Spitzer

Spitzer spitzen (6½)

Der Schreib­zeug­kri­ti­ker wirft einen genauen Blick auf den Langkonus-Spitzer KUM 400-5L. Die­ser Magnesium-Spitzer hat mich vor vie­len Jah­ren zunächst mit sei­nem lan­gen Konus be­geistert, dann aber wegen sei­nes dicken Spans von etwa 0,39 mm auf andere Spit­zer um­steigen las­sen. Nun sieht es so aus, als sei der 400-5L über­ar­bei­tet wor­den, denn jetzt ist sein Span laut dem Schreib­zeug­kri­ti­ker nur noch 0,2 bis 0,25 mm dünn; auch sein Äuße­res hat man wohl geän­dert, so dass er nicht mehr die für die Magne­si­um­le­gie­rung typi­schen Fle­cken bekommt. Das klingt alles sehr gut, und so werde ich ver­su­chen, ein Exem­plar zu beschaf­fen, es unter die Lupe zu neh­men und hier zu zeigen.

Nach­trag vom 6.12.13: Ich habe KUM heute ange­ru­fen und erfah­ren, dass der 400-5L nicht über­ar­bei­tet wurde. – Der Name „KUM“ stammt übri­gens von Adam Klebes und Fritz Mußgül­ler, die das Unter­neh­men 1919 in Erlan­gen gegrün­det haben.

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„Potloden & Puntenslijpers“ (2)

Als ich von dem Buch „Pot­lo­den & Pun­ten­sli­j­pers“ („Blei­stifte & Spit­zer”) von Paul Dirks und Toon Kes­sels erfah­ren habe, war mir klar: Das muss ich haben. Durch die Hilfe mei­nes Lesers Wow­ter aus den Nie­der­lan­den kam ich dann auch beson­ders schnell an die­sen Titel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Das etwa 27 × 11 cm große Buch, erschie­nen 2012 bei Pic­tures Publishers, zeigt auf 128 durch­ge­hend far­bi­gen und üppig bebil­der­ten Sei­ten die rei­che Welt des Blei­stifts, wobei der Schwer­punkt auf älte­ren Stü­cken liegt.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Den ein­lei­ten­den Wor­ten zu Stylus, Rohr und Feder fol­gen die Geschichte des Blei­stifts (natür­lich mit dem Ur-Bleistift von Con­rad Ges­ner aus der Mitte des 16. Jahr­hun­derts) und sei­ner Her­stel­lung, vor allem der kera­mi­schen Mine, und der indus­tri­el­len Fertigung.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Nach Farb­stif­ten geht es kurz zu Fallminen- und Füll­stif­ten und anschlie­ßend zu den Spit­zern. Freunde der „Gra­nate“ sowie und des Janus 4046/4048 sehen hier gleich meh­rere Vari­an­ten ihres bevor­zug­ten Zube­hörs, aber auch Lieb­ha­ber ver­spiel­ter Modelle kom­men auf ihre Kosten.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Auch Ver­pa­ckun­gen und Mäpp­chen ist ein Kapi­tel gewid­met, ebenso der Schie­fer­ta­fel und dem Grif­fel sowie beson­de­ren Blei­stif­ten wie z. B. dem Ball­stift. – Rekla­me­ma­te­rial gibt es zwar an vie­len Stel­len zu bestau­nen, bekam jedoch zusätz­lich ein eige­nes Kapitel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Den Abschluss machen Kurz­por­traits der Fir­men Staedt­ler, Schwan, Faber-Castell, Lyra, Caran d’Ache, Koh-I-Noor Hardt­muth und Bruynzeel.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Das faden­ge­hef­tete Buch, des­sen Gestal­tung ich sehr gelun­gen finde, hat einen fes­ten Ein­band und kos­tet 14,95 Euro; es ist nur direkt beim Ver­lag erhält­lich. Allen Bleistift-Liebhabern sei der Kauf ans Herz gelegt, auch denen, die (so wie ich) des Nie­der­län­di­schen nicht mäch­tig sind, denn allein schon die Fotos loh­nen die Anschaffung.

„Potloden & Puntenslijpers” (2)

Danke an Wow­ter für seine Hilfe bei der Beschaf­fung die­ses sehr schö­nen Buches und an Corné de Kei­j­zer von Pic­tures Publishers für die Geneh­mi­gung zur Reproduktion!

