Archiv des Stichworts „Zubehör”

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Kurz notiert

Donnerstag, 14. Januar 2016
  • Eine pfiffige Kombination aus Clip und Spitzenschoner für Bleistifte gibt es vom japa­nischen Anbieter Tsukushi. Das aus einem Stück Draht gearbeitete und in drei Farben erhältliche Utensil kostet 1500 Yen (knapp 12 Euro).
  • Bei reddit wird die Abnutzung von Feinminen betrachtet.
  • Neu von Rohrer & Klingner: Die in sechs Farben erhältliche Tinte Dokumentus, die, so der Hersteller, weltweit erste in Anlehnung an DIN ISO 12757-2 zertifizierte Tinte für Füllfederhalter.

Stiftebecher des Monats

Donnerstag, 14. Januar 2016

Die Reihe „Pencil Pot Of The Month” bei Bleistift gefällt mir, und so hänge ich mich gerne dran.

Der Henkelbecher ist von Waechtersbach und etwa 40 Jahre alt.

Anm.: Der Stoff im Hintergrund ist ein sog. Tenugui, ein traditionelles japanisches Hand­tuch; es stammt von Hamamonyo.

Kurz notiert

Mittwoch, 30. September 2015

Unofficial Rotring

Dienstag, 26. Mai 2015

Bereits seit Januar online ist das Weblog „unofficialroting”. Der Schwerpunkt liegt auf Tuschezeichnern, doch auch Druckbleistifte, Füllhalter, Zeichengerät und Zubehör gibt es zu sehen. Mich sprechen die großartigen Fotos und die detaillierten Informationen sehr an, und so werde ich dieses Weblog mit Interesse verfolgen. – Danke an Taking note!

Kurz notiert

Mittwoch, 8. April 2015
  • Ein sehr ungewöhnlicher Spitzer ist der Tsunago von Nakajima Jukyudo1, denn er dient auch der Verlängerung von Bleistiftstummeln. – Danke an Andreas Weinberger und Viola Voß für den Hinweis!
  • In meinen Augen pfiffig und geschmackvoll ist der Pencil Shaving Desk Tidy, ein Kick­starter-Projekt von Clive Roddy. – Danke an boomerang für den Hinweis!
  • Nicht mehr neu, aber immer noch schön anzuschauen ist das historische Reklame- und Verpackungsmaterial unter „Pencil Points”.
  • Brevillier Urban & Sachs in Österreich wirbt damit, dass der Öko-Schulstift von JOLLY aus heimischer Weymouth-Kiefer gefertigt wird, und ein Fachhändler in meiner Nähe konnte von einem Vertriebsmitarbeiter erfahren, dass das Holz aus dem Odenwald kommt. Ich habe dabei gleich an das Sägewerk Monnheimer in Grasellenbach gedacht und Brevillier Urban & Sachs darauf angesprochen, aber leider keine Antwort bekom­men. Es wäre zwar schön gewesen, mal einen Bleistift mit lokalem Bezug zu nutzen, doch angesichts der leider schlechten Mine des Öko-Schulstifts verzichte ich gerne darauf.
  • Apropos Qualität: Auch auf die Gefahr, ein Querulant zu sein, habe ich Caran d'Ache auf die Qualitätsmängel der GRAFIK-Bleistifte angesprochen. Leider blieb diese Anfrage ebenfalls ohne Reaktion.
  1. Wer sich auf der Website von Nakajima Jukyudo umschaut und die bestimmt nicht ohne Grund unscharfen Fotos in der Rubrik „OEM” betrachtet, findet u. a. einen Spitzer, der dem Kutsuwa T’GAAL bemerkenswert ähnlich sieht.

Seltsames Muster

Freitag, 20. März 2015

Manche ältere Winkelmesser wie z. B. dieses mindestens 23 Jahre alte1 Exemplar2 von Möbius+Ruppert tragen außer den Gradskalen noch ein seltsames Muster. Welchen Zweck hat dieses?

Seltsames Muster

Dieser sog. Transversalmaßstab (engl. diagonal scale) dient der präzisen Längenmessung. Während die Teilung der meisten Lineale nur das sichere Ablesen von Millimetern erlaubt und man bei Zehntelmillimetern schätzen muss (eine solche Teilung lässt sich kaum noch vernünftig anbringen), so können mit diesem Transversalmaßstab auch letztere noch gut abgelesen werden.

Seltsames Muster

(zum Vergrößern anklicken)

Dazu legt man den Maßstab so an, dass das rechte Ende der abzumessenden Strecke auf einem Zehnerwert und das linke innerhalb des schräg schraffierten Bereichs liegt. Anschlie­ßend verschiebt man den Maßstab parallel zur Strecke, bis sich das linke Ende unter einem Schnittpunkt befindet, und liest an der unteren Skala die Millimeter ab. Die Zehntel­millimeter erhält man, indem man vom Schnittpunkt nach links zur senkrechten Skala geht. Die Strecke im Beispiel ist also 40+7+0,6=47,6 mm lang.

