Archiv des Stichworts „Faber-Castell”

 Ältere Beiträge Neuere Beiträge 

„Helps the hand that shapes the future”

Samstag, 30. November 2013

Aus der „Progressive Architecture” vom November 1960: Eine in meinen Augen gelungene Anzeige von A.W. Faber-Castell USA mit einem starken Slogan.

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

„Helps the hand that shapes the future”

Faber-Castell, eine deutsche Dynastie

Dienstag, 26. November 2013

Im dritten Teil der ARD-Reihe „Deutsche Dynastien” ging es gestern um Faber-Castell. Wer (so wie ich) die 45-minütige Sendung verpasst hat, kann sie in der Mediathek anschauen.

Danke an Stefan für den Hinweis!

„Faber-Castell since 1761″ (2)

Montag, 7. Oktober 2013

Mit „Faber-Castell since 1761″ gibt es seit kurzem eine umfangreiche Unternehmens- und Familiengeschichte der Bleistiftdynastie. Hier ein paar subjektive Anmerkungen.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Der üppig gestaltete, etwa 24,5 × 29 cm große und 520-seitige Band aus der Collection Rolf Heyne ist fadengeheftet, gebunden und durchgehend vierfarbig. Die Verarbeitungs­qualität des in Italien gedruckten Werkes ist, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Die Gliederung des chronologisch aufgebauten Buchs orientiert sich im wesentlichen an den acht Generationen und bietet über die mit „Wie die Welt aussah” betitelten Rubriken den zeitgeschichtlichen Kontext, was mir gut gefällt. Den Bauwerken ist ein eigenes Kapi­tel gewidmet, und der Anhang enthält u. a. einen Ausschnitt aus den Stammtafeln der Familien Faber und Castell sowie den Familienstammbaum.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Das Buch erfreut mit sehr ästhetischen Darstellungen; hier der Erwerb einer Graphitmine in Südsibirien durch Lothar von Faber im Jahre 1856 und Werbematerial für die Marken ACME und Apollo von Johann Faber.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Sämtliche Produktbereiche von gestern und heute werden präsentiert, darunter – neben Blei- und Farbstiften – Schiefertafeln und -griffel, Tinten und Tuschen, Rechenstäbe, Füll­halter, Zeichengeräte sowie Kosmetik.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Manches hätte ich gerne jedoch etwas ausführlicher gesehen, so z. B. das Sortiment von Eberhard Faber in den USA und die Bleistiftspitzer; vielleicht wäre auch das eine oder an­dere ungewöhnliche und heute fast vergessene Produkt (wie etwa der Flach­minen-Dreh­bleistift TK 9600) eine Erwähnung wert gewesen.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Angesichts des ganzen Know-how hinter den vielfältigen Produkten verwundert mich, wie wenig Technik gezeigt wird – Patentzeichnungen, Werkzeuge, Maschinen, Prototypen, halbfertige Produkte und andere Details zu Entwicklung und Fertigung fehlen fast völlig, was ich sehr schade finde.

„Faber-Castell since 1761” (2)

Markengeschichte und Imagepflege indes sind ausführlich dokumentiert, und so wirken nicht wenige Seiten wie aus einer Werbebroschüre (und auf mich in einem solchen Buch unangenehm).

„Faber-Castell since 1761” (2)

Dass mich die ausführliche Darstellung der Bauwerke wenig und die zahlreichen privaten Einblicke kaum ansprechen, liegt vermutlich daran, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Buchs gehöre.

„Faber-Castell since 1761” (2)

„Faber-Castell since 1761″ ist sicher reizvoll, würde mir aber erheblich besser gefallen, wenn es weniger Familienfotos und Eigenwerbung und dafür mehr technikgeschichtliche Details enthalten würde; so kann ich das 58 Euro teure Buch leider nur eingeschränkt empfehlen.

Nachtrag vom 20.10.13: Unter „Faber-Castell Since 1761 (3)” bietet Sean von Contra­puntalism einen Blick auf die englische Ausgabe dieses Buches, zu der mir der Verlag Ende September sagte, es gäbe sie nicht.

Weltspartag 1968

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Der Weltspartag 1968 ist seit 45 Jahren vorbei, doch mindestens einen der Bleistifte, mit denen die Frankfurter Sparkasse von 1822 damals geworben hat, gibt es noch.