„Potloden & Puntenslijpers“

„Pot­lo­den & Pun­ten­sli­j­pers“, also „Blei­stifte & Spit­zer“, lau­tet der Titel eines Buchs von Paul Dirks und Toon Kes­sels aus den Nie­der­lan­den, ver­öf­fent­licht 2012 bei Pic­tures Publishers, das Stü­cke aus der umfang­rei­chen Samm­lung von Paul Dirks zeigt. Die drei Dop­pel­sei­ten auf der Pro­dukt­seite machen neu­gie­rig und ver­spre­chen zahl­rei­che Abbil­dun­gen, und so ist es sicher auch für sol­che Leser inter­es­sant, die (so wie ich) vom nie­der­län­di­schen Text nur wenig ver­ste­hen. Der durch­ge­hend far­bige Titel im For­mat 270 × 180 mm hat 128 Sei­ten und kos­tet 14,95 Euro (aller­dings fal­len für den Ver­sand nach Deutsch­land knapp 14 Euro an, was mich noch zögern lässt).

Nach­trag vom 15.9.13: Eine kurze Bespre­chung des Buchs gibt es hier.

Einzelstück

Bereits 2011 wid­mete der United Sta­tes Pos­tal Ser­vice den Pio­nie­ren des ame­ri­ka­ni­schen Indus­trie­de­signs ein Brief­mar­ken­set, das auch den Desi­gner Ray­mond Loewy ehrt und sei­nen im Jahr 1933 gestal­te­ten Kur­bel­spit­zer zeigt.

Einzelstück

Der strom­li­ni­en­för­mige, ver­chromte Spit­zer ging aller­dings nie in Pro­duk­tion, und so blieb es bei dem auf der Marke abge­bil­de­ten Pro­to­ty­pen, der 2001 bei Christie’s für 85.000 US-Dol­lar ver­stei­gert wurde (man hatte jedoch einen Preis von 100.000 bis 140.000 geschätzt). 

Einzelstück

Das Design Patent No. 91675 stellt den Spit­zer in ver­schie­de­nen Ansich­ten dar, doch da das US-amerikanische Design Patent – ebenso wie das deut­sche Geschmacks­mus­ter – nur dem Schutz der Gestal­tung dient, macht es keine Anga­ben zum Innen­le­ben und zu ande­ren tech­ni­schen Details.

Einzelstück

Um die­ses Gerät all­tags­taug­lich, d. h. für zwei Hände bedien­bar zu machen, müsste man es mit einem Saug­napf am Fuß oder einer Klemm­vor­rich­tung für den Blei­stift aus­stat­ten, und so bezweifle ich, dass der Pro­to­typ funk­ti­ons­fä­hig war. – Es wäre inter­es­sant zu wis­sen, warum die­ses bemer­kens­werte Stück nicht in Serie gefer­tigt wurde.

Einzelstück

Vie­len Dank an Sean von Con­trap­un­ta­lism für das Briefmarkenset!

Patent Nr. 618308

Wer hatte als ers­ter die Idee zu einem Blei­stift­spit­zer mit gebo­ge­nem Mes­ser1 (wie z. B. dem Faber-Castell Janus 4048) und ließ sie sich paten­tie­ren? Diese Frage ist nicht leicht zu beant­wor­ten, doch das Patent Nr. 618308 für einen „Blei­stift­spit­zer mit Klin­gen“, erteilt am 31. August 1932 für Leo­pold Jacob­sohn in Ber­lin und bekannt­ge­ge­ben am 22. August 1935, könnte Auf­schluss geben.

Patent Nr. 618308

In der Patent­schrift heißt es:

Die Erfin­dung betrifft Blei­stift­spit­zer mit Klin­gen zur Erzeu­gung einer kurvenför­migen oder gebro­che­nen Schnitt­li­nie am Holz und Minenteil.

Und wei­ter:

Es ist bekannt, Klin­gen so her­zu­stel­len, daß sie eine geknickte oder gebo­gene Schneide auf­wei­sen. Sie müs­sen infolge die­ser Form beim Schlei­fen mehr­mals ein­ge­stellt und genau geschlif­fen wer­den. Da eine wirk­li­che Genau­ig­keit die­ser mehr­fa­chen Schleif­kan­ten nicht zu erzie­len ist, muß jede Klinge beim Ein­set­zen in den Spit­zer erst ein­ge­stellt wer­den. Dadurch wer­den der­ar­tige Blei­stift­spit­zer teuer.

