Archiv des Stichworts „STAEDTLER”

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J.S. STAEDTLER LUNA 349

Dienstag, 9. Juni 2009

Heute gibt's schon wieder etwas aus dem Museumskeller dieses Weblogs, und zwar den LUNA 349 № 2 von J.S. STAEDTLER.

J.S. STAEDTLER LUNA 349

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Dieser sechsflächige, dunkelgrün lackierte Bleistift mit silberfarbenem Aufdruck und den üb­lichen Abmessungen bietet ein paar – wie ich finde – interessante Details.

J.S. STAEDTLER LUNA 349

Wie die Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes informiert, wurde die Wort-Bildmarke „LUNA” bereits im Juli 1913 angemeldet und im Januar 1914 auf die J.S. Staedtler GmbH & Co. KG eingetragen. Nach einer Verlängerung der Schutzdauer gehört sie immer noch STAEDTLER, doch das einzige, heute angebotene Produkt mit diesem Markennamen im Programm dieses Herstellers, das ich finden konnte, ist ein Farbstift von STAEDTLER Hong Kong. – Während bei vielen anderen mir bekannten Stiften aus dieser Zeit der Name sehr dekorativ gestaltet wurde, hat man sich hier für die Verwendung einer schlichten, breiten Schreibmaschinenschrift entschieden. War der LUNA 349 vielleicht als einfacher Alltags-Bleistift gedacht?

J.S. STAEDTLER LUNA 349

Noch älter als die Marke „LUNA” ist der auch auf diesem Stift anzutreffende Viertelmond, das (meines Wissens nach) älteste Markenzeichen von STAEDTLER, das 1887 angemeldet und bis in die 50er Jahre hinein genutzt wurde. Wie schon beim MARS-REVISOR erwähnt, könnte der Viertelmond, dessen Ursprung unbekannt ist, auf eine Verbindung zum Orient hindeuten. Verwandte Markenzeichen waren „Full Moon” und „Camel”, wobei letzteres noch lange im gleichnamigen Bleistift von STAEDTLER Thailand weitergelebt hat.

J.S. STAEDTLER LUNA 349

Doch zurück zum LUNA 349 № 2. Dieser Bleistift kam im Oktober 1937 auf den Markt und wurde bis in den Mai 1941 produziert, war also vergleichsweise kurz im Handel; ob es einen Vorgänger und/oder Nachfolger gab, weiß ich nicht. Die Jahre (oder vielleicht auch eine unsachgemäße Lagerung) haben meine Exemplare etwas strapaziert, denn keines ist frei von Schäden. Das gut spitzbare Holz und die kratzfreie Mine mit ihrer sauberen Abgabe sind jedoch sehr hochwertig, so dass man sich auch heute noch am Gebrauch des LUNA 349 № 2 erfreuen kann.

J.S. STAEDTLER LUNA 349

STAEDTLER LUNA 349, gespitzt mit dem Carl Decade DE-100 und dem DUX DX4122

976 14

Sonntag, 17. Mai 2009

976 14

Eine, nein, gleich ganz viele gute Figuren macht dieser gelenkige Gehilfe, dessen scharf geschnittene Konturen unter den zahlreichen Zeichenschablonen von STAEDTLER Japan deutlich hervorstechen. Mit 13 Gliedern und einer Größe von 17,5 Zentimetern belebt seine wandlungsfähige Silhouette zu Papier und Folie gebrachte Welten im Maßstab 1:10 – ein ganz und gar nicht alltäglicher Auftritt unter der unscheinbaren PersonalArtikelnummer 976 14, hinter der man sicher nicht sofort ein solch professionelles Profil vermutet hätte.

STAEDTLER 763

Samstag, 2. Mai 2009

Zu den neuen und auf der Paperworld vorgestellten Artikeln des traditionsreichen Herstel­lers STAEDTLER gehören die günstigen Druckbleistifte der Reihe 763, die das Programm nach unten abrunden. Neben dem in drei Farben erhältlichen graphite 763 umfasst die Reihe den Noris 763 sowie den tradition 763, deren Design sich an die bekannten holz­gefassten Bleistifte Noris 120 und tradition 110 anlehnt.

