Archiv des Stichworts „STABILO”

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Schwan Swano 336

Dienstag, 23. Dezember 2014

Ein für mich sehr attraktiver Bleistift ist der Swano 336 von Schwan.

Schwan Swano 336

Der dreiflächige Bleistift mit verrundeten Kanten hat Standardmaße und eine Mine der Här­te 2; seine Besonderheit ist die 14 cm lange Skala mit Millimeterteilung auf einer Seite1.

Schwan Swano 336

Material- und Verarbeitungsqualität sind hoch2 und die Skala ist bemerkenswert genau – die Abweichung zum Stahllineal Rumold 323701 beträgt weniger als 0,2 mm auf 14 cm, so dass sie mehr ist als nur Dekoration. Auch die Mine überzeugt: Sie gleitet leicht, hat eine saubere Abgabe, schwärzt ordentlich und lässt sich gut radieren.

Schwan Swano 336

Der goldfarbene Prägedruck passt gut zum Kontrast aus rotem Lack und gelben Kanten­streifen3, und so wirkt die Gestaltung des Swano 336 auf mich sehr elegant. – Die Schreib­weise des Namens „SCHWAN” mit dem kleinen „ch” ist pfiffig, denn so fällt das im Ausland genutzte „SWAN” auf.

Schwan Swano 336

Selbstverständlich darf das sog. „Schwan-Auge” nicht fehlen4. Der genaue Blick zeigt die sorgfältige Verarbeitung auch hier, denn eine zusätzliche Schicht Klarlack schützt die End­kappe.

Schwan Swano 336

Das Alter dieses Bleistifts schätze ich auf 50 bis 60 Jahre. – Vielen Dank an Baktasch für den Swano 336!

  1. Ein anderer Bleistift mit diesem Merkmal kam 2009 von Eberhard Faber; dessen Skala lief jedoch über alle Flächen.
  2. Zum Holz kann ich allerdings nichts sagen, da ich den Bleistift nicht anspitzen wollte.
  3. Die Kantenstreifen – genauer: „profilierten Farbstreifen” – sind seit 1929 ein Markenzeichen der Schwan-Bleistift-Fabrik.
  4. In Anlehnung an den Namen des Firmengründers Gustav Adam Schwanhäuser wurde der Schwan 1875 als Bildmarke eingetragen.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Montag, 1. Juli 2013

Mit einer in meinen Augen geschmackvollen Postkarte bewarb das Versandhaus M. Lieber­mann in Berlin die Schwan-Stifte im Allgemeinen und den Bleistift „Aldebaran” im Beson­deren und bot gleichzeitig die Möglichkeit der komfortablen Bestellung.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Die Vorderseite der wohl gut 100 Jahre alte Karte zeigt den 30 Meter großen „Aldeba­ran”-Bleistift, der 1906 den Stand der Schwan-Bleistift-Fabrik auf der Bayerischen Landes­gewerbeausstellung in Nürnberg zierte (siehe auch hier und da).

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Oben rechts gibt es eine kleine Besonderheit, und zwar ein Y mit Trema: Das diakritische Zeichen ¨ gemahnt an die Aussprache des Y als „ij”. – Mit der goldenen Medaille wurde das Unternehmen als einziges seiner Branche auf der ersten Landessaustellung im Jahr 1882 ausgezeichnet.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Der Text auf der Rückseite ist in einem mir unbekannten Jugendstil-Font gehalten, neben dem „Postkarte” in Fraktur fast wie ein Fremdkörper wirkt. – Das „gefl.” steht natürlich für das veraltete amtssprachliche „geflissentlich” und meint „freundlich”.

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Hier auch zu sehen: Die Prägung der Karte.

Für mich ein sehr schönes Stück Bleistiftgeschichte!

„Senden Sie mir gefl. sofort Bleistifte”

Schöner verkaufen

Samstag, 16. März 2013

Schöner verkaufen

Verkaufskästen der Schwan-Bleistift-Fabrik (um 1920). – Danke an Herbert R. für den Scan!

STABILO Tone 20B

Dienstag, 26. Februar 2013

Ein ganz besonderer Bleistift wurde 1979 auf der Frankfurter Frühjahrsmesse als Teil der STABILOtone-Reihe vorgestellt.

