Archiv des Stichworts „STABILO”

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Paperworld 2015

Montag, 9. Februar 2015

Vor einer Woche ging die Paperworld 2015 in Frankfurt/Main zu Ende; hier ein paar No­tizen.

Paperworld 2015

Schon gewusst? Der Frankfurter Messeturm wird im Volksmund „Bleistift” genannt.

Ich kann nicht verhehlen, dass sich bei mir über die Jahre eine gewisse Sättigung einge­stellt hat. Hinzu kommt eine Verlagerung von der Breite in die Tiefe, d. h. während ich mir früher gerne möglichst viel angesehen habe, schaue ich heute lieber bei ausgewählten Themen genauer hin. So habe ich diesmal eine enge Auswahl getroffen.

Nicht dabei waren u. a. Brunnen, LAMY und Schwan-STABILO, doch letztere werden auf der erstmals im Oktober stattfindenden PBS1-Messe Insights X2 in Nürnberg vertreten sein.

CARL, leider immer noch ohne deutschen Vertrieb, zeigte einen neuen Kurbelspitzer im Design eines kleinen Bahnhofs. Er soll eine konkave Spitze produzieren, doch das kann ich nicht bestätigen. – Tombow bietet in Deutschland nach wie vor nur eine kleine Auswahl des im Heimatland Japan erhältlichen Sortiments an, und im Gespräch hatte ich nicht den Eindruck, als würde sich das in absehbarer Zeit ändern.

Bei Faber-Castell, KUM und LYRA konnte ich keine Neuigkeiten entdecken. Faber-Castell hatte das Buch „Since 1761″ ausliegen, was mich überrascht hat, wurde es doch bisher nicht beworben (auch auf der Website wird es nicht erwähnt). – Am Stand von Schnei­der hat mich der sehr fein, leicht und sauber schreibende Slider Basic F beeindruckt3.

Atoma hat immer noch keinen Vertrieb für Deutschland, aber einzelne Händler bestellen direkt in Belgien und können so eine Auswahl der Produkte anbieten. Die Mitarbeiterin, von der ich das erfahren konnte, hat mir in kürzester Zeit so viel wie möglich mitzuteilen versucht und mich dann mit „Gute Besserung” verabschiedet. Das fand ich bemerkens­wert.

Die meiste Zeit habe ich bei Viarco, Möbius+Ruppert, STAEDTLER und Caran d'Ache verbracht.

Viarco

Der portugiesische Hersteller mit über 100-jähriger Geschichte imponiert mir immer wieder, vor allem durch die Gestaltung seiner Produkte und ihrer Verpackungen.

Paperworld 2015

Am kleinen, aber feinen Stand gab es Ungewöhnliches zu sehen wie z. B. das „Tablet”, eine Lochplatte mit variablen Gummiband, auf dem Schreib- und Werkzeug gehalten wer­den können.

Paperworld 2015

Interessant finde ich die „Artgraf Twins” mit zwei 22 cm langen Bleistiften mit 4 mm dicker Mine, von denen der eine den Härtegrad B hat und der andere wasservermalbar ist. – Mit im Bild der ArtGraf XL.

Paperworld 2015

Für erwähnenswert halte ich auch die Farbstifte mit den Symbolen des ColorAdd-Systems, das Menschen mit Farbsehschwächen die korrekte Identifikation von Farben vorwiegend im öffentlichen Raum ermöglicht. – In der Welt des Bleistifts könnte es gerne noch mehr klei­ne Unternehmen wie Viarco geben, die unkonventionelle Ideen haben und umsetzen!

Möbius+Ruppert

Dem traditionsreichen Unternehmen mit Sitz in Erlangen bin ich schon lange zugeneigt, da mich dessen Produkte immer überzeugt haben.

Paperworld 2015

Zu den Neuigkeiten gehören ein Behälter-Doppelspitzer im ausgefallenen Design und ein Aufsteckspitzer.

Paperworld 2015

Der unscheinbar wirkende Aufsteckspitzer hat es mir angetan. Die beiden sauber verarbei­teten Komponenten des Spitzers sitzen sicher ineinander und lassen sich gut verdrehen; im geschlossenen Zustand rastet das innere Teil ein. Für den Halt auf dem Stift sorgt ein O-Ring, der jedoch drehbar gelagert ist, so dass sich der Stift beim Spitzen leicht drehen lässt. Bei einem schnellen Test hat das eingegossene Messer einen etwa 0,25 mm dicken Span abgenommen.