STAEDTLER 763

STAEDTLER Noris 763 und tradition 763 mit ihren holzgefassten Pendants Noris 120 und tradition 110
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Die ergonomisch-dreiflächigen, aus Kunststoff gefertigten Stifte sind 14,5 cm lang, haben einen Durchmesser von 9 mm und wiegen gut 6 g. Ihr hemdtaschenfreundlicher, nicht abnehmbarer Clip sitzt an der Endkappe, die sowohl den Minenbehälter verschließt als auch den 11 mm langen und knapp 7 mm dicken Radierer beherbergt. Letzterer ist sehr gut, steckt jedoch recht tief, was seine Ausnutzung leider stark beschränkt, und ist zudem ungeschützt; beim Gebrauch des Stiftes dürfte er daher verschmutzen. – Ein Ersatzradierer wird nicht angeboten, was bei dem niedrigen Preis von 0,75 Euro pro Stift sicher nicht überrascht.

STAEDTLER 763

Die Verarbeitung der laut Kennzeichnung auf dem Clip in Korea hergestellten Schreiber ist gut. Die Komponenten sitzen ordentlich ineinander, die Minenführung hält die Mine spielfrei und der Aufdruck wurde sauber aufgebracht. Ein versehentliches Lösen der Endkappe beim Gebrauch des Clips ist dank des guten Halts eher unwahrscheinlich.

STAEDTLER 763

Die Minenführung, ebenfalls aus Kunststoff, ist taschenfreundlich versenkbar und gleitet beim Schreiben zurück. Das zehnfache Drücken transportiert die ungefederte Mine um 8,5 mm. – Alle Modelle sind in den Strichstärken 0,5 und 0,7 mm verfügbar, mit zwei Minen des Härtegrads B bestückt und nicht nur angesichts des geringen Preises ein lohnender Kauf für alle, die an einem günstigen Druckbleistift interessiert sind.

STAEDTLER 763

STAEDTLER Noris 763 und MARS TRI 773

Am Rande: Bereits vor einigen Jahren gab es mit dem STAEDTLER MARS TRI 773 einen niedrigpreisigen Druckbleistift im klassischen Noris-Design. Bei diesem sehr ähnlichen, in Japan hergestellten Modell waren allerdings die schwarzen Flächen rutschfest ausgeführt und der Radierer mit einer Kappe versehen. – Ein weiterer Druckbleistift im schwarz-gelben Gewand ist der STAEDTLER graphite 771.

Alligator

Mittwoch, 11. März 2009

Viel zu schön, um nicht detailliert gezeigt zu werden: Das kleine Krokodil auf dem runden, schwarz lackierten Bleistift “ALLIGATOR” № 2 von Johann Faber. (NB: Georg Büttners Blei­stiftseiten zufolge ging Johann Faber, der sein Unternehmen 1876 gründete, im Jahr 1932 eine Zusammenarbeit mit A.W. Faber-Castell ein und wurde zehn Jahre später von diesem übernommen.)

Alligator

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Leider weiß ich überhaupt nichts über die Geschichte dieses wohl sehr alten Bleistifts, aber laut Bob Truby’s Brand Name Pencils muss es zumindest noch einen Kopierstift dieses Namens, jedoch ohne Grafik gegeben haben. – Neben dem Schwan auf den Stiften von STABILO, der bereits 1875 als Markenzeichen eingeführt wurde, gibt es heute noch die Libelle bei Tombow. Darüber hinaus kenne ich nur einen weiteren Bleistift mit Tier, nämlich den „Kiddi Black Elefant” von STAEDTLER, doch dieser ist seit geraumer Zeit nicht mehr erhältlich.

Alligator

Da das Krokodil in der westlichen Kulturgeschichte eine eher untergeordnete Rolle spielt, vermute ich, dass es hier lediglich der Dekoration dient, doch diese Aufgabe erfüllt es in meinen Augen auf eine sehr nette und attraktive Weise.

STAEDTLER MARS Drafting Dots

Donnerstag, 26. Februar 2009

Kräftig punkten in Sachen Zeichenzubehör können bei mir die beiden nordamerikanischen Niederlassungen von STAEDTLER mit ihren „MARS Drafting Dots”: Diese kreisrunden, attraktiven Klebepunkte halten, was sie versprechen, nämlich Entwürfe, Zeichnungen und anderes fest am Platz.

STAEDTLER MARS Drafting Dots

Die in den USA hergestellten und etwa 0,12 mm dünnen Positionierpunkte mit einem Durchmesser von 22,5 mm tragen den STAEDTLER-Schriftzug sowie das inzwischen seit über einem Jahrhundert genutzte und mehrfach umgestaltete Logo des Unternehmens, den stilisierten Kopf des römischen Gottes Mars1, und zieren damit jeden Schreibtisch.