Benutzt wurde der Transversalmaßstab im technischen Zeichnen und – daher auch die An­gabe „1:1000″ – in der Kartografie (da oft zusam­men mit einem Stechzirkel). Laut dem Buch „Drawing Instruments 1580–1980″ von Maya Hambly (Sotheby's Publications 1988) reicht die Geschichte des Transversalmaßstabs bis in das frühe 18. Jahrhundert zurück.

Danke an Herrn Fischer von Möbius+Ruppert für diesen Halbkreis-Winkelmesser!

  1. Das Logo wurde 1992 geändert.
  2. Dieser Winkelmesser hatte im Katalog von 1975 die Artikelnummer 2109.

Das Fabermännchen

Dienstag, 16. Dezember 2014

Bei einer Recherche bin ich kürzlich auf die Marke „Fabermännchen” von A.W. Faber-Castell gestoßen. Bleistifte mit diesem Namen kannte ich bereits, doch dass es sogar eine Figur dieses Namens gab, war mir neu.

Das Fabermännchen

Titel eines Faltblatts (1955)

Diese Werbefigur stammt von dem Grafiker und Karikaturisten Gerhard Brinkmann (1913– 1990, „G.Bri”), der dazu den Bergmann aus dem Wappen der Familien Faber und Faber-Castell entlehnt und dieses „Bergmännchen” zum „Fabermännchen” umgestaltet hat. In den 1950er Jahren warb der kleine Herr mit der spitzen Bleistiftnase für Schulbedarfsartikel von Faber-Castell und war auf Stundenplänen, Lesezeichen, Verpackungen und Aufstellern zu sehen.

Ich mag das pfiffige Kerlchen, das mit seiner Körpergröße, der Glatze und dem Laborkittel eher das Gegenteil eines Superhelden ist, aber dafür mit Humor und Fachwissen zu über­zeugen weiß. – In der Unternehmens- und Familiengeschichte „Since 1761″ ist das Faber­männchen bedauerlicherweise nicht vertreten.

Hier nun einige Auftritte des Fabermännchens aus den Jahren 1951 bis 1953.

Das Fabermännchen

Aufsteller (1952)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Mein Favorit, auch wegen des Reims: Ein Lesezeichen aus dem Jahr 1951.

Das Fabermännchen

Vielen Dank an Faber-Castell für die Scans und die Details!

Basteln mit dem Lexikaliker (13)

Sonntag, 26. Oktober 2014

Über das Notizbuchblog, das stets akkurat über das Marketing aus der PBS1-Welt berichtet, bin ich auf die „Mind-Papers”2 von X17 aufmerksam geworden.

Bemerkenswert an den „Mind-Papers” finde ich die Diskrepanz zwischen der Einfachheit des Produkts und der werbenden Überhöhung seines Nutzens. Den von einem Stück Leder eingeschlagenen Karteikarten, die durch eine Foldback-Klammer mit Stiftschlaufe, genannt „Sloop”, zusammengehalten werden, spricht X17 beeindruckende Leistungsmerkmale zu:

  • „Zusammen mit der Stiftklemme »Sloop« entsteht ein vollkommen neues Instrument zur Selbstorganisation, das so flexibel ist, dass es fast überall eingesetzt werden kann”3
  • „Ihr könnt problemlos euch selber, eure Notizen oder Dinge des täglichen Lebens managen”4
  • „Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt!”3

In seinem Buch „Management by Karteikarte – Die neue Zettelwirtschaft”, das zu den „Mind-Papers” empfohlen wird, legt Matthias Büttner, der Geschäftsführer von X17, noch eins drauf, und so findet sich unter „Lernen” der Eintrag „Verhalten ändern”. Oha!

STIFT & PAPIER wirft einen genauen Blick auf die „Mind-Papers”5 und stellt einige Ferti­gungsmängel fest: Die Karteikarten sind nicht gleich groß, und die Filzstückchen an der Klammer, die Leder und Stift schützen sollen, sitzen und passen nicht so recht. Beim Blick auf die Fotos dachte ich noch an anderes: Verhindert der Filz im Klammerinnern wirklich Druckstellen? Ich denke nicht, denn irgendwann ist der Filz platt, und wenn er sich lösen sollte, können Kleberreste bleiben. Und: Den Filz auf der Rückseite, der den Bleistift beim Einstecken schützen soll, halte ich sogar für entbehrlich, wenn man die Schlaufe umge­staltet. Und damit geht es ans Basteln.

Wir brauchen:

  • 1 Foldback-Klammer (hier: eine 32 mm breite von WEDO)
  • Leder, etwa 15 × 17 cm (hier: naturgegerbtes Rindsleder, ca. 1,5 mm dick)
  • 25 Karteikarten im Format A7 (hier: Exacompta, 205 g/m², gelb, kariert)

Wie hier üblich bedarf es keiner besonderen Fähigkeiten oder Gerätschaften – grundlegen­de Fingerfertigkeiten und der im gut sortierten Bastelhaushalt anzutreffende Kram rei­chen.

Der 17 × 11 cm große Lederlappen für die Karteikarten ist schnell zugeschnitten; eine An­leitung dazu erspare ich mir. Es empfiehlt sich, ihn etwas über den Rand der Karteikarten hinausstehen zu lassen (ich habe ihn 17 × 11 cm groß gemacht). – Tipp: Die Ecken kann man leichter verrunden, wenn man eine Münze an die Ecke hält und an ihrer Kante ent­lang schneidet.