STABILO Tone 20B

(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Der STABILOtone war ein runder, 110 mm langer und 15,5 mm dicker Farbstift mit einer 10 mm starken, wasservermalbaren Mine. Auf seinem Ende saß eine farblich abgestimmte Kunststoff-Endkappe, und seine Spitze wurde durch eine transparente Kappe geschützt. Es gab ihn in 51 Farben, drei Metallic-Tönen und einer besonders weichen Graphit-Varian­te, die die Nummer 47 und den Härtegrad XXB trug. – Wie dieses Faltblatt aus dem Jahr der Markteinführung zeigt, war der zum „Art & Grafik”-Sortiment gehörende STABILOtone einzeln und in verschiedenen Zusammenstellungen erhältlich.

STABILO Tone 20B

Bei den ersten Stiften war das „tone” in der Eurostile Bold Extended #21 ausgeführt. 1989 stellte STABILO auf die Frutiger als Firmenschrift um, was 1992 auch den Tone betraf. Ab diesem Zeitpunkt trugen die Stifte das „tone” in der Frutiger 75, andere Farbcodes und der Graphitstift den Härtegrad 20B; zudem wurden die Stifte nun ohne Schutzkappe aus­geliefert. Eine weitere Umgestaltung folgte 1998 mit der Umbenennung zu „Tone” mit trennendem Leerzeichen und der Umstellung auf die Frutiger 65. 2003 nahm man den Tone aus dem Programm und fertigte nur noch den woody 3 in 1.

STABILO Tone 20B

Vorne: STABILOtone 635 (1992–1998), hinten: STABILO Tone 20B (1998–2003)

Der hier gezeigte STABILO Tone 47/20B stammt also aus der Zeit zwischen 1998 und 2003. Sein mattschwarzer Lack ist glatt und nahezu frei von Unebenheiten (ich dachte erst, es wäre eine Folie). Im Gegensatz zu den meisten Blei- und Farbstiften kam hier kein Folienprägedruck zum Einsatz, doch die verwendete Drucktechnik (Tampondruck?) kann ich nicht zuverlässig identifizieren. Die in drei Gruppen aufgeteilte Beschriftung ist auf­geräumt und sauber. – Am Rande: Trug die vorletzte Variante des Tone noch den Namen „Schwan”, so fehlt dieser bei der letzten.

STABILO Tone 20B

Keine Erklärung habe ich für die Sterne links neben dem CE-Zeichen; ihre Anzahl beträgt bei meinen Farb-Tone 0 bis 5. Auch die Bedeutung der Zahl in der Klammer ist mir fremd, aber da manche Stifte die gleiche Zahl tragen, könnte es ein Produktionscode2 sein und bei Altersbestimmung helfen (die STABILOtone aus den Jahren 1992 bis 1998, d. h. die vor der zweiten Umgestaltung, haben diese Zahl übrigens nicht). – Eine Blindprägung gibt es bei keinem meiner Exemplare.

STABILO Tone 20B

Die 30 mm lange Kappe, die das Stiftende verschließt, ist mit einem Schwan geschmückt. Sie sitzt fest und ziemlich bündig, was vermuten lässt, dass man vom Holz etwas abgetra­gen hat. Da man den Stift nur bis zu dieser Kappe spitzen kann, gehe ich davon aus, dass er eine Kurznut hat, d. h. die Mine kürzer als der Stift ist. Beim Holz, das sich gut spitzen lässt3, tippe ich auf Zeder, was meinen Eindruck einer hohen Material- und Verarbeitungs­qualität bestärkt.

STABILO Tone 20B

Im direkten Vergleich mit einem normalen Bleistift (hier ein Tombow Mono J) wirkt die Mi­ne des Tone 20B noch beeindruckender.

STABILO Tone 20B

Sie ist gebrannt, aber nicht präpariert (d. h. nicht in Paraffin getaucht) und besteht zu über 80% aus Graphit und zum Rest aus Ton und Ölen.

STABILO Tone 20B

Es ist eine Freude, den STABILO Tone 20B zu benutzen. Seine Mine gleitet leicht über das Papier und hat eine sehr saubere Abgabe. Die Schwärzung ist hervorragend, geht aber nie auf Kosten des Graphitglanzes4; sogar die Radierbarkeit ist noch ordentlich5. Sehr positiv fällt zudem der sparsame Verbrauch auf – selbst durch die zahlreichen Tests wurde nur wenig von der Mine abgetragen.

