Archiv des Stichworts „Farbstifte”

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J.S. Staedtler „Gladiator” 333S

Freitag, 23. Juni 2017

Heute nur ein schnelles Foto, und zwar vom blauen Farbstift J.S. Staedtler „Gladiator” 333S.

J.S. Staedtler „Gladiator” 333S

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Der „Gladiator” ist 11,7 mm dick und hat eine gut 4,5 mm starke Mine, die vergleichsweise hart, aber sehr sauber schreibt. Ich nehme an, dass er als sog. Magazinstift, also für das Markieren gedacht war. Sein Alter schätze ich auf 70 bis 80 Jahre.

Danke an Sean von Contrapuntalism für den „Gladiator”!

The Editor

Sonntag, 28. Mai 2017

Während es den Rot-Blau-Stift in diversen Varianten, von vielen Herstellern und schon sehr lange gibt1, sind Stifte mit Graphit- und roter Mine noch recht neu und nur selten anzu­treffen. Wenn ich richtig informiert bin, gab es den ersten dieser Art 1975 in Japan (von welchem Hersteller, weiß ich leider nicht). Im Februar 2004 brachte Tombow den LV-KEV auf den Markt, doch bedauerlicherweise wurde die Produktion 2013 eingestellt. Die beiden einzigen noch erhältlichen Stifte dieser Gattung sind meines Wissens der Perfetto von Lui­se Fili Ltd., hergestellt in Taiwan, und „The Editor”, der von Caran d'Ache in der Schweiz für CW Pencil Enter­prise gefertigt wird2. Um letzteren soll es heute gehen.

The Editor

Der 17,5 cm lange und 7,5 dicke Editor hat eine 3 mm starke Mine. Der Graphit-Teil ist ver­gleichsweise hart; die subjektive Härte entspricht etwa der des STAEDTLER Mars Lumo­graph H. Die Mine hat das für Caran d'Ache typische Gleiten, eine saubere Abgabe sowie eine dem Härtegrad entsprechende Schwärzung und Bruchfestigkeit. Sie ist wischfest und bei nicht allzu festem Schreibdruck gut radierbar. Die rote, wasservermalbare Mine ist nicht so weich wie die des typischen Buntstifts und schreibt ebenfalls sauber; ihr Farbton geht in Richtung Zinnober.

The Editor

Der Editor ist ordentlich verarbeitet – die Verleimung ist gut, der Lack3 ist sauber und der Prägedruck4 ohne Makel. Holz (höchstwahrscheinlich Weihrauchzeder) und Mine lassen sich sehr gut spitzen und kommen daher auch gut mit dem Pollux klar.

The Editor

Der Editor ist ein schöner Stift, doch ich hätte noch mehr Freude an ihm, wenn die Gra­phitmine ein wenig weicher und die rote Mine etwas härter wäre (wie z. B. der STAEDT­LER Mars Lumochrom oder der Mitsubishi 7700) . Er ist nur bei CW Pencil Enterprise zu bekommen und kostet 3 US-Dollar (knapp 2,70 Euro) pro Stück.

Nachtrag vom 27.7.17: Weitere noch erhältliche Graphit/Rot-Stifte sind der Dual Pencil von Pensan aus der Türkei, der Lápiz dúo von Dixon aus Mexiko und der Zimmermannsstift Duo von Koh-I-Noor aus Tschechien (letzteren gibt es zusammen mit einem Blau/Graphit-Stift). Danke an Stephen von pencil talk für die Hinweise!