STAEDTLER

Auch die Produkte von STAEDTLER haben mich nie enttäuscht, und so galt dem Stand dieses Unternehmens ein eingehender Besuch.

Paperworld 2015

Der Radierer Mars plastic feiert in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum. Passend dazu gibt es bereits seit Januar die Spitzer 510 10 und 510 20 in einer goldfarbenen Ausführung.

Paperworld 2015

Die vor zwei Jahren eingeführte Initium-Kollektion wurde um die Metallum-Schreibgeräte – Füllhalter, Tintenroller, Kugelschreiber und Drehbleistift – mit einem Schaft aus eloxiertem Aluminium erweitert.

Paperworld 2015

Den pigment liner 308 gibt es nun auch in den Strichstärken 1,0 und 1,2 mm sowie mit Keilspitze, wobei ich letztere am interessantesten finde.

Paperworld 2015

Zu dem 2013 vorgestellten dreiflächigen Bleistift mit Stylus-Funktion für Schreibanfänger kam mit dem Noris stylus pencil eine hexagonale Variante mit Standarddurchmesser. Er ist in blau, gelb und schwarz erhältlich.

Paperworld 2015

Seit Januar ist der 2013 gezeigte Noris color verfügbar. Der durch Coextrusion aus WOPEX-Material gefertigte Farbstift, der jetzt „Noris colour”4 heißt, wird in 24 Farben angeboten. – Im Gegensatz zum Noris eco, bei dem drei von sechs Flächen schwarz sind, hat der Noris colour das echte Noris-Design mit zwei gegenüberlie­genden schwarzen Flächen und zwei gegenüberliegenden schwarzen Kantenstrei­fen.

Paperworld 2015

Den Noris colour konnte ich noch vor Ort testen; seine Eigenschaften haben mich sehr beeindruckt.

Caran d'Ache

Der Auftritt von Caran d'Ache stand im Zeichen des 100-jährigen Firmenjubiläums.

Paperworld 2015

Selbstverständlich habe ich gleich meine Gedanken zum Holz der „Les Crayon de la Maison Caran d'Ache”-Sets ausgesprochen. Der Mitarbeiter, mit dem ich sprach, machte den Ein­druck, als wisse er genau, wovon ich spreche, und reagierte sehr diplomatisch. Seiner Ant­wort konnte ich nicht nur entnehmen, dass meine Vermutungen zum Material richtig sind, sondern auch, dass er die Unklarheit etwas bedauert. – Neben dem großen Sortiment, das durch die Farbstifte beherrscht wurde, gab es einige Jubiläums-Sets zu sehen, darunter eines mit dem Bleistift Technograph 777 und ein anderes mit einem Fixpencil.

Paperworld 2015

Das Technograph-Set5 enthält vier Bleistifte in den Härtegraden HB, B, 2B und 3B und ei­nen Einfachst-Magnesiumspitzer von Eisen. Verglichen mit dem alten Technograph hatten die Bleistifte im Set einen vergleichsweise rauhen und ungleichmäßigen Lack; darauf ange­sprochen sagte mir ein Mitarbeiter, dass man auf Wasserlack umgestellt habe. Ebenso wie die Lackierung der Bleistifte finde ich den Magnesiumspitzer des Jubiläums nicht würdig, und da es sich bei dem Inhalt des Sets um reguläre Artikel handelt, halte ich den Preis von 22 Euro für zu hoch6.

Paperworld 2015

Von ganz anderem Kaliber ist der mit 45 Euro zwar nicht billige, aber einzigartige Fixpencil, denn diese Variante mit einem Schaft aus gebürstetem Aluminium mit cm- und Inch-Skala ist nur in diesem Jubiläums-Set erhältlich. – Zur Geburtstagskollektion gehören außerdem der Prismalo-Aquarellstift, der Kugelschreiber 849 und der Kugelschreiber Ecridor.

Paperworld 2015

Ansprechend fand ich zudem die Bleistifte der GRAFIK-Serie, die es außer mit den Spielkar­ten-Symbolen auch noch in vier kontrastreichen Farbkombinationen mit unterschiedlich ge­formten Griffnoppen gibt.