Für die Stiftschlaufe schneidet man einen Lederstreifen in der Breite der Foldback-Klammer; der Streifen sollte etwas länger sein als nötig. In seiner Mitte bringt man im Abstand von 5 mm vom Rand zwei ungefähr 1,2 mm lange Schnitte ein. (Die Länge der Schnitte hängt vom Leder ab; je dicker es ist, desto länger müssen sie sein. Das Maß von 1,2 mm gilt für das verwendete Leder mit einer Dicke von 1,5 mm.) Sitzt der Bleistift stramm, haben sie die richtige Länge.

Nun setzt man die Klammer auf einen Block oder ein Brett, damit sie etwas weniger weit geöffnet ist als später auf dem in Leder gehüllten Karteikartenstapel. Anschließend richtet man den Lederstreifen mit eingestecktem Stift stramm so auf der Klammer aus, dass der Stift mittig auf der Klammer sitzt, markiert das überstehende Leder und schneidet es ab. Besonders hier lohnt es sich, sorgfältig zu arbeiten.

Das Leder – natürlich ohne Bleistift – klebt man auf die geöffnete Klammer, da sonst der Stift beim späteren Öffnen der Klammer nicht fest genug gehalten wird und herausfallen kann.

Ich habe Pattex Classic benutzt und damit gute Erfahrungen gemacht. – Das hier gezeigte Brett hat eine Dicke von 12 mm und so ein geeignetes Maß.

Nach dem Trocknen des Klebers löst man die Klammer und entfernt eventuelle Klebstoff­reste.

Wie schon oben zu sehen, muss das Leder auf den Außenseiten der Schnitte zur Foldback-Klammer hin gedrückt werden. Auch wenn es nach kurzer Benutzung in dieser Form bleibt, so ist es doch ratsam, es mit einem Tropfen Kleber zu fixieren, um ein Verrutschen beim Einstecken des Stifts zu vermeiden6.

Die beiden niedergedrückten Streifen am Rand machen das Filzstück auf dem Rücken der Foldback-Klammer überflüssig, da sie den Kontakt von Stift und Metall verhindern. – Der fertige Selbstbau kann schließlich so aussehen (ich habe das Leder noch mit einem Pflege­mittel behandelt):

Wenn der Stift zu stramm sitzt, kann man die Schlitze vorsichtig etwas größer schneiden. – „Der Stift dazu ist ungemein praktisch”7, meint X173 – klar, denn unbeschriftete Kartei­karten haben längst nicht das Potential beschrifteter. Ich habe nichts dagegen, dass man kräftig auf die Werbetrommel haut, doch durch Sprüche wie die hier zitierten fühle ich mich veralbert. Warum ich das dann nachbaue? Ich habe Freude an Bleistiften, Karteikar­ten und kleinen Basteleien, doch ob ich das Endprodukt nutzen werde, halte ich für frag­lich.

„Verhalten ändern” – ja, selber denken und selber machen.

Einige Sterne

Ich denke, dass der Reiz auch dieses Produkts darin liegt, dass es suggeriert, mit ihm – endlich! – das schaffen zu können, was man bisher nicht oder nur unzureichend geschafft hat. Der kleine, ästhetische Gegenstand erscheint als universelle Lösung, und das umso mehr, je mehr Fähigkeiten ihm zugesprochen werden. Der Zaubertrank aus dem Schreib­warenladen! Doch eines Tages muss man feststellen, dass man den Alltag mit ihm auch nicht besser auf die Reihe kriegt, nach wie vor viel vergisst, nicht kreativer geworden ist und die schlechten Angewohnheiten immer noch nicht abgelegt hat, und dann landet er bei den anderen Wundermitteln in der Schublade.

Nachtrag vom 1.7.19: Die Stiftklemme „Sloop!” (die übrigens tatsächlich patentiert ist, siehe „Vorrichtung zur Verbindung zweier Gegenstände”) hat ein Update erfahren. Hatte die alte Variante (noch hier zu sehen) keine Schlitze im Leder und ein Filzstück zum Schutz des Stiftes, so verfügt die neue Variante über die von mir vorgeschlagene Umgestaltung mit zwei Schlitzen.

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  1. Papier, Büro, Schreibwaren.
  2. Wer dabei an den „Hipster PDA” denkt, liegt nicht ganz falsch.
  3. Quelle: „Das Konzept Mind-Papers”.
  4. Quelle: „Mind-Papers – wahrlich universell”.
  5. Der Preis für die „Mind-Papers” liegt je nach Format und Material zwischen 9,90 (A8) und 29,90 Euro (A5); den „Sloop” gibt es für 4,90 bis 5,90 Euro.
  6. Wer Klammer und Bleistift noch schneller verbinden möchte, wird hier fündig.
  7. „Mit ihm kann man sogar die Rückseite der Karteikarten beschriften”, bin ich geneigt hinzu­zufügen; zudem wundere ich mich, warum der Radierer keine Erwähnung findet.
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