  1. Ein in meinen Augen besonders schönes Exemplar ist der J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642.
  2. Wie kam der Editor zu CW Pencil Enterprise? In einem „Erasable”-Podcast erzählt Caroline Weaver, dass Caran d'Ache mit dem fertig gestalteten Stift an sie herangetreten ist und sie ihn unverändert in ihr Sortiment übernommen hat.
  3. Wer genau auf das schwarze Ende schaut, sieht, dass der Stift erst komplett rot und dann zur Hälfte schwarz lackiert wurde. – Bei einem Exemplar war der Lack auf zwei Zentimetern auf­gerissen. Dies war sicher ein Ausrutscher, und CWPE hat mir den Kaufpreis sofort erstattet.
  4. Der Schriftzug „CARAN d'ACHE” wurde zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens im Jahr 2015 zu „CARAN D'ACHE” geändert.

Farbenspiel

Samstag, 4. Februar 2017

Einen farbenfrohen Auftritt hatte die Schwan-Bleistift-Fabrik A.G. Nürnberg im Jahr 1944 mit dieser Anzeige.

Farbenspiel

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Die als Beileger ausgeführte Anzeige ist beidseitig bedruckt und misst 24 × 16,3 cm; das Papier ist mit gefühlten 70 g/m² vergleichsweise dünn.

Farbenspiel

Der Name „Stabilo” geht zurück auf die hohe Stabilität des 1925 von Schwan vorgestellten Dünn­kernfarbstifts und wurde 1939 eingetragen. – Im gleichen Jahr kam der Schwan auf die Tauchkappe; dieses sog. „Schwan-Auge” ziert die Stifte noch heute.

Farbenspiel

Unnötig zu sagen, dass ich die Gestaltung sehr reizvoll finde.

Farbenspiel

Nachtrag vom 6.2.17: Diese Anzeige lag im Dezember 1944 der Sonderausgabe „Der Eu­ropäische Mensch” der Wochenzeitung „Illustrirte Zeitung Leipzig” bei, die im J.J. Weber Verlag Leipzig erschien. Von dieser Zeitung gab es von 1843 bis in den September 1944 hinein wöchentlich eine Ausgabe. Kriegbedingt wurde der Druck mit der letzten regulären Ausgabe im September 1944 eingestellt; danach erschien nur noch die erwähnte Sonder­ausgabe. Nach dem Krieg wurde die Arbeit an dieser Zeitung nicht wieder aufgenommen.

Insights X 2016

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Da mir die Muße und auch der Schwung fehlen, etwas über die Insights X in Nürnberg zu schreiben, mache ich mal den Aggregator1 und verweise auf das, was andere Teilnehmer des Blogger-Treffens über diese Messe veröffentlicht haben; so gehen diejeinigen, die hier nach der Insights X suchen, nicht leer aus.

Nachtrag vom 5.11.16: Links unter „Bleistift” erweitert.

  1. Als ein solcher fühle ich mich jedoch nicht sonderlich wohl, weil es davon bereits zu viele gibt und ich lieber eigene Inhalte erstelle.

In Form

Sonntag, 12. Juni 2016

In Form

Mitsubishi 7700 mit dem Pollux von Möbius+Ruppert

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Donnerstag, 11. Februar 2016

Einer der für mich schönsten Rot-Blau-Stifte ist der Mars Lumochrom 2642 von J.S. Staedtler1.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Der Farbstift Lumochrom2, den es in 24 Farben und dieser Rot-Blau-Variante gab, kam Mitte der 1950er Jahre auf den Markt und war bis in die 1990er Jahre hinein erhältlich. Mit seiner recht harten Mine wurde er hauptsächlich Technischen Zeichnern angedient, und so gab es ihn nicht nur holzgefasst, sondern auch als 2-mm-Mine.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Das Alter dieses Lumochrom 2642 schätze ich auf etwa 50 Jahre. Wie andere Stifte von Staedtler aus der damaligen Zeit zieren ihn der goldfarbene Prägedruck mit zum Teil unge­wöhnlich gestalteten Buchstaben (z. B. das A und das M), der Viertelmond3 und das astro­nomische Zeichen für den Mars sowie dessen beide Monde Phobos und Daimos. Auf der abgewandten Seite findet sich die Blindprägung „74″. – Der Blick auf das blaue Ende lässt vermuten, dass der Stift zuerst komplett rot und dann halb blau lackiert wurde.

