Archiv der Kategorie „Tinte”

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Das Fabermännchen

Dienstag, 16. Dezember 2014

Bei einer Recherche bin ich kürzlich auf die Marke „Fabermännchen” von A.W. Faber-Castell gestoßen. Bleistifte mit diesem Namen kannte ich bereits, doch dass es sogar eine Figur dieses Namens gab, war mir neu.

Das Fabermännchen

Titel eines Faltblatts (1955)

Diese Werbefigur stammt von dem Grafiker und Karikaturisten Gerhard Brinkmann (1913– 1990, „G.Bri”), der dazu den Bergmann aus dem Wappen der Familien Faber und Faber-Castell entlehnt und dieses „Bergmännchen” zum „Fabermännchen” umgestaltet hat. In den 1950er Jahren warb der kleine Herr mit der spitzen Bleistiftnase für Schulbedarfsartikel von Faber-Castell und war auf Stundenplänen, Lesezeichen, Verpackungen und Aufstellern zu sehen.

Ich mag das pfiffige Kerlchen, das mit seiner Körpergröße, der Glatze und dem Laborkittel eher das Gegenteil eines Superhelden ist, aber dafür mit Humor und Fachwissen zu über­zeugen weiß. – In der Unternehmens- und Familiengeschichte „Since 1761″ ist das Faber­männchen bedauerlicherweise nicht vertreten.

Hier nun einige Auftritte des Fabermännchens aus den Jahren 1951 bis 1953.

Das Fabermännchen

Aufsteller (1952)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Aufsteller (1953, Ausschnitt)

Das Fabermännchen

Das Fabermännchen

Mein Favorit, auch wegen des Reims: Ein Lesezeichen aus dem Jahr 1951.

Das Fabermännchen

Vielen Dank an Faber-Castell für die Scans und die Details!

Kurz notiert

Montag, 6. Oktober 2014

Nachtrag vom 8.10.14: Bemerkenswerte Details zur Tomoegawa Co., dem Hersteller des „Tomoe River”-Papiers, gibt es unter „Tomoe River Paper” bei pencilsandotherthings.

  1. Nein, ich bekomme nichts für diese Empfehlung.

Kurz notiert

Donnerstag, 17. April 2014

Für den Kalligrafie-Füller SUPER5 wird es bald wasserfeste Tinten geben. Dazu bietet das Team hinter dem SUPER5 allen Interessierten bis zum 30. Mai die Möglichkeit, aus zehn Farben fünf auszuwählen; die fünf am höchsten platzierten Farben wird es dann geben. Wer mitmacht, kann zudem eines von fünf Sets mit je einem SUPER5 und drei Tinten gewinnen. Hier geht es zur Abstimmung. Ich habe meine Wahl bereits getroffen!

„Mars Lumograph Pencils”

Samstag, 8. März 2014

Nicht „Draußen nur Kännchen”, sondern „Heute nur Scans”, und zwar von einem Tinten­löscher, mit dem die Keuffel & Esser Co. in den USA für den Mars Lumograph 2886 von J.S. Staedtler warb.

„Mars Lumograph Pencils”

Das etwa 16 × 8,5 cm große Stück ist in den Lumograph-Farben Blau, Weiß und Schwarz gehalten, was es in meinen Augen sehr ansprechend macht. Ungewöhnlich ist das S, das – noch mehr als das y – auszubrechen scheint. Hat da jemand seine künstlerischen Freiheiten ausgelebt?

„Mars Lumograph Pencils”

Der kleine Mond darf selbstverständlich nicht fehlen.

„Mars Lumograph Pencils”

Auffällig ist das Zeichen neben dem Härtegrad auf der Tauchkappe. Gut möglich, dass es das Plus ist, mit dem mal für kurze Zeit die verbesserte Minenrezeptur gekennzeichnet wurde.

„Mars Lumograph Pencils”

„Eliminate ink tracings” und die anderen Vorzüge beziehen sich natürlich auf die Eigen­schaft des Lumograph, einen opaken und damit für Lichtpausen geeigneten Abstrich zu liefern, so dass man auf das Ausziehen mit Tusche verzichten konnte.

„Mars Lumograph Pencils”

Die Gestaltung finde ich großartig.

„Mars Lumograph Pencils”

Auch die lange, mit dem Messer gespitzte Spitze ist reizvoll.