Hier dachte ich zunächst, dass man Spit­zer mit geschwun­ge­nem Mes­ser bereits kannte, doch streng genom­men geht dies aus dem Absatz nicht hervor.

Nun die Idee:

Der Erfin­dungs­ge­gen­stand besei­tigt diese Nach­teile, daß die Klin­gen gerad­li­nig her­ge­stellt und geschlif­fen wer­den. Die gerad­li­nige Klin­gen­schneide wird dann in den Klin­gen­hal­ter durch eine ent­spre­chend ange­ord­nete und aus­ge­bil­dete Klin­gen­trä­ger­platte und durch ent­spre­chend ange­ord­nete und aus­ge­bil­dete Spann­mit­tel in ungleich­mä­ßig gebo­gene oder gebro­chene Schnitt­for­men gebracht, der­art, daß der Holz­teil bei­spiels­weise gerad­li­nig und der Minen­teil kur­ven­för­mig bzw. aus der Ebene des Holz­teils gerad­li­nig abge­setzt geschnit­ten wird.

Es fol­gen die Auf­zäh­lung der Vor­teile eines sol­chen Spit­zers, Details zu zwei Mög­lich­kei­ten der Umset­zung und die Patentansprüche.

Patent Nr. 618308

Vari­ante 1

In der ers­ten Vari­ante wurde eine gerade Klinge (c) mit­hilfe eines Klin­gen­hal­ters (a, wohl der Spit­zer­kor­pus) und Spann­mit­teln (b, d) gebo­gen. Ver­mut­lich sollte hier der Teil einer gebrauch­ten Rasier­klinge2 ver­wen­det und die Nach­teile ihrer gerin­gen Dicke durch das beid­sei­tige und auf der gan­zen Länge arbei­tende Spann­mit­tel aus­ge­gli­chen wer­den; auch sprä­che der kleine Bie­ge­ra­dius dafür.

Patent Nr. 618308

Vari­ante 2

Für die zweite Vari­ante3 kam eine 0,8 mm dicke Klinge (e) mit einer 0,6 mm tie­fen Aus­sparung (f) zum Ein­satz. Zwei Schrau­ben spann­ten die Klinge auf die Trag­platte (a), wobei sich die Klinge an der Mate­ri­al­schwä­chung krümmte.

Mich würde nicht wun­dern, wenn die­ses Patent die Grund­lage für die Ent­wick­lung des Ja­nus 4046 von A.W. Faber und des Helios von Johann Faber war, denn beide Spit­zer kamen drei Jahre nach der Patent­ertei­lung und im Jahr der Patent­ver­öf­fent­li­chung auf den Markt. Bei die­sen bei­den Spit­zern ging die Schraube durch den Spit­zer hin­durch in ein Gewinde im Mes­ser und zog es an die gekrümmte Auf­la­ge­flä­che; diese Vari­ante würde ich als die dritte bezeich­nen. Der nächste Schritt, für mich die vierte Vari­ante, könnte dann der Janus 4048 von Faber-Castell aus dem Jahr 1965 gewe­sen sein, des­sen Mes­ser kein Gewinde, son­dern nur noch eine Boh­rung auf­wies. Durch diese drehte man die Schraube in den Spit­zer und brachte so das Mes­ser in die gebo­gene Form. – In den ers­ten bei­den Vari­an­ten hat das Mes­ser einen sehr klei­nen Bie­ge­ra­dius, wodurch das Mate­rial an der Knick­stelle stark stra­paziert wurde. Für einen wei­te­ren Nach­teil der (wie es in der Patent­schrift heißt) gebro­chenen Schnitt­form halte ich die höhere Bruch­ge­fahr der resul­tie­ren­den Spitze auf der Hö­he des klei­nen Radius. Bei den spä­te­ren Mes­sern war die Bie­ge­last gleich­mä­ßi­ger ver­teilt, was nicht nur der Halt­bar­keit des Mes­sers, son­dern wohl auch der Bruch­sta­bi­li­tät der Spitze zugute kam (ein über die ganze Länge des Mes­sers kon­stan­ter Bie­ge­ra­dius ist ange­sichts der Mate­ri­al­schwä­chung durch das Gewinde (4046/Helios) bzw. die Boh­rung (4048) und der Ver­jün­gung durch die Schneide natür­lich illusorisch).