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Der Farbstift ist 7,6 mm4 und die Mine 2 mm dick. Sie ist bruchstabil, hat eine sehr saubere Abgabe, sättigt gut und bietet eine gute Wischfestigkeit; mit einem hochwertigen Radie­rer5 und etwas Geduld lässt sie sich weitgehend, aber nicht vollständig entfernen. – Es fällt auf, das das Rot ganz leicht ins Violette geht, also einen geringen Blauanteil hat. Dieses wohl 60 Jahre alte Faltblatt6 aus der Frühzeit des Lumochrom belegt, dass man beim 2642 Karminrot (2625) und Blau (2619)7 kombiniert hat:

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Ein feiner Stift!

J.S. Staedtler Mars Lumochrom 2642

Den Ursprung und den erstmaligen Verwendungszweck der Rot-Blau-Stifte kenne ich bis heute nicht, aber ich konnte ein paar Hinweise finden:

  • Im Austellungskatalog „Pencils” schreibt Marco Ferreri, dass italienische Lehrer normale Fehler rot und gravierende Fehler blau markieren.
  • Im 2. Weltkrieg haben deutsche Soldaten auf Karten die feindlichen Truppen in Rot und die eigenen in Blau eingetragen.
  • Deutsche Krankenschwestern haben den Blutdruck in Rot und die Körpertemperatur in Blau notiert.

Aber wer weiß – vielleicht dachte mal jemand, dass das eine ansprechende Kombination wäre, und hat einfach einen solchen Stift hergestellt …

  1. Firmen- und Produktname werden eigentlich in Versalien geschrieben, doch zur besseren Les­barkeit wähle ich die Gemischtschreibung.
  2. Der Name war von 1953 bis 2003 geschützt.
  3. Der Viertelmond, angemeldet 1887 beim Amtsgericht Nürnberg, gilt als eines des frühesten Warenzeichen für Bleistifte.
  4. Schlüsselweite 7,2 mm.
  5. Getestet mit dem Plus Tree's Air-in Hard.
  6. Die andere Seite bewarb den Kurbelspitzer 5700 D.
  7. Nach der Umstellung auf neue Artikelnummern im Jahr 1967 hatten diese Farben die Nummern 104-29 und 104-3.

Rot und Blau

Donnerstag, 21. Januar 2016

Bereits im November habe ich überlegt, an was mich dieses Schild erinnert.

Rot und Blau

Jetzt weiß ich es: An die Kennzeichnung des Rot-Blau-Stifts CV-REA VP von Tombow.

Rot und Blau

(Nein, ich habe nicht nur Stifte im Kopf.)

Kurz notiert

Mittwoch, 6. Januar 2016
  • Mitsubishi/uni Japan hat bereits Anfang Dezember 2015 angekündigt, die Produktion des 1971 eingeführten Farbstifts 7700 bis auf die Farbe Rot aufgrund mangelnder Nachfrage Ende 2015 einzustellen. Da dieser in zwölf Farben erhältliche Stift bei japa­nischen Architekten und Manga-Zeichnern sehr beliebt ist, kam es zu Protesten und Panikkäufen, woraufhin Mitsubishi eingelenkt und zugesagt hat, neben Rot weiterhin die Farben Hellblau, Gelbgrün und Orange zu produzieren.
    Mitsubishi 7700
    (Aus dem Online-Katalog 2016/2017; die Website führt den 7700 nicht mehr auf.) – Danke an Sean für den Hinweis!
  • Erinnert sich noch jemand an den Sprout-Bleistift, dessen Ende einen Samen enthielt und eingepflanzt werden konnte? „Das StartUp Sprout feiert ungeahnte Erfolge mit seinem Bleistift, aus dem eine Pflanze sprießt” – Danke an Andreas Weinberger für den Hinweis!

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