Die Gebrauchseigenschaften sind hervorragend, denn im Gegensatz zu herkömmlichem Kle­beband lassen sich die Punktkleber ohne Beschädigung des Beschreibmaterials ablösen und sogar einige Male wiederverwenden – meine Tests mit Standard-Druckerpapier, Zeichen­transparent, Aquarellpapier und farbigem Karton verliefen sehr zufriedenstellend. Zudem ist dank der praktischen und dreisprachig im Font Eras beschrifteten Papp-Box, die 500 Stück enthält, die Handhabung denkbar einfach.

STAEDTLER MARS Drafting Dots

Vorne: Mars Lumograph B und graphite 925 25 05

Die sehr nützlichen Papierpunkte haben die Artikelnummer 999172D, kosten umgerechnet etwa 7,20 Euro (entspricht gut 36 Euro/m2) und sind nicht nur für STAEDTLER-Fans ein lohnender Kauf.

Vielen Dank an Stephen von pencil talk für seine Hilfe bei der Beschaffung der „Drafting Dots”!

  1. 1908 erschien der erste Kopf mit Helm. 1912 folgte ein römischer Kriegerkopf und 1925 ein weiterer, der fast wie eine Kombination aus den ersten beiden wirkte. Dieser erfuhr 1952 die erste, 1958 die zweite und 1963 die dritte Überarbeitung; letztere Variante wurde dann auch aktiv als Markenzeichen beworben. 1973 und 2001 gab es erneute Bearbeitungen.

Handschriftbleistift

Montag, 16. Februar 2009

Handschriftstift

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Obwohl Aufdrucke wie „Stift”, „Pencil” oder ähnlich auf einem Bleistift ja eigentlich nicht nötig sind, trifft man derartige Kennzeichnungen recht häufig an. Bei einem Produkt von STAEDTLER UK ging die Redundanz noch weiter, und so kam es zu der Beschriftung des „Handwriting Pencil” aus der bekannten „Noris”-Reihe.

Handschriftstift

Hier deutlich sichtbar sind die Jahresringe des Holzes. Der Abstand dieser zeige, so sagte mir ein Fachmann, dass das Holz in gemäßigten, aber nicht tropischen Breiten gewachsen sei und sehr nach kalifornischer Zeder aussähe.

Die Faltschachtel informiert ausführlich über diesen 9,5 mm dicken Stift mit 2-mm-Mine: „Large Diameter Pencils” von „STAEDTLER, Britain's Largest Pencil Manufacturer” sowie „12 Noris Handwriting Pencil 128 NHP”, „Made in Great Britain by STAEDTLER (UK) Limited Pontyclun, Mid Glam. CFY 8YJ” (Anm.: „Glam.” steht für Glamorgan; dieses Werk in Süd-Wales wurde Ende 2008 geschlossen). Das Fehlen einer Artikelnummer o. ä. auf dem Bleistift überrascht jedoch.

Handschriftstift

Ein Strichcode ist nicht vorhanden, was vermuten lässt, dass der „Handwriting Pencil” bereits vor einiger Zeit hergestellt wurde. – STAEDTLER UK führt ihn nicht mehr auf.

Handschriftstift

Das geradlinige, fast schon generische und heute etwas altmodisch wirkende Design dieses Bleistifts spricht mich sehr an, ebenso der Umstand, dass hier etwas mehr getan wurde als unbedingt nötig.

Vielen Dank an Stephen von pencil talk für den „Noris Handwriting Pencil”!

EX-EXB

Montag, 9. Februar 2009

EX-EXB

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Wahrscheinlich über 70 Jahre und fast 8800 km Luftlinie liegen zwischen diesen beiden Bleistiften, die sich äußerlich verblüffend ähnlich sind. Auch wenn der Gedanke an eine Pro­duktkopie naheliegt, so möchte ich nicht darüber spekulieren, sondern mich nur mit den Stiften selbst beschäftigen.

EX-EXB

Die in den 30er Jahren übliche Bezeichnung EX-EXB („Extra Extra Black”) für den besonders weichen Bleistift wurde in den 70ern nach EE und zwischen 1996 und 2001 nach 8B geändert; der nächsthärtere Grad war EXB (EB, 7B). Viele bedauern das Verschwinden des EE-Bleistifts und sehen im 8B nicht nur eine Änderung des Namens, sondern auch des Minenmaterials. Der Härtegrad EE, der meines Wissens nur noch bei STAEDTLER Thailand erhältlich ist, genießt daher einen besonderen Ruf.