STABILO Tone 20B

Über den Härtegrad 20B kann man natürlich streiten, und ich will nicht ausschließen, dass sich hier das Marketing durchgesetzt hat. Ein kurzer Vergleich mit dem Mitsubishi 10B zeigt, dass dieser ebenso gut schwärzt und vielleicht sogar noch etwas besser gleitet6. Doch wie auch immer: Ich finde den wohl einzigartigen STABILO Tone 20B klasse und bedaure, dass es ihn nicht mehr gibt (und meines Wissens nichts Vergleichbares7 angeboten wird).

STABILO Tone 20B

Danke an Herbert R., von dem die Scans und viele Details zum STABILO Tone stammen.

Nachtrag vom 28.2.13: Die Sterne stehen für die Lichtbeständigkeit der verwendeten Pigmente, wobei ein Stern dem Wert 2–3 auf der von 1 bis 8 laufenden Wollskala ent­spricht (0 Sterne: 1–2, 1 Stern: 3, 2 Sterne: 4, 3 Sterne: 5–6, 4 Sterne: 7, 5 Sterne: 8). – Die dreistellige Zahl in Klammern beim Tone ab 1998 ist tatsächlich der Produktionscode, doch die zweistellige Zahl beim tone von 1992–1998 (auch in Klammern) war die Farb­nummer (siehe zweiten Scan). – Für die Endkappe wurde das Holz abgefräst, aber erst der woody 3 in 1 hatte eine Kurznut; die Mine des Tone war trotzdem kürzer als der Stift. – Ein Fachhändler hat mir gesagt, dass der Tone damals für knapp 5 DM (etwa 2,60 Euro) pro Stift verkauft wurde.

  1. Die für die Bedruckung des Tone genutzten Schriften habe ich mit meinem fundierten Halb­wissen zu identifizieren versucht; ich bitte daher, diese Angaben mit Vorsicht zu genießen.
  2. Die Zahlen auf meinen Tone – 118, 030, 021 usw. bis 083 – könnten für November 1998, März 2000, Februar 2001 usw. bis August 2003 stehen, aber das ist nur eine Vermutung.
  3. Getestet habe ich das an einem Farb-Tone mit dem Kunststoffspitzer von KUM, der für den STABILO woody 3 in 1 erhältlich ist (und mit diesem schöne Spitzabfälle produziert).
  4. Zusätze wie z. B. Ruß verstärken bei manchen sehr weichen Bleistiften die Schwärzung, machen aber den Abstrich stumpf und bewirken ein schlechteres Gleiten bis hin zu einem leichten Haften am Papier.
  5. Getestet mit einem Tree Air-in Soft.
  6. In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass eine Zutatenliste aus dem Jahr 1908 (die noch Traganth aufführt), dem Bleistift mit 80% Graphit den Härtegrad 4B gibt. – Mit wel­chem Härtegrad würde man heute wohl die ersten Bleistifte mit rohem Graphit kennzeich­nen?
  7. Manche Kosmetikstifte ähneln in ihrer Form sehr dem Tone und dem woody 3 in 1 – kein Wun­der, stellt STABILO doch auch spitzbare Holzstifte für Kosmetika her. Auch Faber-Castell ist in diesem Bereich tätig (das Unternehmen fertigt u. a. für Chanel und Helena Rubinstein), und von Möbius+Ruppert gibt es passende Kosmetikspitzer. Aber das ist schon wieder ein ganz anderes Thema …

Im Zeichen des Schwans

Mittwoch, 20. Februar 2013

Im Zeichen des Schwans

Das sog. „Schwan-Auge” auf dem Kopierstift Schwan Othello 982. – Zu den Ringen siehe „Bunt beringt”.

Bunt beringt

Dienstag, 12. Februar 2013

Aus einem Faltblatt für den Tintenstift STABILO Cellomin: Die attraktiven Kennringe einiger Tinten- und Kopierstifte der Schwan-Bleistift-Fabrik.