Weltspartag 1968

Weltspartag 1968

Weltspartag 1968

Reste der Prägung weisen den dreiflächigen Stift als ein Produkt von Faber-Castell aus; zu erkennen ist auch das „SV”, mit dem das Securalverfahren beworben wurde. – Was man so alles beim Wühlen findet …

„Eine spitze Geschichte”

Dienstag, 1. Oktober 2013

Sehr schön: Der alte Trickfilm „Eine spitze Geschichte” von Faber-Castell.

„Eine spitze Geschichte”

Danke an Olivier für den Hinweis darauf!

„Faber-Castell since 1761″

Montag, 23. September 2013

Nach einigen Verschiebungen endlich veröffentlicht: „Faber-Castell since 1761″. – Entge­gen den Angaben auf der Produktseite ist das etwa drei Kilogramm schwere und 58 Euro teure Buch aus dem Verlag Collection Rolf Heyne seit dem 19. September lieferbar.

Nachtrag vom 7.10.13: Hier gibt es eine kurze Besprechung.

Patent Nr. 618308

Samstag, 25. Mai 2013

Wer hatte als erster die Idee zu einem Bleistiftspitzer mit gebogenem Messer1 (wie z. B. dem Faber-Castell Janus 4048) und ließ sie sich patentieren? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, doch das Patent Nr. 618308 für einen „Bleistiftspitzer mit Klingen”, erteilt am 31. August 1932 für Leopold Jacobsohn in Berlin und bekanntgegeben am 22. August 1935, könnte Aufschluss geben.

Patent Nr. 618308

In der Patentschrift heißt es:

Die Erfindung betrifft Bleistiftspitzer mit Klingen zur Erzeugung einer kurvenför­migen oder gebrochenen Schnittlinie am Holz und Minenteil.

Und weiter:

Es ist bekannt, Klingen so herzustellen, daß sie eine geknickte oder gebogene Schneide aufweisen. Sie müssen infolge dieser Form beim Schleifen mehrmals eingestellt und genau geschliffen werden. Da eine wirkliche Genauigkeit dieser mehrfachen Schleifkanten nicht zu erzielen ist, muß jede Klinge beim Einsetzen in den Spitzer erst eingestellt werden. Dadurch werden derartige Bleistiftspitzer teuer.

Hier dachte ich zunächst, dass man Spitzer mit geschwungenem Messer bereits kannte, doch streng genommen geht dies aus dem Absatz nicht hervor.

Nun die Idee:

Der Erfindungsgegenstand beseitigt diese Nachteile, daß die Klingen geradlinig hergestellt und geschliffen werden. Die geradlinige Klingenschneide wird dann in den Klingenhalter durch eine entsprechend angeordnete und ausgebildete Klingenträgerplatte und durch entsprechend angeordnete und ausgebildete Spannmittel in ungleichmäßig gebogene oder gebrochene Schnittformen gebracht, derart, daß der Holzteil beispielsweise geradlinig und der Minenteil kurvenförmig bzw. aus der Ebene des Holzteils geradlinig abgesetzt geschnitten wird.

Es folgen die Aufzählung der Vorteile eines solchen Spitzers, Details zu zwei Möglichkeiten der Umsetzung und die Patentansprüche.

Patent Nr. 618308

Variante 1

In der ersten Variante wurde eine gerade Klinge (c) mithilfe eines Klingenhalters (a, wohl der Spitzerkorpus) und Spannmitteln (b, d) gebogen. Vermutlich sollte hier der Teil einer gebrauchten Rasierklinge2 verwendet und die Nachteile ihrer geringen Dicke durch das beidseitige und auf der ganzen Länge arbeitende Spannmittel ausgeglichen werden; auch spräche der kleine Biegeradius dafür.

Patent Nr. 618308

Variante 2

Für die zweite Variante3 kam eine 0,8 mm dicke Klinge (e) mit einer 0,6 mm tiefen Aus­sparung (f) zum Einsatz. Zwei Schrauben spannten die Klinge auf die Tragplatte (a), wobei sich die Klinge an der Materialschwächung krümmte.

