Archiv des Stichworts „STABILO”

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STABILO 8770

Montag, 21. Januar 2013

Gut 30 Jahre alt ist dieses Etui von STABILO, das es mir aus mehreren Gründen angetan hat.

STABILO 8770

Das Etui 8770 für „Ingenieure, Architekten, Techniker” (so der Text im Innern) ist aus mit Kaliko überzogenem Karton, 180 × 103 × 15 mm groß und enthält zwölf Farbstifte. Seine Gestaltung in Schwarz, Gold und Weiß finde ich geschmackvoll.

STABILO 8770

Die Innenseite der mit einem Druckknopf zu verschließenden Klappe zeigt Schraffuren und Farben für die Darstellung verschiedener Materialien1 nach DIN 2012 und nennt die korre­spondierenden Nummern der Stifte sowie die Farbnamen. Wie schon bei den Landkarten­stiften (z. B. dem LYRA-ORLOW № 2736 oder dem Johann Faber Krokier-Etui Nr. 3144) spricht mich die Ästhetik dieser Legende an. – Den roten Stift mit STABILO-Schriftzug und weißem Schwan halte ich für ein weiteres gelungenes Detail.

STABILO 8770

Ein Abgleich der Legende mit dem Inhalt zeigt, dass das Etui die richtigen Stifte enthält – nicht immer selbstverständlich bei antiquarischen Stücken wie diesem.

STABILO 8770

Die Stifte in diesem Etui haben ihren Ursprung im 1925 von Schwan vorgestellten Dünn­kernfarbstift, dessen Stabilität den Namen „Stabilo” (später „STABILO”) hervorbrachte. Sie sind hexagonal, werkseitig gespitzt und aus Zedernholz; in ihrem 7,6 mm dicken Schaft (Schlüsselweite 7 mm) steckt eine wasservermalbare 2,5-mm-Mine.

STABILO 8770

Der silberfarbene Folienprägedruck der Farbstifte läuft zur Spitze hin; bei den aktuellen Stif­ten von STABILO ist es umgekehrt3. Neben der Farbnummer4 (die heute anders auf­gebaut ist) zeigt er zwei Rauten mit umschließendem Rechteck, deren Bedeutung und Geschichte ich leider nicht kenne. – Die Blindprägungen 380, 480 und 181 belegen, dass die Stifte zwischen März 1980 und Januar 1981 hergestellt wurden.

STABILO 8770

Das sog. Schwan-Auge, ein für mich sehr schönes Gestaltungselement, ziert die auf das abgerundete Stiftende beschränkte Tauchkappe des Farbstifts.

STABILO 8770

Die Entnahme der Stifte wird dadurch erleichtert, dass sich das Unterteil auf etwa einem Viertel der Länge nach unten klappen lässt. Vermutlich sollte das Gummiband auf der Rück­seite den heruntergeklappten Teil in der geöffneten Position halten, aber es ist ausge­leiert.

STABILO 8770

Ein Formteil aus Kunststoff hält die Stifte am Platz.

STABILO 8770

Wie das Etui sind auch die Stifte in einem außerordentlich guten Zustand; lediglich der Lack des grauen ist entlang des Prägedrucks eingerissen. Es mag irrational klingen, doch da die Farbstifte noch unbenutzt sind, konnte ich es bis jetzt nicht übers Herz bringen, sie zu testen (ich bin mir jedoch sicher, dass sie mir zusagen würden).

STABILO 8770

Außer diesem gab es noch andere Etuis mit 12 und 24 Farben, darunter eines für die Fotoretusche.

STABILO 8770

Die Konstruktion, die Gestaltung und die technische Ausrichtung dieses Etuis gefallen mir sehr gut, und so finde ich es schade, dass es nicht mehr erhältlich ist.