Paperworld 2015

Auch Caran d'Ache bietet Luxus-Schreibgeräte an. Die auf 888 Stück limitierte Serie „Year of the Goat” hat einen Schaft mit Chinalack und Silber; der Kugelschreiber kostet 2300 Euro und der Füllhalter 2600 Euro.

Paperworld 2015

Solche Dinge mag und brauche ich nicht. Ich bleibe beim einfachen Bleistift und habe mich daher sehr über die zwei pfiffig gestalteten Jubiläums-Bleistifte gefreut, die wie die Schach­tel in den Schweizer Farben gehalten sind, wobei der weiße ein rotes und der rote ein weißes Käppchen hat. Ein in meinen Augen sehr geschmackvolles Werbegeschenk!7

Paperworld 2015

Das war's für dieses Mal – die nächste Paperworld öffnet am 30. Januar 2016 ihre Tore.

  1. Papier, Büro, Schreibwaren.
  2. Ich würde zu gerne wissen, wie man auf diesen beknackten Namen gekommen ist.
  3. So weit ist es gekommen – ich schaue mir einen Kugelschreiber an und finde den auch noch gut.
  4. Dem aufmerksamen Beobachter wird auffallen, dass die aus dem WOPEX-Material gefertigten Blei- und Farbstifte nicht mehr „WOPEX” heißen, sondern unter den Namen „Noris” laufen. Der Begriff „WOPEX” verschwindet von den Bleistiften und tritt nur noch als „WOPEX MATERIAL” mit eigenem Logo in Erscheinung.
  5. In der Beschreibung dieses Sets war bis gestern unter „Eigenschaften der Stifte” die Angabe „zehnschichtig” enthalten (in der englischen Variante hieß es „10 ply”), was mich an Sperrholz (plywood) hat denken lassen. Auf meine Anfrage hat mir Caran d'Ache mitgeteilt, dass „10 ply” die Schichtdicke angibt und „zehnschichtig” eine schlechte Übersetzung wäre (und dass der Technograph aus kalifornischer Zeder gefertigt würde). Heute fehlt dieses Detail, doch in der deutschen Beschreibung des dickeren Grafwood findet sich noch „8 plys” (englisch: „8 ply”).
  6. Der Technograph 777 kostet einzeln knapp 2 Euro.
  7. Wenn ich sehe, was Caran d'Ache zum 100-jährigen Jubiläum aufgefahren hat, wundere ich mich erneut darüber, dass es zum 250-jährigen von Faber-Castell nichts gab.

Schwan Swano 336

Dienstag, 23. Dezember 2014

Ein für mich sehr attraktiver Bleistift ist der Swano 336 von Schwan.

Schwan Swano 336

Der dreiflächige Bleistift mit verrundeten Kanten hat Standardmaße und eine Mine der Här­te 2; seine Besonderheit ist die 14 cm lange Skala mit Millimeterteilung auf einer Seite1.

Schwan Swano 336

Material- und Verarbeitungsqualität sind hoch2 und die Skala ist bemerkenswert genau – die Abweichung zum Stahllineal Rumold 323701 beträgt weniger als 0,2 mm auf 14 cm, so dass sie mehr ist als nur Dekoration. Auch die Mine überzeugt: Sie gleitet leicht, hat eine saubere Abgabe, schwärzt ordentlich und lässt sich gut radieren.

Schwan Swano 336

Der goldfarbene Prägedruck passt gut zum Kontrast aus rotem Lack und gelben Kanten­streifen3, und so wirkt die Gestaltung des Swano 336 auf mich sehr elegant. – Die Schreib­weise des Namens „SCHWAN” mit dem kleinen „ch” ist pfiffig, denn so fällt das im Ausland genutzte „SWAN” auf.

Schwan Swano 336

Selbstverständlich darf das sog. „Schwan-Auge” nicht fehlen4. Der genaue Blick zeigt die sorgfältige Verarbeitung auch hier, denn eine zusätzliche Schicht Klarlack schützt die End­kappe.

Schwan Swano 336

Das Alter dieses Bleistifts schätze ich auf 50 bis 60 Jahre. – Vielen Dank an Baktasch für den Swano 336!

