Monatsarchiv für Juli 2011

 Ältere Beiträge

Stift und Spiel

Samstag, 30. Juli 2011

Pfiffig: Der Bleistift als Würfel. – Danke an Max für den Hinweis!

Wipfelstürmer

Freitag, 29. Juli 2011

Wipfelstürmer

Allen Natur- und besonders Waldfreunden, die sich im Bayerischen Wald herumdrücken, sei der Besuch des Baumwipfelpfads nahe Neuschönau sehr ans Herz gelegt. Der nach An­gaben der Betreiber weltweit längste seiner Art führt auf 1300 Metern Steglänge und in bis zu 25 Metern Höhe durch prächtige Natur und endet am Baumturm, in dem es durch den ausführlich dokumentierten Lebensraum des Baumes zur 44 Metern hohen Aussichts­plattform mit einem herrlichen Rundblick geht. Hingehen und genießen!

Restgraphittonne

Freitag, 29. Juli 2011

Restgraphittonne

Entdecke die Entsorgungs-Möglichkeiten: Wer aus Unkenntnis, Versehen oder Übermut zu einem IKEA-Schreiber gegriffen hat, kann sich dessen nun auch ordentlich an der Kasse entledigen. – Ob daraus Möbel werden, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Toller Tiegel

Mittwoch, 27. Juli 2011

Was könnte sich besser zur dekorativen Aufbewahrung von Bleistiften eignen als ein Behäl­ter, der nicht nur eine frühe wichtige Verwendung des Graphits zeigt, sondern auch fast zur Hälfte aus dem schwarzen Gold besteht?

Toller Tiegel

Diesen 82 mm hohen Tiegel des letzten deutschen Herstellers für Schmelztiegel aus Gra­phittonkeramik, der Aug. Gundlach KG im hessischen Großalmerode1, habe ich im Museum der Graphit Kropfmühl AG erstanden.

Toller Tiegel

Der „Mars-Tiegel” setzt sich zusammen aus 46% Graphit, jeweils 14% SiC/Si und Al2O3 und 26% SiO2. Er eignet sich für Betriebstemperaturen bis 1450 °C2 und ist daher auf meinem Schreibtisch unterfordert.

Die Belege für den Gebrauch von Graphit als Beimischung für Ton reichen zurück bis 3000 v. Chr.; auch die Kelten (ca. 500 v. Chr.) nutzten ihn für die Fertigung besonders feuer­fester Tonwaren. Mit dem Beginn unserer Zeitrechung enden die Funde von Graphitton­keramik3.

Toller Tiegel

Schmelztiegel aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Erste urkundliche Hinweise auf Schmelztiegel aus einem Graphit-Ton-Gemisch datieren auf etwa 1500. Als Ursprungsort gilt das heutige Obernzell im Bayerischen Wald4. – Die Bei­mengung von Graphit macht die Keramik widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen und starke Temperaturschwankungen, wie sie in der Metallverarbeitung üblich sind, sowie ge­genüber aggressiven Chemikalien. Darüber hinaus dichtet der Graphit den Behälter ab, so dass auf eine Glasur verzichtet werden kann, und glättet die Wandung, wodurch das voll­ständige Ausgießen des Inhalts ermöglicht wird. Auch für Kochgeschirr und Öfen wurde der Graphitton genutzt. – Die Graphittiegel kamen zum Teil ungebrannt in den Handel und hielten nur begrenzte Zeit, weil bei jedem Schmelzvorgang ein Teil des Graphits ver­brannte und der Tiegel dünnwandig wurde.

Toller Tiegel

Geschirr aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Toller Tiegel

Öfen aus Graphittonkeramik (Keramikmuseum im Schloß Obernzell bei Passau)

Die Produktion dieses sog. Schwarzgeschirrs in Obernzell endete mit der Schließung der Firma Oswald & Co. im Jahre 19405.