Nachtrag vom 12.2.13: Die Beschriftung des STABILO wurde gegen 1989 von links- auf rechtsläufig umgestellt. Andere Produkte waren jedoch bereits lange vorher rechtsläufig bedruckt, was zu ungewöhnlichen Werbefotos geführt hat: Manche Stifte zeigten mit der Spitze nach rechts, andere nach links, und wenn alle Spitzen in die gleiche Richtung zeigen sollten, stand die Schrift einiger Stifte auf dem Kopf. – Das Gummiband des Etuis hat aktiv die Klappe geöffnet, wurde also, wenn das Etui geschlossen war, unter Spannung gehal­ten; dies erklärt auch, warum es jetzt ausgeleiert ist. – Das hier gezeigte STABILO-Logo wurde von 1960 bis 1987 benutzt. – Das Schwan-Auge wurde im April 1938 als Patent eingetragen und erstmals beim STABILO Cellomin ab 1939 verwendet. – Danke an Herbert R. für diese Details!

  1. Am Rande: Wie Ken Baynes und Francis Pugh in „The Art of the Engineer” schreiben, hat man in der technischen Zeichnung des 18. Jahrhunderts Farben nicht nur zur Darstellung des Mate­rials, sondern manchmal auch zur Kenntlichmachung der Funktion genutzt.
  2. Die DIN 201 wurde 2002 durch die DIN ISO 128-50 abgelöst.
  3. Es wäre interessant zu wissen, wann man die Richtung geändert hat.
  4. Die Lücken in der Nummerierung kommen daher, dass die Stifte dieses Etuis nur ein Teil des Sortiments waren.

Schwan

Sonntag, 25. November 2012

Schwan

Schwan

Schwan

Schwan

Schwan

Schwan

Danke an Herbert R. für die Scans!

Tiger!

Freitag, 5. Oktober 2012

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Tiger!

Einen „Tiger”-Bleistift gibt es hier zu sehen. – Danke an Herbert R. für die Scans!

Kunstvolle Präsentation

Donnerstag, 27. September 2012

Schreibgeräte lassen sich auf vielfältige Weise präsentieren. Eine alte und auch heute noch beliebte Möglichkeit ist die sog. Aufsteckkarte, auf der die Stifte durch Gummibänder ge­halten werden (siehe z. B. das erste Foto unter „Paperworld 2010 (1)”). Besonders präch­tig sind diese Exemplare der Schwan Bleistift-Fabrik, deren Alter ich aufgrund ihrer an den Jugendstil erinnernden Gestaltung auf gut 100 Jahre schätze.

Kunstvolle Präsentation

(Bilder anklicken, um den oberen Teil vergrößert anzuzeigen)

Die Geschichte des Unternehmens geht zurück in das Jahr 1865, als Gustav Adam Schwan­häußer die zehn Jahre zuvor gegründete Bleistiftfabrik Großberger und Kurz übernahm. In Anlehnung an den Namen des neuen Eigentümers machte man 1875 den Schwan zum Markenzeichen, und so ziert dieser natürlich auch die Aufsteckkarten.

Kunstvolle Präsentation

Bei der dritten Karte spricht mich vor allem der asymmetrische Rahmen an.

Kunstvolle Präsentation

Danke an Herbert R. für die Scans!

Tiger

Dienstag, 10. Juli 2012

Heute schleicht sich ein Tier an.

Tiger

Tiger

Tiger

Vielen Dank an Herbert R. für den tollen „Tiger”!

STABILO im Büro

Freitag, 6. Juli 2012

Für ihre neuen „STABILO-Cellomin-Tintenstifte mit den klimafesten Schreibkernen” warb die Nürnberger Schwan-Bleistift-Fabrik im Jahre 1940 mit dieser 85 × 130 mm großen An­zeige.

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

STABILO im Büro

(Die zweite Ligatur im letzten Bild ist natürlich kurios. Ich habe diese im Forum von Typo­grafie.info zur Diskussion gestellt und einige interessante Antworten bekommen.)

Nachtrag vom 12.2.13: Mehr zum Cellomin gibt es unter „Bunt beringt”.

Konstruktives

Sonntag, 1. Juli 2012

Aus dem gleichen Buch wie die Anzeige für die IDUNA-2 stammt diese etwa 13,5 × 10 cm große von Schwan.