  1. Ein anderer Bleistift mit diesem Merkmal kam 2009 von Eberhard Faber; dessen Skala lief jedoch über alle Flächen.
  2. Zum Holz kann ich allerdings nichts sagen, da ich den Bleistift nicht anspitzen wollte.
  3. Die Kantenstreifen – genauer: „profilierten Farbstreifen” – sind seit 1929 ein Markenzeichen der Schwan-Bleistift-Fabrik.
  4. In Anlehnung an den Namen des Firmengründers Gustav Adam Schwanhäuser wurde der Schwan 1875 als Bildmarke eingetragen.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Montag, 1. Juli 2013

Mit einer in meinen Augen geschmackvollen Postkarte bewarb das Versandhaus M. Lieber­mann in Berlin die Schwan-Stifte im Allgemeinen und den Bleistift „Aldebaran” im Beson­deren und bot gleichzeitig die Möglichkeit der komfortablen Bestellung.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Die Vorderseite der wohl gut 100 Jahre alte Karte zeigt den 30 Meter großen „Aldeba­ran”-Bleistift, der 1906 den Stand der Schwan-Bleistift-Fabrik auf der Bayerischen Landes­gewerbeausstellung in Nürnberg zierte (siehe auch hier und da).

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Oben rechts gibt es eine kleine Besonderheit, und zwar ein Y mit Trema: Das diakritische Zeichen ¨ gemahnt an die Aussprache des Y als „ij”. – Mit der goldenen Medaille wurde das Unternehmen als einziges seiner Branche auf der ersten Landessaustellung im Jahr 1882 ausgezeichnet.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Der Text auf der Rückseite ist in einem mir unbekannten Jugendstil-Font gehalten, neben dem „Postkarte” in Fraktur fast wie ein Fremdkörper wirkt. – Das „gefl.” steht natürlich für das veraltete amtssprachliche „geflissentlich” und meint „freundlich”.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Hier auch zu sehen: Die Prägung der Karte.

Für mich ein sehr schönes Stück Bleistiftgeschichte!

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Schöner verkaufen

Samstag, 16. März 2013

Schöner verkaufen

Verkaufskästen der Schwan-Bleistift-Fabrik (um 1920). – Danke an Herbert R. für den Scan!

STABILO Tone 20B

Dienstag, 26. Februar 2013

Ein ganz besonderer Bleistift wurde 1979 auf der Frankfurter Frühjahrsmesse als Teil der STABILOtone-Reihe vorgestellt.

STABILO Tone 20B

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der STABILOtone war ein runder, 110 mm langer und 15,5 mm dicker Farbstift mit einer 10 mm starken, wasservermalbaren Mine. Auf seinem Ende saß eine farblich abgestimmte Kunststoff-Endkappe, und seine Spitze wurde durch eine transparente Kappe geschützt. Es gab ihn in 51 Farben, drei Metallic-Tönen und einer besonders weichen Graphit-Varian­te, die die Nummer 47 und den Härtegrad XXB trug. – Wie dieses Faltblatt aus dem Jahr der Markteinführung zeigt, war der zum „Art & Grafik”-Sortiment gehörende STABILOtone einzeln und in verschiedenen Zusammenstellungen erhältlich.

STABILO Tone 20B

Bei den ersten Stiften war das „tone” in der Eurostile Bold Extended #21 ausgeführt. 1989 stellte STABILO auf die Frutiger als Firmenschrift um, was 1992 auch den Tone betraf. Ab diesem Zeitpunkt trugen die Stifte das „tone” in der Frutiger 75, andere Farbcodes und der Graphitstift den Härtegrad 20B; zudem wurden die Stifte nun ohne Schutzkappe aus­geliefert. Eine weitere Umgestaltung folgte 1998 mit der Umbenennung zu „Tone” mit trennendem Leerzeichen und der Umstellung auf die Frutiger 65. 2003 nahm man den Tone aus dem Programm und fertigte nur noch den woody 3 in 1.

STABILO Tone 20B

Vorne: STABILOtone 635 (1992–1998), hinten: STABILO Tone 20B (1998–2003)

Der hier gezeigte STABILO Tone 47/20B stammt also aus der Zeit zwischen 1998 und 2003. Sein mattschwarzer Lack ist glatt und nahezu frei von Unebenheiten (ich dachte erst, es wäre eine Folie). Im Gegensatz zu den meisten Blei- und Farbstiften kam hier kein Folienprägedruck zum Einsatz, doch die verwendete Drucktechnik (Tampondruck?) kann ich nicht zuverlässig identifizieren. Die in drei Gruppen aufgeteilte Beschriftung ist auf­geräumt und sauber. – Am Rande: Trug die vorletzte Variante des Tone noch den Namen „Schwan”, so fehlt dieser bei der letzten.