Mich würde nicht wundern, wenn dieses Patent die Grundlage für die Entwicklung des Ja­nus 4046 von A.W. Faber und des Helios von Johann Faber war, denn beide Spitzer kamen drei Jahre nach der Patenterteilung und im Jahr der Patentveröffentlichung auf den Markt. Bei diesen beiden Spitzern ging die Schraube durch den Spitzer hindurch in ein Gewinde im Messer und zog es an die gekrümmte Auflagefläche; diese Variante würde ich als die dritte bezeichnen. Der nächste Schritt, für mich die vierte Variante, könnte dann der Janus 4048 von Faber-Castell aus dem Jahr 1965 gewesen sein, dessen Messer kein Gewinde, sondern nur noch eine Bohrung aufwies. Durch diese drehte man die Schraube in den Spitzer und brachte so das Messer in die gebogene Form. – In den ersten beiden Varianten hat das Messer einen sehr kleinen Biegeradius, wodurch das Material an der Knickstelle stark stra­paziert wurde. Für einen weiteren Nachteil der (wie es in der Patentschrift heißt) gebro­chenen Schnittform halte ich die höhere Bruchgefahr der resultierenden Spitze auf der Hö­he des kleinen Radius. Bei den späteren Messern war die Biegelast gleichmäßiger verteilt, was nicht nur der Haltbarkeit des Messers, sondern wohl auch der Bruchstabilität der Spitze zugute kam (ein über die ganze Länge des Messers konstanter Biegeradius ist angesichts der Materialschwächung durch das Gewinde (4046/Helios) bzw. die Bohrung (4048) und der Verjüngung durch die Schneide natürlich illusorisch).

Meine Recherchen zur Geschichte dieses Spitzertyps dauern an. Und es bleiben Fragen: Gab es seit den frühen 70er Jahren, also nach dem Janus 4048, wirklich keinen Spitzer mit gebogenem Messer mehr? Die Schutzdauer des Patents ist längst abgelaufen. Hat denn keiner das Konzept erneut umgesetzt? Und: Wie könnte eine Weiterentwicklung ausse­hen? Ließe sich das Messer so montieren, dass man den Krümmungsradius variie­ren kann? (Dieser Gedanke kam mir beim Blick auf das US-Patent 4506716 von Hirro Hayashi aus dem Jahr 1982.) Könnte man in den Spitzer eine zweite Bohrung einbringen, um an der gegen­überliegenden Schneide 2-mm-Minen zu spitzen?

Danke an Wowter für seinen Hinweis auf dieses Patent!

Nachtrag vom 27.5.13: Bemerkenswertes findet sich im US-Patent Nr. 521744, Henry A. Veazie am 19. Juni 1894 erteilt:

Patent Nr. 521744

Dieses zeigt ein gekrümmtes Messer (hier zum Einstecken) in einem Aufsteckspitzer (!).

  1. Ich benutze hier „Klinge” und „Messer” synonym; letzteren Begriff bevorzuge ich und wähle ersteren daher vorwiegend bei Zitaten.
  2. Spitzer mit Rasierklingen habe ich in schlechter Erinnerung; siehe „Spitzen anno dazumal”.
  3. Hier fiel mir zudem der konkave Schliff auf, den ich nur von alten Spitzermessern kenne.

Top Two (2)

Dienstag, 21. Mai 2013

Manchmal werde ich nach einem guten Handspitzer gefragt. Die Antwort fällt mir leicht, gibt es doch inzwischen nur noch sehr wenige Modelle, die ich für empfehlenswert halte1.

Top Two (2)

Faber-Castell Janus 4048, Möbius+Ruppert 604 („Granate”)

Nein, die „Long Point”2-Modelle von KUM gehören nicht mehr dazu. Warum? Nach einiger Zeit habe ich festgestellt, dass sie (ebenso die mit ähnlichem Spitzenwinkel arbeitenden Spitzer) zuviel abtragen, und nicht nur bei teuren Bleistiften ist ein Span mit zuweilen über 0,4 Millimetern einfach zu dick. Hinzu kommt der Umstand, dass bei einer größeren Span­dicke die radial auf die Mine wirkende Kraft größer ist und so die Mine häufiger bricht3. Eine Bastelei am KUM 400 macht ihn zwar sparsamer, verschlechtert aber die Geometrie. Kurz: Zu diesen Spitzern kann ich nicht länger guten Gewissens raten4.

