Monatsarchiv für Dezember 2009

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Madonna revised

Freitag, 18. Dezember 2009

Als ich hier vor einiger Zeit den ungewöhnlichen Zweifarb-Stift STAEDTLER MARS-REVISOR 2914 vorgestellt habe, fragte mich der Künstler Giorgio Poppi aus Italien nach einer Quelle. Da dieser Stift jedoch schon lange nicht mehr hergestellt wird, konnte ich ihm leider keine nennen, dafür aber ein Exemplar aus meinem Fundus schicken. Zu meiner sehr großen Überraschung und Freude erhielt ich nur wenig später dieses ganz besondere, etwa 15 × 21 cm große Werk, das er mit einem „Revisor” gemalt hat:

„Revisor Madonna” von Giorgio Poppi

Vielen Dank an Giorgio Poppi für die „Revisor Madonna”!

Wundersame Welt der Waren (14)

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Der geheimnisvollen Verwandlung des Glas-Kaffeeautomaten Krups ProAroma F 309 4C (schwarz) in einen Hygieneartikel der besonderen Art wohnte kürzlich mein aufmerksamer Kollege H. in einer Filiale der auf lärmende Reklame spezialisierten Elektrohandelskette bei.

Hygieneartikel Kaffeemaschine

Diese bemerkenswerte Metamorphose geschah binnen eines sehr kurzen Augenblicks und erhob das profane Haushaltsgerät kraft eines großen roten Stempels zu einem nicht mehr umtauschbaren Utensil für die persönliche Pflege. Der Lauf der Dinge verblüfft mich doch immer wieder aufs Neue!

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Wundersame Welt der Waren (13)

Samstag, 12. Dezember 2009

Nachdem ich mich lange vergeblich gefragt habe, warum es so viele freudlose Figuren gibt, hat mich nun der Besuch eines Kaufhauses in Mainz überraschend aufgeklärt: Der moderne Mensch lacht nicht mehr selbst, sondern lässt lachen, wobei ihm der Einzelhandel hilfreich und obendrein sensorgestützt unter die Mundwinkel Arme greift.

Lachende Figuren

Das hier durch ein Schild repräsentierte Angebot* beschränkte sich zwar auf die in dieser Jahreszeit bevorzugten Gestalten, doch ich bin mir sicher, dass mit dem Frühjahrssortiment zahlreiche weitere in die Regale kommen, um die Kundschaft von der schweren Last dieser strapaziösen Gefühlsäußerung zu befreien. – Ob das Outsourcing dieser ganz besonderen Art mit der immer populärer werdenden Übellaunigkeit (die sich so manche nicht im Laden erhältliche Figur offenbar zur Kernkompetenz gemacht hat) ursächlich zusammenhängt, konnte ich bis jetzt nicht in Erfahrung bringen. Ebenso unklar ist mir, weshalb sich das orangebemützte Mädchen auf dem Bild Mund und Nase abdeckt. Hat es womöglich aus Versehen persönlich gelacht, anstatt die Hilfe der Figuren in Anspruch zu nehmen?

* Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich die feilgehaltenen Spaßmacher aus ästhetischen Gründen nicht detailliert zeige; zudem hoffe ich, dass der mir bis dato unbekannte „Weihnachtshund” nur lacht und auf das Singen verzichtet.

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J.S. Staedtler 1919 (4)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Eine flache, zweigeteilte Metallhülse, die einen kurzen Holzbleistift aufnahm und entweder diesen verlängerte oder die (Westen-)Tasche, in der er leicht Platz fand, vor dessen Spitze schützte, zeigte die Seite 75 des Katalogs von J.S. Staedtler aus dem Jahr 1919.

Umsteckschoner

Für den umzusteckenden Schoner, der sich nach Angaben des Herstellers besonders gut an das Reisepublikum verkaufen ließ, gab es gleich drei verschieden ausgeführte Blei- und einen Kopierstift, wobei letzterer als (mir unbekannt) „velourpoliert” beschrieben wurde; eine Variante war gar gerieft. – Welches Holz statt der Zeder zum Einsatz kam und was das „weiße Metall” war, konnte ich bis jetzt nicht herausfinden.

Ich möchte mich wieder einer (zugegebenermaßen redundanten) Montage bedienen, um das im Katalog nicht Gezeigte zu ergänzen:

Umsteckschoner (Montage)

Die Form der 62,5 mm langen und mit silberfarbenem Prägedruck versehenen Bleistifte ist aus heutiger Sicht ungewöhnlich, denn während ihr Profil an ein abgerundetes Rechteck und damit an Zimmermannsbleistifte erinnert, zeigt die untere Abbildung keine rechteckige wie in diesen, sondern eine runde (oder ovale). – Den Härtegrad nennt der Katalog nicht; auch fehlt der Hinweis auf einen geeigneten Spitzer.