STABILO Tone 20B

Keine Erklärung habe ich für die Sterne links neben dem CE-Zeichen; ihre Anzahl beträgt bei meinen Farb-Tone 0 bis 5. Auch die Bedeutung der Zahl in der Klammer ist mir fremd, aber da manche Stifte die gleiche Zahl tragen, könnte es ein Produktionscode2 sein und bei Altersbestimmung helfen (die STABILOtone aus den Jahren 1992 bis 1998, d. h. die vor der zweiten Umgestaltung, haben diese Zahl übrigens nicht). – Eine Blindprägung gibt es bei keinem meiner Exemplare.

STABILO Tone 20B

Die 30 mm lange Kappe, die das Stiftende verschließt, ist mit einem Schwan geschmückt. Sie sitzt fest und ziemlich bündig, was vermuten lässt, dass man vom Holz etwas abgetra­gen hat. Da man den Stift nur bis zu dieser Kappe spitzen kann, gehe ich davon aus, dass er eine Kurznut hat, d. h. die Mine kürzer als der Stift ist. Beim Holz, das sich gut spitzen lässt3, tippe ich auf Zeder, was meinen Eindruck einer hohen Material- und Verarbeitungs­qualität bestärkt.

STABILO Tone 20B

Im direkten Vergleich mit einem normalen Bleistift (hier ein Tombow Mono J) wirkt die Mi­ne des Tone 20B noch beeindruckender.

STABILO Tone 20B

Sie ist gebrannt, aber nicht präpariert (d. h. nicht in Paraffin getaucht) und besteht zu über 80% aus Graphit und zum Rest aus Ton und Ölen.

STABILO Tone 20B

Es ist eine Freude, den STABILO Tone 20B zu benutzen. Seine Mine gleitet leicht über das Papier und hat eine sehr saubere Abgabe. Die Schwärzung ist hervorragend, geht aber nie auf Kosten des Graphitglanzes4; sogar die Radierbarkeit ist noch ordentlich5. Sehr positiv fällt zudem der sparsame Verbrauch auf – selbst durch die zahlreichen Tests wurde nur wenig von der Mine abgetragen.

STABILO Tone 20B

Über den Härtegrad 20B kann man natürlich streiten, und ich will nicht ausschließen, dass sich hier das Marketing durchgesetzt hat. Ein kurzer Vergleich mit dem Mitsubishi 10B zeigt, dass dieser ebenso gut schwärzt und vielleicht sogar noch etwas besser gleitet6. Doch wie auch immer: Ich finde den wohl einzigartigen STABILO Tone 20B klasse und bedaure, dass es ihn nicht mehr gibt (und meines Wissens nichts Vergleichbares7 angeboten wird).

STABILO Tone 20B

Danke an Herbert R., von dem die Scans und viele Details zum STABILO Tone stammen.

Nachtrag vom 28.2.13: Die Sterne stehen für die Lichtbeständigkeit der verwendeten Pigmente, wobei ein Stern dem Wert 2–3 auf der von 1 bis 8 laufenden Wollskala ent­spricht (0 Sterne: 1–2, 1 Stern: 3, 2 Sterne: 4, 3 Sterne: 5–6, 4 Sterne: 7, 5 Sterne: 8). – Die dreistellige Zahl in Klammern beim Tone ab 1998 ist tatsächlich der Produktionscode, doch die zweistellige Zahl beim tone von 1992–1998 (auch in Klammern) war die Farb­nummer (siehe zweiten Scan). – Für die Endkappe wurde das Holz abgefräst, aber erst der woody 3 in 1 hatte eine Kurznut; die Mine des Tone war trotzdem kürzer als der Stift. – Ein Fachhändler hat mir gesagt, dass der Tone damals für knapp 5 DM (etwa 2,60 Euro) pro Stift verkauft wurde.