  1. Archäologische Funde aus dem 12. Jahrhundert belegen das Aufkommen von Keramik-Schmelztiegeln in dieser Umgebung. – Viele dieser sog. hessischen Tiegel sind durch eine dreieckige Öffnung gekennzeichnet.
  2. Zum Vergleich ein paar Schmelzpunkte: Silber 960 °C, Gold 1063 °C, Eisen 1525 °C.
  3. Helm, Winfried; Ortmeier, Martin (Hg.): »Millionenbauern« Bäuerlicher Graphitbergbau im Bayerischen Wald (Freilichtmuseum Finsterau, 2. Aufl. 2011)
  4. Martinón-Torres, M; Rehren, Th.: Post Medieval Crucible Production and Distribution: A Study of Materials and Materialities, Archaeometry 51, 1 (2009) 49–74 (PDF)
  5. Handbuch und Führer zum Keramikmuseum im Schloß Obernzell (München, 2. Aufl. 1984)

Wackelnder Wacker

Dienstag, 26. Juli 2011

Ein Naturdenkmal im Süden des Bayerischen Waldes nahe Solla am Wanderweg Nr. 84: Der Wackelstein.

Wackelnder Wacker

Der Wackelstein von Nordosten, …

Obwohl etwa vier Meter breit und über 50 Tonnen schwer, lässt er sich mit ein paar kräf­tigen Armen zum leichten Schaukeln bringen.

Wackelnder Wacker

… auf der Landkarte …
(© Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern 2006)

Eine beeindruckende Erscheinung in märchenhafter Umgebung!

Wackelnder Wacker

… und von Nordwesten

Altes Holz

Montag, 25. Juli 2011

Fassaden im Museumsdorf Bayerischer Wald bei Tittlingen.

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Altes Holz

Naturparker

Sonntag, 24. Juli 2011

Naturparker

Kleine Hand

Samstag, 9. Juli 2011

Christian Morgenstern sagte einmal:

Du lebst so lange nur, als du entdeckst.

Ginge es danach, so würde ich gründlich und lange leben, selbst wenn die Dinge, die ich entdecke, manchmal nicht nur einige hundert Jahre alt, sondern auch vielen schon be­kannt sind. Startpunkt der Entdeckungsreise war diesmal „CopyPasteCharacter” bei Orange Crate Art (Thank you, Michael!).

Kleine Hand

Motiv des Stempels „DingsBums” von Kreuzer (1975)

Ich hätte nicht gedacht, dass die Hand mit Manschette und ausgestrecktem Zeigefinger bereits im 12. Jahrhundert aufkam, in etlichen Varianten von Schreibern, Druckern und Le­sern in Manuskripten und Büchern zur Kennzeichnung benutzt wurde und heute in sechs Uni­code-Zeichen weiterlebt.

Kleine Hand

Unicode-Zeichen „Weißer Zeigefinger nach rechts”
(U+261E; hier das Exemplar aus dem Font Zapf Dingbats)

Kleine Hand

Dreidimensionale Ausführung als Aufstecker für den
Drehbleistift Kreuzer Blift (ca. 1974)

Die Ästhetik der zeigenden Hand hat mich immer angesprochen, was soweit ging, dass ich eine Variante aus einem Handbuch der 1970er Jahre als Stempel umgesetzt habe (natür­lich hat der als Bleistift ausgeführte Zeigefinger eine wichtige Rolle gespielt).

Kleine Hand

Stempel nach einem Symbol aus der Anleitung zum Taschenrechner TI-59

Ganz anders, nämlich wissenschaftlich hat sich William H. Sherman in „Toward a History of the Manicule” (PDF) mit diesem Zeichen befasst. Darin zitiert er Heather Wolfe, eine Kura­torin der Folger Shakespeare Library, die dem Ding einen Namen gab: „manicule”, von „manicula”, dem lateinischen Wort für „kleine Hand”.

Kleine Hand

22 × 17 Pixel: Mein Windows-Mauszeiger über einem Link

Die englische Bezeichnung hat es bis jetzt nicht in die großen Wörterbücher geschafft, und ich bin sicher, dass ich vor einem deutschen Begriff1 noch einige geschichtliche Details zu der kleinen Hand finde.

Nachtrag vom 14.4.12: Die kleine Hand als Sonderdruck.

Nachtrag vom 10.11.13: Den zweiten Teil zur kleinen Hand gibt es hier.

Nachtrag vom 31.1.14: Eine Schreibfeder in Form einer Zeigehand.

  1. Ich schicke „Manikel” ins Rennen.
 1 2 Nächste

Diese Website nutzt Cookies. Wenn Sie weiter auf dieser Seite bleiben, ohne die Cookie-Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie zu, diese Cookies zu verwenden. Mehr Informationen erhalten Sie im Datenschutzhinweis.
OK