„Mars Lumograph Pencils”

Das Alter dieses Tintenlöschers kenne ich nicht, doch da nur 13 Härtegrade aufgeführt sind, vermute ich, dass er aus der Anfangszeit des Lumograph, also aus den frühen 1930er Jahren stammt (später bot man 19 Grade an).

„Mars Lumograph Pencils”

Argument

Dienstag, 4. Februar 2014

Das Handbuch für Papier und Bürobedarf aus dem Jahr 1949 wurde durch viele Anzeigen mitfinanziert. Zu den für mich interessanten gehört diese für die Argument-Füllhalterfabrik Georg Karasch in Berlin.

Argument

Das Männchen ist natürlich nicht nur Füllhalter-, sondern auch Sympathieträger.

Argument

Auch die Schrift gefällt mir sehr gut. Sie erinnert mich an die Neuzeit Grotesk von Wilhelm Pischner aus dem Jahr 1929, doch ich konnte sie noch nicht identifizieren.

Argument

Eine reizvolle Anzeige!

Argument

Fingerfeder

Freitag, 31. Januar 2014

Zu schön, um nicht wenigstens kurz vorgestellt zu werden: Die Schreibfeder № 29 FE von Brause & Co. in Form einer Zeigehand:

Fingerfeder

Diese Feder stammt übrigens aus aktueller Produktion.

Fremdgehen, aber richtig

Freitag, 27. Dezember 2013

Seit Weihnachten habe ich einen neuen Füllfederhalter, und zwar den SUPER5.

Fremdgehen, aber richtig

Da ich von Füllern keine Ahnung habe, enthalte ich mich jeden beschreibenden und erst recht bewertenden Kommentars. Nur so viel: Seit meiner sehr lange zurückliegenden Zeit als schönschreiblernender Grundschüler hatte ich nicht mehr so große Freude an einem Füllhalter. Ist es nur die Begeisterung über das Neue? Vielleicht. Werde ich dem Bleistift untreu? Wohl kaum. Mache ich hier ein neues (Tinten-)Fass auf? Das habe ich nicht vor (auch wenn der Gedanke, etwas mir völlig neues zu erkunden, sehr reizvoll ist).

Fremdgehen, aber richtig

Zurzeit enthält er noch eine Patrone mit blauer Tinte mir unbekannter Herkunft, doch da­nach kommt Pelikan 4001 Brilliant-Schwarz hinein.

Nachtrag vom 24.4.14: Wie ich heute erfahren konnte, wurde der Kunststoffschaft des SUPER5 mit Klavierlack überzogen.

Hobonichi Techo

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Kalender? Tagebuch? Notizbuch? Alles in einem! Aber der Reihe nach.

Hobonichi Techo

Im Hintergund ein Tenugui.

Der japanische Autor und Gestalter Shigesato Itoi1, Betreiber der Website Hobo Nikkan Itoi Shinbun (kurz „Hobonichi”), hat 2001 zum ersten Mal den von ihm entworfenen Planer Ho­bonichi Techo („Techo”, 手帳 auf dem Cover, heißt hier „Notizbuch”) angeboten. Nach dem großen Erfolg2 des Techo in Japan erschien 2013 zusammen mit Arts & Science die erste englische Ausgabe; bei der zweiten für das Jahr 2014 habe ich zugegriffen.

Hobonichi Techo

Der Techo ist zwar nur 14 mm dick, hat aber 464 Seiten, was durch die Verwendung des sehr hochwertigen „Tomoe River”-Papiers3 mit nur 52 g/m² möglich wurde. So gibt es nicht nur für jeden Tag des Jahres eine ganze Seite, sondern auch noch zwei weitere Kalendarien, Notiz- und einige informative Seiten. Wer nun denkt, man könne dieses Papier auf­grund seiner geringen Dicke nur eingeschränkt nutzen, liegt falsch – gerade diejenigen, die mit Füllfederhalter schreiben4, sind vom Tomoe River begeistert, und auch mit Bleistif­ten5 und Tintenrollern6 harmoniert es hervorragend (lediglich ein starker Schreibdruck ist ungünstig, wirkt er sich doch gleich auf mehrere Seiten aus7). Dank des leichten Papiers und der Fadenheftung liegt der Techo zudem flach, was seinen Gebrauch sehr angenehm macht.

Hobonichi Techo

Hier mit dem Druckbleistift Pentel GraphGear 500.