  1. Die für die Bedruckung des Tone genutzten Schriften habe ich mit meinem fundierten Halb­wissen zu identifizieren versucht; ich bitte daher, diese Angaben mit Vorsicht zu genießen.
  2. Die Zahlen auf meinen Tone – 118, 030, 021 usw. bis 083 – könnten für November 1998, März 2000, Februar 2001 usw. bis August 2003 stehen, aber das ist nur eine Vermutung.
  3. Getestet habe ich das an einem Farb-Tone mit dem Kunststoffspitzer von KUM, der für den STABILO woody 3 in 1 erhältlich ist (und mit diesem schöne Spitzabfälle produziert).
  4. Zusätze wie z. B. Ruß verstärken bei manchen sehr weichen Bleistiften die Schwärzung, machen aber den Abstrich stumpf und bewirken ein schlechteres Gleiten bis hin zu einem leichten Haften am Papier.
  5. Getestet mit einem Tree Air-in Soft.
  6. In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass eine Zutatenliste aus dem Jahr 1908 (die noch Traganth aufführt), dem Bleistift mit 80% Graphit den Härtegrad 4B gibt. – Mit wel­chem Härtegrad würde man heute wohl die ersten Bleistifte mit rohem Graphit kennzeich­nen?
  7. Manche Kosmetikstifte ähneln in ihrer Form sehr dem Tone und dem woody 3 in 1 – kein Wun­der, stellt STABILO doch auch spitzbare Holzstifte für Kosmetika her. Auch Faber-Castell ist in diesem Bereich tätig (das Unternehmen fertigt u. a. für Chanel und Helena Rubinstein), und von Möbius+Ruppert gibt es passende Kosmetikspitzer. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema …

Im Zeichen des Schwans

Mittwoch, 20. Februar 2013

Im Zeichen des Schwans

Das sog. „Schwan-Auge” auf dem Kopierstift Schwan Othello 982. – Zu den Ringen siehe „Bunt beringt”.

Bunt beringt

Dienstag, 12. Februar 2013

Aus einem Faltblatt für den Tintenstift STABILO Cellomin: Die attraktiven Kennringe einiger Tinten- und Kopierstifte der Schwan-Bleistift-Fabrik.

Bunt beringt

Die patentierte Mine des Ende der 1930er Jahre eingeführten Cellomin enthielt Farbzellen, die durch ein Gerüst chemischer Stoffe umgeben und so vor Feuchtigkeit geschützt wa­ren; lediglich die äußeren und die an der Spitze abgeschriebenen Farbzellen lagen frei. So wurde das Aufweichen der Mine und das Verbiegen des Stifts bei feuchter Luft vermie­den, was den Cellomin klimafest machte.

Bunt beringt

Das aus dem Jahr 1940 stammende Faltblatt mit zahlreichen Anwendungsbeispielen beant­wortet auch eine häufig gestellte Frage:

Wie unterscheiden sich Kopier- von Tintenstiften?
Kopierstifte schreiben schwarz, kopieren aber violettfarbig.
Bei Tintenstiften ist Schrift und Kopie gleichfarbig.
Tintenstifte sind auch als Farbkopierstifte allgemein bekannt.

(Allerdings passt der zweite Satz nicht zu allen aufgeführten Tintenstiften.)

Übrigens: Der STABILO Cellomin war 1939 der erste Stift, der das im April 1938 als Patent eingetragene Schwan-Auge trug. – Eine weitere Reklame für den Cellomin gibt es unter „STABILO im Büro”.

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Samstag, 26. Januar 2013

Heute nur ein kurzer Beitrag mit zwei langen Werbe-Bleistiften, die vielleicht von Schwan-STABILO stammen.

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Zum Größenvergleich ein älterer STABILO Opéra.

Wie ich darauf komme, dass Schwan-STABILO diese Stifte gefertigt haben könnte? Nun, in einem Abschnitt in der hervorragenden, aber leider inzwischen vergriffenen Festschrift „Millions of Colours – One World. Eine Unternehmensgeschichte im Zeichen des Schwans” (2005) wird das Tochterunternehmen „Schwan-STABILO Promotion Products” erwähnt, das in den 1950er Jahren als Rekla-Abteilung (für „Reklame”) begonnen hat, und dieses Foto gezeigt:

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Am Montag geht es raus aus dem Museumskeller und rein in die Paperworld 2013, um die Neuigkeiten zu bestaunen. Ich werde berichten!

P.S.: Richtige Werbung kommt hier natürlich nicht, denn dieses Weblog ist und bleibt werbefrei.


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