Meine Recher­chen zur Geschichte die­ses Spit­zer­typs dau­ern an. Und es blei­ben Fra­gen: Gab es seit den frü­hen 70er Jah­ren, also nach dem Janus 4048, wirk­lich kei­nen Spit­zer mit gebo­ge­nem Mes­ser mehr? Die Schutz­dauer des Patents ist längst abge­lau­fen. Hat denn kei­ner das Kon­zept erneut umge­setzt? Und: Wie könnte eine Wei­ter­ent­wick­lung ausse­hen? Ließe sich das Mes­ser so mon­tie­ren, dass man den Krüm­mungs­ra­dius variie­ren kann? (Die­ser Gedanke kam mir beim Blick auf das US-Patent 4506716 von Hirro Haya­shi aus dem Jahr 1982.) Könnte man in den Spit­zer eine zweite Boh­rung ein­brin­gen, um an der gegen­überliegenden Schneide 2-mm-Minen zu spitzen?

Danke an Wow­ter für den Hin­weis auf die­ses Patent!

Nach­trag vom 27.5.13: Bemer­kens­wer­tes fin­det sich im US-Patent Nr. 521744, Henry A. Vea­zie am 19. Juni 1894 erteilt:

Patent Nr. 521744

Die­ses zeigt ein gekrümm­tes Mes­ser (hier zum Ein­ste­cken) in einem Aufsteckspitzer (!).

  1. Ich benutze hier „Klinge“ und „Mes­ser“ syn­onym; letz­te­ren Begriff bevor­zuge ich und wähle ers­te­ren daher vor­wie­gend bei Zita­ten.
  2. Spit­zer mit Rasier­klin­gen habe ich in schlech­ter Erin­ne­rung; siehe „Spit­zen anno dazu­mal“.
  3. Hier fiel mir zudem der kon­kave Schliff auf, den ich nur von alten Spit­zer­mes­sern kenne.

Spitzenprogramm

In der „Fran­ken­schau“ des Baye­ri­schen Fern­se­hens vom 5. Mai 2013 gab es einen Bei­trag über die Erlan­ger Spit­zer­her­stel­ler Möbius+Ruppert und KUM; unter „Euro­pa­weit spitze: Blei­stift­an­spit­zer aus Erlan­gen“ kann man ihn noch anschauen.

Nach­trag vom 25.3.14: Auch „Die Sen­dung mit der Maus“ hat sich mit dem Bleistift­spitzer beschäf­tigt und die Pro­duk­tion gezeigt. Danke an Wow­ter für den Hinweis!

Top Two (2)

Manch­mal werde ich nach einem guten Hand­spit­zer gefragt. Die Ant­wort fällt mir leicht, gibt es doch inzwi­schen nur noch sehr wenige Modelle, die ich für emp­feh­lens­wert halte1.

Top Two (2)

Faber-Castell Janus 4048, Möbius+Ruppert 604 („Gra­nate“)

Nein, die „Long Point“2-Modelle von KUM gehö­ren nicht mehr dazu. Warum? Nach eini­ger Zeit habe ich fest­ge­stellt, dass sie (ebenso die mit ähn­li­chem Spitz­win­kel arbei­ten­den Spit­zer) zuviel abtra­gen, und nicht nur bei teu­ren Blei­stif­ten ist ein Span mit zuwei­len über 0,4 Mil­li­me­tern ein­fach zu dick. Hinzu kommt der Umstand, dass bei einer grö­ße­ren Span­di­cke die radial auf die Mine wir­kende Kraft grö­ßer ist und so die Mine häu­fi­ger bricht3. Eine Bas­te­lei am KUM 400-5L macht ihn zwar spar­sa­mer, ver­schlech­tert aber die Geo­me­trie. Kurz: Zu die­sen Spit­zern kann ich nicht län­ger guten Gewis­sens raten4.

Aber wel­chen dann? Ganz ein­fach – meine Favo­ri­ten sind der Faber-Castell Janus 4048 und der Möbius+Ruppert 604, bekannt als „Gra­nate“. Klei­ner Wer­muts­trop­fen: Wie schon bei mei­nen Top Two der Blei­stifte wird nur noch einer von bei­den pro­du­ziert, näm­lich die „Gra­nate“.