Umsteckschoner

Das Funktionsprinzip dieses Umsteckschoners ähnelt dem der sog. „bullet pencils”, von denen man sagt, dass ihr Ursprung in den US-amerikanischen Bürgerkrieg zurückreiche; damals sollen Soldaten kurze Bleistifte in leere Patronenhülsen gesteckt haben, um sie besser verstauen zu können.

Umsteckschoner

 Taschen-Bleistift „Famulus” | J.S. Staedtler 1919 | Telephonstift 

Sanfter Riese

Dienstag, 8. Dezember 2009

Dieser Radierer ist unförmig, krümelt stark, verbraucht sich recht schnell, hat eine ziemlich merkwürdige Farbe und riecht etwas komisch, doch er arbeitet so gut, dass er das alles mehr als ausgleicht und binnen kurzer Zeit zu einem meiner Favoriten geworden ist.

Sanford Design Artgum

Mit im Bild der STAEDTLER LUNA 349.

Mit 50 × 24 × 22 mm und knapp 31 g tritt der „Design Artgum” des US-amerikanischen Herstellers Sanford als Schwergewicht an, aber der Eindruck eines groben Klotzes täuscht: Der „Art Eraser/Cleaner” entfernt Graphit gleichermaßen sauber wie schonend – auch bei weichem Bleistift schmiert er nicht, und auf empfindlichem Papier geht er sanft zu Werke.

Sanford Design Artgum

Ich kann mir vorstellen, dass sich der in zwei Größen erhältliche „Design Artgum” obendrein zum Entfernen so mancher Flecken auf Stoffen, Tapeten usw. eignet und damit einen Zu­satznutzen bietet, doch ein Test steht noch aus.

Vielen Dank an Matthias Meckel für diesen Radierer!

Markiges Marketing (14)

Montag, 7. Dezember 2009

Bleistifte von Brevillier & Urban

Als gut bestückten Fahnenmast weit über den Globus hinausragen ließ Brevillier & Urban einen klassisch-gelben Bleistift und stellte ihn auf dieser gut 90 Jahre alten und 45 × 30 mm großen Reklamemarke aus der Vogelperspektive dar. Ein farbenfrohes und in meinen Augen grafisch reizvolles Stück Gebrauchsgrafik!

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Gestaltungsmittel

Samstag, 5. Dezember 2009

Einen echten Hingucker in Form eines viereckigen Rades präsentierte die J.S. STAEDTLER Inc. in Hackensack, New Jersey (USA), den Lesern der Zeitschrift „Civil Engineering” im Mai 1960 und schaffte damit den richtigen Rahmen, um allen Vordenkern die Zeichenprodukte der aus Deutschland importierten Spitzenreihe MARS zur professionellen Visualisierung ihrer zukunftsweisenden Ideen anzudienen.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Die MARS-Serie war zur damaligen Zeit bereits etabliert, doch ob der Konstrukteur des drei Jahre zuvor patentierten eckigen Rades, das an schwerem Gerät und im rauhen Gelände seine Vorzüge zeigen sollte, ebenfalls damit gearbeitet hat, bleibt offen.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)   Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Neben den bekannten und schon mehrfach erwähnten Stiften und Minen wurden die „Non-Print pencils and leads” beworben; ob es sich bei diesen um die Vorläufer der später mit dem Namenszusatz „Non-Repro” angebotenen Artikel gehandelt hat, konnte ich bis jetzt leider nicht herausfinden.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

Hier zu sehen sind auch die bis 1991 gebräuchlichen Zwingchen am Minenende, die das Herausfallen bei geöffneter Klemmzange verhinderten.

Anzeige der J.S. STAEDTLER Inc. (1960)

 Licht und Farbe (2) | Alte Anzeigen von STAEDTLER | Spitzenspiel 

Vorfreude

Freitag, 4. Dezember 2009

Gerade einmal zwei Wochen sind vergangen, seit ich bei dem neuseeländischen Künstler Paul Hutchinson eine Arbeit in Auftrag gegeben habe, und schon gestern erhielt ich einen Vorgeschmack auf das Kunstwerk, das nun trocknend darauf wartet, auf die Reise um den halben Globus geschickt zu werden und dann einen prominenten Platz einzunehmen.

„STAEDTLER Mars Lumograph 2B” von Paul Hutchinson

Vielen Dank an Paul Hutchinson für seine großartige Fähigkeit, kleine Dinge zu sehen und sie auf so besondere Weise zu zeigen!


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