Archiv der Kategorie „Tinte”

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Fremdgehen, aber richtig

Freitag, 27. Dezember 2013

Seit Weihnachten habe ich einen neuen Füllfederhalter, und zwar den SUPER5.

Fremdgehen, aber richtig

Da ich von Füllern keine Ahnung habe, enthalte ich mich jeden beschreibenden und erst recht bewertenden Kommentars. Nur so viel: Seit meiner sehr lange zurückliegenden Zeit als schönschreiblernender Grundschüler hatte ich nicht mehr so große Freude an einem Füllhalter. Ist es nur die Begeisterung über das Neue? Vielleicht. Werde ich dem Bleistift untreu? Wohl kaum. Mache ich hier ein neues (Tinten-)Fass auf? Das habe ich nicht vor (auch wenn der Gedanke, etwas mir völlig neues zu erkunden, sehr reizvoll ist).

Fremdgehen, aber richtig

Zurzeit enthält er noch eine Patrone mit blauer Tinte mir unbekannter Herkunft, doch da­nach kommt Pelikan 4001 Brilliant-Schwarz hinein.

Nachtrag vom 24.4.14: Wie ich heute erfahren konnte, wurde der Kunststoffschaft des SUPER5 mit Klavierlack überzogen.

Hobonichi Techo

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Kalender? Tagebuch? Notizbuch? Alles in einem! Aber der Reihe nach.

Hobonichi Techo

Im Hintergund ein Tenugui.

Der japanische Autor und Gestalter Shigesato Itoi1, Betreiber der Website Hobo Nikkan Itoi Shinbun (kurz „Hobonichi”), hat 2001 zum ersten Mal den von ihm entworfenen Planer Ho­bonichi Techo („Techo”, 手帳 auf dem Cover, heißt hier „Notizbuch”) angeboten. Nach dem großen Erfolg2 des Techo in Japan erschien 2013 zusammen mit Arts & Science die erste englische Ausgabe; bei der zweiten für das Jahr 2014 habe ich zugegriffen.

Hobonichi Techo

Der Techo ist zwar nur 14 mm dick, hat aber 464 Seiten, was durch die Verwendung des sehr hochwertigen „Tomoe River”-Papiers3 mit nur 52 g/m² möglich wurde. So gibt es nicht nur für jeden Tag des Jahres eine ganze Seite, sondern auch noch zwei weitere Kalendarien, Notiz- und einige informative Seiten. Wer nun denkt, man könne dieses Papier auf­grund seiner geringen Dicke nur eingeschränkt nutzen, liegt falsch – gerade diejenigen, die mit Füllfederhalter schreiben4, sind vom Tomoe River begeistert, und auch mit Bleistif­ten5 und Tintenrollern6 harmoniert es hervorragend (lediglich ein starker Schreibdruck ist ungünstig, wirkt er sich doch gleich auf mehrere Seiten aus7). Dank des leichten Papiers und der Fadenheftung liegt der Techo zudem flach, was seinen Gebrauch sehr angenehm macht.

Hobonichi Techo

Hier mit dem Druckbleistift Pentel GraphGear 500.

Aus der Vielzahl der Schutzhüllen habe ich das Standardcover aus Polyester gewählt (das aus Leder wäre mir lieber gewesen, doch dieses ist erst wieder im Februar 2014 erhältlich). Mit zahlreichen Taschen auf den Innenseiten und einer auf der Rückseite bietet es Platz für flache Dinge. Ein transparentes „Cover on Cover” gab es gratis; man kann es darüber­ziehen und mit Dekorativem befüllen. – Der Verschluss und die beiden Lesebändchen sind schlicht und funktionell.

Hobonichi Techo

Alle Kalendarien haben das in Deutschland unübliche 4-mm-Raster mit gepunkteten Linien, das mir gut gefällt.

Hobonichi Techo

Jedem Monat ist eine nützliche „Coming Up!”-Seite vorangestellt (gut möglich, dass diese eine der Kundenideen war, die über die Jahre in den Techo eingearbeitet wurden).

Hobonichi Techo

Am unteren Rand der Doppelseiten des Hauptkalendariums finden sich Zitate8, von denen mir jedoch nur wenige zugänglich sind.

Hobonichi Techo

Die Verarbeitung ist hochwertig, und die Gestaltung – vor allem die Typografie – finde ich geschmackvoll. – Der informative Teil enthält auch einen „Guide to Sushi”.

Hobonichi Techo

Man beachte die Zeigehand oben rechts.