Aus der Vielzahl der Schutzhüllen habe ich das Standardcover aus Polyester gewählt (das aus Leder wäre mir lieber gewesen, doch dieses ist erst wieder im Februar 2014 erhältlich). Mit zahlreichen Taschen auf den Innenseiten und einer auf der Rückseite bietet es Platz für flache Dinge. Ein transparentes „Cover on Cover” gab es gratis; man kann es darüber­ziehen und mit Dekorativem befüllen. – Der Verschluss und die beiden Lesebändchen sind schlicht und funktionell.

Hobonichi Techo

Alle Kalendarien haben das in Deutschland unübliche 4-mm-Raster mit gepunkteten Linien, das mir gut gefällt.

Hobonichi Techo

Jedem Monat ist eine nützliche „Coming Up!”-Seite vorangestellt (gut möglich, dass diese eine der Kundenideen war, die über die Jahre in den Techo eingearbeitet wurden).

Hobonichi Techo

Am unteren Rand der Doppelseiten des Hauptkalendariums finden sich Zitate8, von denen mir jedoch nur wenige zugänglich sind.

Hobonichi Techo

Die Verarbeitung ist hochwertig, und die Gestaltung – vor allem die Typografie – finde ich geschmackvoll. – Der informative Teil enthält auch einen „Guide to Sushi”.

Hobonichi Techo

Man beachte die Zeigehand oben rechts.

Für die weiteren Details des Techo verweise ich auf die Übersicht unter „Hobonichi Planner Features” (eine so ausführliche Beschreibung eines Kalenders oder Notizbuchs habe ich übrigens noch nie gesehen).

Hobonichi Techo

Der Techo kostet 2500 Yen, das Standardcover 1500 Yen und für den Versand fielen 1800 Yen an; so kam ich auf insgesamt 41 Euro. Von der Bestellung bis zum Eintreffen vergingen fünf Tage, und da der Dezember 2013 mit zwei Tagen pro Seite vertreten ist, kam der Techo sofort zum Einsatz.

Hobonichi Techo

Hat sich der Kauf gelohnt? Ich denke ja. Für eine abschließende Bewertung ist es zwar noch zu früh, doch die Qualität, die Gestaltung und das Papier lassen mich den Hobonichi Techo mit Freude nutzen.

  1. Ein Interview mit Shigesato Itoi gibt es im PingMag. – Einiges mehr erfährt man unter „Shigesato Itoi shares lots of ‘delicious life’”.
  2. Viele Beispiele der kreativen und oft verspielten Verwendung des Techo zeigt das Tumblr-Weblog Hobonichi Love.
  3. Das „Tomoe River” der Tomoegawa Co., Ltd. (Tokyo), erhältlich in Grammaturen von 33 bis 85 g/m², wurde für den Druck u. a. von Katalogen entwickelt, um Versandkosten zu sparen; ich habe es über die sehr guten Notizbücher von Design.Y, in denen es ebenfalls steckt, kennengelernt. – Eine ausführliche Besprechung des Papiers gibt es unter „Tomoe River Paper Review”.
  4. Ich schreibe nicht mit Füller, versuche mich aber ab und zu mit dem Pilot Parallel Pen in Kalli­grafie. Dieser gibt die Tinte sehr großzügig ab, was natürlich auch an der Breite der Feder liegt, doch selbst mit diesem gibt es auf dem Tomoe River kein Ausfasern oder Durchschla­gen.
  5. Getestet mit den holzgefassten Bleistiften STAEDTLER Mars Lumograph 100 B und Pentel Black Polymer 999 HB, den Druckbleistiftminen Pilot Eno NeoX B und 2B sowie den Radierern Tree's Air-in Soft von Plus, Faber-Castell Dust Free und Tombow Mono Zero.
  6. Getestet mit dem Mitsubishi uni-ball eye fine. – Auch der STAEDTLER pigment liner macht sich mit diesem Papier sehr gut.
  7. Wer manchmal fester aufdrücken will oder muss und den Kauf des Pencil Board scheut, schneidet sich ein Stück steifer Kunststofffolie zurecht, legt diese beim Schreiben unter das Blatt und verstaut sie bei Nichtgebrauch in einer der hinteren Taschen des Covers.
  8. Die erste englische Ausgabe des Hobonichi Techo enthielt ausschließlich Zitate von der Hobo­nichi-Website und von Sonya Park, der Inhaberin von Arts & Science; dies ist nun nicht mehr der Fall.

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