EX-EXB

Während sowohl der Chung Hwa 111 von China First Pencil als auch der STAEDTLER Mars Lumograph 2886 die Standardlänge von etwa 17,5 cm haben, so sind sie mit ihrem Durchmesser von gut 9 mm vergleichsweise dick.

EX-EXB

Der Aufdruck des Mars Lumograph ist schlicht, der des Chung Hwa hingegen ausführlich und zweisprachig. Die Abkürzung „DRP” auf dem Lumograph verweist auf eine Eintragung beim 1919 eingerichteten Reichspatentamt, das 1945 seine Tätigkeit einstellte.

EX-EXB

Links: STAEDTLER Mars Lumograph 2886, rechts: Chung Hwa 111

Bei genauerem Blick offenbaren sich jedoch Unterschiede zwischen diesen beiden Stiften. Die Mine des gespitzt angebotenen Mars Lumograph ist knapp 4,5 mm dick und damit 0,5 mm dicker als die des Chung Hwa, der ungespitzt in den Handel kommt (kam?).

EX-EXB

STAEDTLER Mars Lumograph 2886 mit M+R 602

Im Messing-Doppelspitzer M+R 602 von Möbius+Ruppert machen beide eine gute Figur, wobei die sieben Jahrzehnte dem Holz des Mars Lumograph offenbar nichts anhaben konnten.

EX-EXB

Chung Hwa 111 mit M+R 602

Noch größere Unterschiede zeigen sich im Gebrauch: Der Mars Lumograph 2886 ist rauer und deutlich schwärzer als der Chung Hwa, der dafür leichter über das Papier gleitet und sich auch wesentlich besser radieren lässt; letzterer ähnelt eher dem aktuellen Mars Lumograph 4B. – Der noch erhältliche Mars Lumograph EE schwärzt jedoch noch besser als sein 70 Jahre alter Vorgänger.

EX-EXB

EX-EXB

Weitere Details zum Härtegrad EE gibt es unter „The hunt for the EE grade pencil” und „Staedtler Mars Lumograph EE update” bei pencil talk.

Vielen Dank an Sabine für den Chung Hwa 111 EX-EXB!

Paperworld 2009 (3)

Mittwoch, 4. Februar 2009

Neben dem revolutionären WOPEX, dem coextrudierten Bleistift, präsentierte STAEDTLER einige weitere interessante Neuheiten, so auch den Marker Lumocolor permanent retract mit Druckmechanik, der eine einfache Handhabung verspricht.

Paperworld 2009

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Zuwachs gab es auch bei den Allesschreibern, und zwar in dicker, papierter Sechskantform. Der wohl hauptsächlich für das industrielle Markieren gedachte Lumocolor permanent omni­graph schreibt u. a. auf Reifen und nassem Holz.

Paperworld 2009

Die einfachen und preisgünstigen Druckbleistifte „Noris 763″ und graphite 763 mit jeweils 0,5 mm Minenstärke runden das Sortiment der mechanischen Bleistifte nach unten ab. – Der Noris 763 wirkt auf mich ein wenig wie der Nachfolger des vor einigen Jahren aus dem Programm genommenen „MARS TRI 773″.

Paperworld 2009

Im mittleren Bereich gesellte sich der graphite 760 zu dem auf der vorigen Paperworld vorgestellten graphite 771. Während letzterer nur mit Minen des Durchmessers 1,3 mm arbeitet, gibt es den graphite 760, der mich sehr an den Aristo 3fit erinnert, zusätzlich mit den Minenstärken 0,5 und 0,7 mm.

Paperworld 2009

Waren die hervorragenden Druckbleistifte 925 und 925 25 bisher nur von STAEDTLER Japan erhältlich, so werden sie nun auch in Deutschland angeboten. Mit vier Strichstärken, Härtegrad-Indikator und starrem, 4 mm langen Minenführungsröhrchen richten sich diese Schreib- und Zeichengeräte hauptsächlich an professionelle Nutzer. (Das Design des 925 von STAEDTLER Japan wurde übrigens vor einiger Zeit geändert; ein Foto von beiden Vari­anten gibt es hier.) – Ob diese beiden Stifte tatsächlich identisch zu den japanischen Mo­dellen sind, muss noch ein direkter Vergleich zeigen.

Paperworld 2009

Der graphite 925 25 hat einen Ganzmetallkorpus und dürfte unter den technisch orientier­ten Druckbleistiften sicher das hochwertigste hierzulande erhältliche Modell sein.


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