Für die weiteren Details des Techo verweise ich auf die Übersicht unter „Hobonichi Planner Features” (eine so ausführliche Beschreibung eines Kalenders oder Notizbuchs habe ich übrigens noch nie gesehen).

Hobonichi Techo

Der Techo kostet 2500 Yen, das Standardcover 1500 Yen und für den Versand fielen 1800 Yen an; so kam ich auf insgesamt 41 Euro. Von der Bestellung bis zum Eintreffen vergingen fünf Tage, und da der Dezember 2013 mit zwei Tagen pro Seite vertreten ist, kam der Techo sofort zum Einsatz.

Hobonichi Techo

Hat sich der Kauf gelohnt? Ich denke ja. Für eine abschließende Bewertung ist es zwar noch zu früh, doch die Qualität, die Gestaltung und das Papier lassen mich den Hobonichi Techo mit Freude nutzen.

  1. Ein Interview mit Shigesato Itoi gibt es im PingMag. – Einiges mehr erfährt man unter „Shigesato Itoi shares lots of ‘delicious life’”.
  2. Viele Beispiele der kreativen und oft verspielten Verwendung des Techo zeigt das Tumblr-Weblog Hobonichi Love.
  3. Das „Tomoe River” der Tomoegawa Co., Ltd. (Tokyo), erhältlich in Grammaturen von 33 bis 85 g/m², wurde für den Druck u. a. von Katalogen entwickelt, um Versandkosten zu sparen; ich habe es über die sehr guten Notizbücher von Design.Y, in denen es ebenfalls steckt, kennengelernt. – Eine ausführliche Besprechung des Papiers gibt es unter „Tomoe River Paper Review”.
  4. Ich schreibe nicht mit Füller, versuche mich aber ab und zu mit dem Pilot Parallel Pen in Kalli­grafie. Dieser gibt die Tinte sehr großzügig ab, was natürlich auch an der Breite der Feder liegt, doch selbst mit diesem gibt es auf dem Tomoe River kein Zerfasern oder Durchschla­gen.
  5. Getestet mit den holzgefassten Bleistiften STAEDTLER Mars Lumograph 100 B und Pentel Black Polymer 999 HB, den Druckbleistiftminen Pilot Eno NeoX B und 2B sowie den Radierern Tree's Air-in Soft von Plus, Faber-Castell Dust Free und Tombow Mono Zero.
  6. Getestet mit dem Mitsubishi uni-ball eye fine. – Auch der STAEDTLER pigment liner macht sich mit diesem Papier sehr gut.
  7. Wer manchmal fester aufdrücken will oder muss und den Kauf des Pencil Board scheut, schneidet sich ein Stück steifer Kunststofffolie zurecht, legt diese beim Schreiben unter das Blatt und verstaut sie bei Nichtgebrauch in einer der hinteren Taschen des Covers.
  8. Die erste englische Ausgabe des Hobonichi Techo enthielt ausschließlich Zitate von der Hobo­nichi-Website und von Sonya Park, der Inhaberin von Arts & Science; dies ist nun nicht mehr der Fall.

J.S. Staedtler 1919 (3)

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Nach dem Straßenbahn-Patentstift hier nun ein weiterer bemerkenswerter Artikel aus dem Katalog des Jahres 1919 von J.S. Staedtler.

Taschen-Bleistift „Famulus”

Der Taschen-Bleistift „Famulus” war nicht nur vom Namen her ein Helfer, sondern auch mit seiner sehr ungewöhnlichen Ausstattung, denn sein Spitzenschoner war als Schreibfeder ausgeführt. Zur Abdeckung dieser oder (wenn man die Feder nicht nutzte) der Spitze des Bleistifts diente eine Oberkapsel, die zudem in einer Variante mit eingeschraubtem Radierer erhältlich war. Und wie sah dieses Multitalent aus, wenn man alle Teile zusammensteckte?

Taschen-Bleistift „Famulus” (Montage)

Da sich ein solch kostbares Stück leider nicht in meinem Fundus befindet, möchte ich mich mit einer (hoffentlich weitgehend realistischen) Montage behelfen:

Taschen-Bleistift „Famulus” (Montage)

Geht man davon aus, dass der runde und mit silberfarbenem Prägedruck sowie dekorativer Metallkapsel versehene Taschen-Bleistift 8 mm dick war, so ergibt sich eine Gesamtlänge von etwa 13 cm – ein gutes Maß für Hemd- und Jackentasche.

Taschen-Bleistift „Famulus” (Detail)

Zweifellos ein pfiffiger und ansprechender Begleiter, dieser „Famulus”!

 Straßenbahn-Patentstift | J.S. Staedtler 1919 | Umsteckschoner 

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