Top Two (2)

Spit­zen: Faber-Castell Janus 4048, Möbius+Ruppert 604

Die „Gra­nate“, deren Geschichte bis zum Ende des 19. Jahr­hun­derts zurück­reicht, ist ein Klas­si­ker und sicher den meis­ten Blei­stift­nut­zern ver­traut. Her­vor­ra­gend in Gestal­tung, Ver­ar­bei­tung und Hand­ha­bung lässt die­ser Spit­zer keine Wün­sche offen. Sein Mes­ser mit der Rockwell-Härte 655 ist aus­tausch­bar6, hält aber sehr lange und bringt nach mei­nen Erfah­run­gen auch Farb­stifte zuver­läs­sig in Form. Die aus Mes­sing gefer­tigte „Gra­nate“ kos­tet um die 2 Euro und ist jeden Cent wert.

Top Two (2)

Den Janus 4048 von Faber-Castell habe ich erst spät ent­deckt. Er geht zurück auf den Janus 4046, den A.W. Faber 1935 auf den Markt gebracht hat, und war bis in die frü­hen 70er Jahre erhält­lich (man­che Händ­ler hat­ten ihn sogar Anfang der 90er Jahre noch im Sor­ti­ment). Die Beson­der­heit des Janus ist sein gebo­ge­nes Mes­ser, durch das die Spitze mit einem Spitz­win­kel von etwa 24° beginnt und bei einem 8 mm dicken Blei­stift nach 25 mm in einer unge­fähr 0,6 mm dicken Mine endet; ist die Mine 2 mm stark, so wird diese auf gut 8 mm frei­ge­legt. Doch diese beein­dru­ckende Spit­zen­form hat auch Nach­teile: Ist das Mes­ser nicht mehr scharf genug, setzt es dem Blei­stift arg zu, was soweit gehen kann, dass die Spitze bei wei­chen oder nicht gut ver­leim­ten Minen oft abbricht. Das Schär­fen des Mes­sers ist pro­ble­ma­tisch, da es dadurch schma­ler und die Geo­me­trie ungüns­tig ver­än­dert wird; bei einem Abtrag von mehr zwei Zehn­teln in der Breite wird der Spit­zer sogar unbrauch­bar7. Oben­drein macht die im Mes­ser u. U. ver­blei­bende Krüm­mung das Schär­fen kniff­lig8. Trotz­dem lohnt es sich, nach einem gut erhal­te­nen Janus zu schauen, auch wenn für die Messing-Variante nicht sel­ten sehr hohe Preise ver­langt wer­den (das Magnesium-Modell ist meist güns­ti­ger). – Eine Neu­auf­lage des Janus wäre natür­lich toll, aber das dürfte ein Traum bleiben.

Nach­trag vom 22.2.14: Der KUM 400-5L wurde über­ar­bei­tet – zumin­dest mein neues Exem­plar spitzt ver­läss­lich und mit einem dün­ne­ren Span.

  1. Nicht berück­sich­tigt sind hier die Behäl­ter­spit­zer sowie sol­che, die gut mit dem WOPEX zusam­men­ar­bei­ten, denn diese müs­sen einen etwas dicke­ren Span abneh­men. – Übri­gens kann man beim Tes­ten so eini­ges erle­ben: Kürz­lich hatte ich ein Modell, das beim Spit­zen Quietsch­ge­räu­sche von sich gab.
  2. „Long Point” des­we­gen, weil der Win­kel des resul­tie­ren­den Konus mit 18° klei­ner und die Spitze län­ger ist als beim Stan­dard­win­kel von 22°. – In man­chen Krei­sen spricht man jedoch bereits bei 22° von „Lang­konus“ und bei Spit­zern für Farb- und Kos­me­tik­stifte von „Kurz­konus“.
  3. Meine Anfrage bei KUM nach einer even­tu­el­len Über­ar­bei­tung des 400-5L ist bis heute lei­der unbe­ant­wor­tet.
  4. Nie ange­tan war ich vom KUM Long Point Auto­ma­tic, da es mir nur sel­ten gelun­gen ist, mit die­sem ein befrie­di­gen­des Ergeb­nis zu erzie­len.
  5. Zum Ver­gleich: Die Klinge eines Schwei­zer Taschen­mes­sers hat 55 HRC, und hoch­wer­tige japa­ni­sche Küchen­mes­ser brin­gen es auf 65–67 HRC.
  6. Für die „Gra­nate“ gibt es eigene Mes­ser, denn die für Stan­dard­spit­zer sind zu breit und pas­sen nicht.
  7. Sollte das Gewinde beschä­digt sein, kann man das Mes­ser mit einer M2-Schraube befes­ti­gen.
  8. Ersatz­mes­ser gibt es nicht mehr, und ein kom­pa­ti­bles konnte ich bis jetzt nicht fin­den.
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