Bunt beringt

Die patentierte Mine des Ende der 1930er Jahre eingeführten Cellomin enthielt Farbzellen, die durch ein Gerüst chemischer Stoffe umgeben und so vor Feuchtigkeit geschützt wa­ren; lediglich die äußeren und die an der Spitze abgeschriebenen Farbzellen lagen frei. So wurde das Aufweichen der Mine und das Verbiegen des Stifts bei feuchter Luft vermie­den, was den Cellomin klimafest machte.

Bunt beringt

Das aus dem Jahr 1940 stammende Faltblatt mit zahlreichen Anwendungsbeispielen beant­wortet auch eine häufig gestellte Frage:

Wie unterscheiden sich Kopier- von Tintenstiften?
Kopierstifte schreiben schwarz, kopieren aber violettfarbig.
Bei Tintenstiften ist Schrift und Kopie gleichfarbig.
Tintenstifte sind auch als Farbkopierstifte allgemein bekannt.

(Allerdings passt der zweite Satz nicht zu allen aufgeführten Tintenstiften.)

Übrigens: Der STABILO Cellomin war 1939 der erste Stift, der das im April 1938 als Patent eingetragene Schwan-Auge trug. – Eine weitere Reklame für den Cellomin gibt es unter „STABILO im Büro”.

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Samstag, 26. Januar 2013

Heute nur ein kurzer Beitrag mit zwei langen Werbe-Bleistiften, die vielleicht von Schwan-STABILO stammen.

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Zum Größenvergleich ein älterer STABILO Opéra.

Wie ich darauf komme, dass Schwan-STABILO diese Stifte gefertigt haben könnte? Nun, in einem Abschnitt in der hervorragenden, aber leider inzwischen vergriffenen Festschrift „Millions of Colours – One World. Eine Unternehmensgeschichte im Zeichen des Schwans” (2005) wird das Tochterunternehmen „Schwan-STABILO Promotion Products” erwähnt, das in den 1950er Jahren als Rekla-Abteilung (für „Reklame”) begonnen hat, und dieses Foto gezeigt:

Achtung, jetzt kommt Werbung!

Am Montag geht es raus aus dem Museumskeller und rein in die Paperworld 2013, um die Neuigkeiten zu bestaunen. Ich werde berichten!

P.S.: Richtige Werbung kommt hier natürlich nicht, denn dieses Weblog ist und bleibt werbefrei.

Großberger & Kurz 1880

Mittwoch, 23. Januar 2013

Das heutige Unternehmen Schwan-STABILO geht zurück auf die Kaufleute Georg Groß­berger und Hermann Kurz, die 1854 nahe der alten Kaiserburg in Nürnberg mit der nach damaligen Maßstäben modernen und fabrikmäßigen Herstellung von Bleistiften begannen.

Großberger & Kurz 1880

1865 übernahm Gustav Schwanhäusser den Betrieb und machte im Anklang an seinen Na­men den Schwan zum Markenzeichen seiner Stifte; das Unternehmen firmierte von da ab als „Schwan-Bleistift-Fabrik, Schwanhäusser vorm. Großberger & Kurz”1. Diese Übersicht2 stammt aus einem Katalog von 1880 (auf allen Stiften steht „REGR JANR 8 1867″). – Die Marke „Stabilo” wurde erstmals 1926 eingetragen.

Danke an Herbert R. für den Scan!

Nachtrag vom 12.2.13: Wie kommt es, dass der Katalog, aus dem die gezeigte Seite stammt, noch den Namen „Großberger & Kurz” trägt, obwohl das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits 15 Jahre unter „Schwan-Bleistift-Fabrik” auftrat? Der Grund dafür waren der zu dieser Zeit große Aufwand und die hohen Kosten für die Umstellung von Maschi­nen, Druckvorlagen usw., und so gab es den erwähnten Katalog und die darin gezeigten Produkte nahezu unverändert bis etwa 1900. Der Schwan war bereits auf Produkten von Großberger & Kurz zu finden, die es noch bis ins 20. Jahrhundert hinein gab; erst nach und nach tauchte er als eigenständige Marke auf.

  1. Quelle: Schwan-STABILO (Hg.): 125 Jahre Schwan-STABILO. Der Weg eines mittelständischen Familienunternehmens (Intensiv-Werbung GmbH 1980).
  2. Die Schrift in der Tabelle erinnert mich sehr an die Kursivschrift in diesem Schriftmuster.

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