Konstruktives

Die Druckqualität lässt zwar zu wünschen übrig, doch die dreidimensionale Schrift ist sicher wert, gezeigt zu werden.

Konstruktives

Damals wurde eben noch von Hand gerendert.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Montag, 21. Mai 2012

Dieses Jubiläum fand bereits 1955 statt, doch das, was ausgewählten Personen zu diesem Anlass überreicht wurde, lässt heute noch staunen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Schon die Verpackung beeindruckt. Der feste, 20 × 6 × 1 cm große und mit goldfarbe­ner Folie überzogene Schiebekarton trägt auf Vorder- und Rückseite vollflächige, farbig ab­gestimmte Etiketten, die stilvoll und sauber bedruckt sind.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Auch nach über einem halben Jahrhundert hat sich weder der Karton nennenswert verzo­gen noch eine Verklebung gelöst – zweifellos keine Selbstverständlichkeit.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Im Innern des geschmackvollen Etuis wartet ein halbes Dutzend dicker, dunkelroter Bleistif­te mit matten, gold­farbenen Kantenstreifen, kleinen weißen Schwänen und goldglänzen­den Metallkappen. Die Stifte haben einen ebenfalls goldglänzenden Prägedruck mit dem Logo und dem Namen des Herstellers, geschmückten Jahreszahlen und einer auf allen Flächen angebrachten „100″1.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die Schwäne, mit Watte vor Bruch geschützt, sind aus Kunststoff und mit Sockel 10 mm lang. – Neben der Luxusausführung dieses Sets mit Schwänchen gab es noch eine ein­fachere, deren Bleistifte eine Tauchkappe mit Schwan-Logo (dem sog. „Schwan-Auge”) zierte.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Goldglänzende, 43 mm lange Metallkappen mit Schlitz und Bördelung schützen die Spitzen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Der mit Schwänchen 18,5 cm lange Stift ist 9 mm dick und hat eine etwa 3,5 mm starke Mine, deren Mischung der im Stabilo micro 8000 B2 entspricht. Sie schreibt sehr sauber, ist vergleichsweise wischfest, gut radierbar und gleitet äußerst leicht. – Als ich das Set be­kommen habe, hatten die Spitzen einen grauen Belag. Dieser ist durch das Ausblühen des Wachses, mit dem die Minen getränkt wurden, entstanden und ließ sich abwischen.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Die Unregelmäßigkeiten an der Kappenspitze sind keine Spuren der Korrosion, sondern Reflexionen.

Das Zedernholz des Stiftes ist rötlich und fein gemasert (auf den Griff zum Spitzer habe ich diesmal verzichtet). – Bei genauem Blick erkennt man, dass zuerst die Kanten goldfarben und dann die Flächen rot lackiert wurden.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Zum Größenvergleich ein aktueller STABILO Opéra 285.

Die Liebe zum Detail, die sorgfältige Verarbeitung und die sehr hohe Qualität machen die­ses großartige Jubiläums-Set, das nur als Präsent gedacht und nicht zu kaufen war, für mich zu einer Kostbarkeit.

100 Jahre Schwan-Bleistift-Fabrik

Danke an Herbert R. für die Details zum Hintergrund des prächtigen Sets!

  1. Eine nette Aktion von Schwan zu diesem Jubiläum war übrigens, alle Bürger Deutschlands, die 1955 auch 100 Jahre alt wurden, zu besuchen und zu beschenken. Über Zeitschriftenanzeigen und Artikel hatte man nach ihnen gesucht, und alle 50, die sich gemeldet haben, wurden auch bedacht.
  2. Bereits 1930 ließ sich die Schwan-Bleistift-Fabrik „mikrofein” und 1938 „microtom” eintragen. Diese Namen gingen wohl zurück auf die „mikroskopisch fein vermahlene Spezialmine”, wie der Katalog des Jahres 1938 schrieb. Die Bezeichnung „microtom” und die Kurzform „micro” wurden ab 1959 für Fallstift-Minen genutzt und später für den STABILO micro 8000 übernommen; die Mine des letzteren entsprach der Fallstift-Mine.

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