Aber welchen dann? Ganz einfach – meine Favoriten sind der Faber-Castell Janus 4048 und der Mö­bius+Ruppert 604, bekannt als „Granate”. Kleiner Wermutstropfen: Wie schon bei meinen Top Two der Bleistifte wird nur noch einer von beiden produziert, nämlich die „Granate”.

Top Two (2)

Spitzen: Faber-Castell Janus 4048, Möbius+Ruppert 604

Die „Granate”, deren Geschichte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückreicht, ist ein Klassiker und sicher den meisten Bleistiftnutzern vertraut. Hervorragend in Gestaltung, Ver­arbeitung und Handhabung lässt dieser Spitzer keine Wünsche offen. Sein Messer mit der Rockwell-Härte 655 ist austauschbar6, hält aber sehr lange und bringt nach meinen Erfah­rungen auch Farbstifte zuverlässig in Form. Die aus Messing gefertigte „Granate” kostet um die 2 Euro und ist jeden Cent wert.

Top Two (2)

Den Janus 4048 von Faber-Castell habe ich erst spät entdeckt. Er geht zurück auf den Ja­nus 4046, den A.W. Faber 1935 auf den Markt gebracht hat, und war bis in die frühen 70er Jahre erhältlich (manche Händler hatten ihn sogar Anfang der 90er Jahre noch im Sortiment). Die Besonderheit des Janus ist sein gebogenes Messer, durch das die Spitze mit einem Spitzenwinkel von etwa 24° beginnt und bei einem 8 mm dicken Bleistift nach 25 mm in einer ungefähr 0,6 mm dicken Mine endet; ist die Mine 2 mm stark, so wird diese auf gut 8 mm freigelegt. Doch diese beeindruckende Spitzenform hat auch Nachteile: Ist das Messer nicht mehr scharf genug, setzt es dem Bleistift arg zu, was soweit gehen kann, dass die Spitze bei weichen oder nicht gut verleimten Minen oft abbricht. Das Schärfen des Messers ist problematisch, da es dadurch schmaler und die Geometrie ungünstig verändert wird; bei einem Abtrag von mehr zwei Zehnteln in der Breite wird der Spitzer sogar un­brauchbar7. Obendrein macht die im Messer u. U. verbleibende Krümmung das Schärfen knif­flig8. Trotzdem lohnt es sich, nach einem gut erhaltenen Janus zu schauen, auch wenn für die Messing-Variante nicht selten inakzeptable Preise verlangt werden (das Magnesium-Modell ist meist günstiger). – Eine Neuauflage des Janus wäre natürlich toll, aber das dürfte ein Traum bleiben.

Nachtrag vom 22.2.14: Der KUM 400-5L wurde überarbeitet – zumindest mein neues Exemplar spitzt verlässlich und mit einem dünneren Span.

  1. Nicht berücksichtigt sind hier die Behälterspitzer sowie solche, die gut mit dem WOPEX zusam­menarbeiten, denn diese müssen einen etwas dickeren Span abnehmen. – Übrigens kann man beim Testen so einiges erleben: Kürzlich hatte ich ein Modell, das beim Spitzen Quietschgeräu­sche von sich gab.
  2. „Long Point” deswegen, weil der Winkel des resultierenden Konus mit 18° kleiner und die Spitze länger ist als beim Standardwinkel von 22°. – In manchen Kreisen spricht man jedoch bereits bei 22° von „Langkonus” und bei Spitzern für Farb- und Kosmetikstifte von „Kurzkonus”.
  3. Meine Anfrage bei KUM nach einer eventuellen Überarbeitung des 400 ist bis heute leider unbeantwortet.
  4. Nie angetan war ich vom KUM Long Point Automatic, da es mir nur selten gelungen ist, mit diesem ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen.
  5. Zum Vergleich: Die Klinge eines Schweizer Taschenmessers hat 55 HRC, und hochwertige japanische Küchenmesser bringen es auf 65–67 HRC.
  6. Für die „Granate” gibt es eigene Messer, denn die für Standardspitzer sind zu breit und passen nicht.
  7. Sollte das Gewinde beschädigt sein, kann man das Messer mit einer M2-Schraube befestigen.
  8. Ersatzmesser gibt es nicht mehr, und ein kompatibles konnte ich bis jetzt nicht finden.

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK