man noch im Aufbau. – Tombow wartete mit einem vergrößerten Angebot für den deutschen Markt auf und Kutsuwa zeigte u. a. eine pfiffige Druckbleistift-Zirkel-Kombination (leider durfte ich kein Foto machen).
Bei FILA gab es keine neuen Blei- oder Farbstifte, dafür aber die Überraschung, dass nun auch der indische Hersteller DOMS zur Gruppe gehört. – Gerne hätte ich mir bei Uchida das Sortiment mechanischer Bleistifte angeschaut, doch die wurden bedauerlicherweise nicht gezeigt.
Am Stand von RUMOLD konnte ich zwar nichts für mich neues entdecken, doch das Gespräch mit einem kundigen Mitarbeiter und der Anblick der vielen schönen Maßstäbe aus Holz und Metall haben mich erfreut. – Die zweifarbigen Lineale im Bild sind aus Birnbaum (hell) und Kirsche (dunkel); sie haben bereits im letzten Jahr die Ausführungen mit Celluloid-Facette abgelöst.
Der Bürogerätehersteller Carl präsentierte seine Spitzer-Flotte, und als ich den „CC-2000 Custom” sah, war ich hin und weg.
Metallgehäuse, gummigepolsterte Griffbacken, Langkonus, fünffach verstellbare Spitze – eine tolle Maschine! Interessant ist vielleicht noch, dass es zwei Varianten des Angel‑5 gibt, eine in China und eine in Japan gefertigte.
Bei Handspitzern ist Möbius+Ruppert für mich erste Wahl, und so galt dem Stand des in Erlangen ansässigen Hersteller ein längerer Besuch.
Viele der Spitzer wurden mit Spänen farblich passender Stifte dekoriert – attraktiv und gleichzeitig auch informativ, sieht man doch sofort, welch dünnen, sauberen und gleichmäßigen Span die Spitzer von Möbius+Ruppert schneiden. Auch die Präsentation der Lineale aus Buchenholz fand ich ansprechend.
In der zweiten Hälfte meiner Notizen geht es um den Auftritt von STAEDTLER, wo es die meisten Überraschungen gab.
Achtung, jetzt kommt Werbung!
Heute nur ein kurzer Beitrag mit zwei langen Werbe-Bleistiften, die vielleicht von Schwan-STABILO stammen.

Zum Größenvergleich ein älterer STABILO Opéra.
Wie ich darauf komme, dass Schwan-STABILO diese Stifte gefertigt haben könnte? Nun, in einem Abschnitt in der hervorragenden, aber leider inzwischen vergriffenen Festschrift „Millions of Colours – One World. Eine Unternehmensgeschichte im Zeichen des Schwans” (2005) wird das Tochterunternehmen „Schwan-STABILO Promotion Products” erwähnt, das in den 1950er Jahren als Rekla-Abteilung (für „Reklame”) begonnen hat, und dieses Foto gezeigt:
Am Montag geht es raus aus dem Museumskeller und rein in die Paperworld 2013, um die Neuigkeiten zu bestaunen. Ich werde berichten!
Anm: Richtige Werbung kommt hier natürlich nicht, denn dieses Weblog ist und bleibt werbefrei.






























































